06. September 2019 / 11:13 Uhr

„Anspannung und Spaß“: Nationalmannschaftskapitän Jan Haller im Interview

„Anspannung und Spaß“: Nationalmannschaftskapitän Jan Haller im Interview

Philipp Schaper
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jan Haller (rechts) will gegen die Niederlande das Ticket für die Paralympics 2020 in Tokio sichern.
Jan Haller (rechts) will gegen die Niederlande das Ticket für die Paralympics 2020 in Tokio sichern. © wrs
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Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft steht vor ihrem großen Ziel: Noch ein Sieg am Freitag im Viertelfinale gegen die Niederlande und das Ticket für die Paralympics 2020 in Tokio ist sicher. Vor dem so immens wichtigen K.o.-Spiel sprachen wir mit Kapitän Jan Haller von Hannover United.

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Das Zwischenziel auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen ist geschafft: Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft beendet die Vorrundengruppe A bei der Europameisterschaft in Polen auf Rang zwei. Nach Siegen gegen Österreich (75:19), Gastgeber Polen (79:71), Schweiz (80:42) und Italien (81:72) unterlag das Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger am Mittwoch im abschließenden fünften Spiel Weltmeister Großbritannien erwartungsgemäß mit 58:75.

Im Viertelfinale am Freitag (Beginn um 16.45 Uhr) trifft die Mannschaft mit Jan Haller, Jan Sadler und Alexander Budde (alle Hannover United) sowie Assistenztrainer Martin Kluck und Teammanager Eike Gößling (ebenfalls bei United tätig) auf die Niederlande. In dieser Partie geht es schon um die Qualifikation für die Paralympics 2020 in Tokio, die mit dem Halbfinaleinzug perfekt wäre. Ein gutes Omen: Vor zwei Jahren gewannen die Deutschen im Match um EM-Bronze gegen die Niederlande mit 61:56, wir sprachen mit Nationalmannschaftskapitän Haller über die jetzigen Aussichten.

Herr Haller, für das deutsche Team gab es bei der Europameisterschaft bisher vier Siege und nur eine Niederlage – was lief besonders gut?

Wir haben defensiv und offensiv gut ins Turnier gefunden und treten mit viel Selbstvertrauen auf. Unsere drei Topscorer Thomas Böhme, Aliaksandr Halouski und Dirk Passiwan machen einen sehr guten Job und tragen uns mit ihren Körben sehr erfolgreich durch das Turnier.

Was lief nicht so gut?

Eigentlich gar nicht so viel. Wir haben natürlich immer noch Raum zur Verbesserung – das haben wir vor allem im Spiel gegen Großbritannien gemerkt. Da reicht es noch nicht ganz zum Erfolg. Aber da wollen wir hin.

Wie ist die Stimmung?

Alle haben viel Freude, arbeiten gut zusammen. Es ist eine gute Mischung aus Anspannung und Spaß – das sieht man aktuell auch auf dem Feld.

Habt ihr auch Unterstützung vor Ort in der Halle?

Es sind viele deutsche Fans vor Ort. Abgesehen von der Partie gegen Polen hatten wir bei allen Spielen den größten Block. Darüber freuen wir uns als Spieler sehr. Ich hoffe, dass jetzt in der entscheidenden Phase noch mal ein paar Fans zusätzlich anreisen.

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Gab es Überraschungen im Turnierverlauf?

Bis jetzt nicht so viele. Das meiste war erwartbar. In der Parallelgruppe habe ich Spanien und die Türkei auf den Plätzen eins und zwei erwartet. Und wir haben uns vorgenommen, als Zweiter hinter dem Weltmeister ins Viertelfinale zu gehen. Vielleicht ist es etwas überraschend, dass Polen gegen Italien verloren hat.

Im Viertelfinale trefft ihr nun auf die Niederlande. Was erwartet euch?

Wir kennen die Niederländer sehr gut – die uns allerdings auch. Wir müssen das Spiel gewinnen, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Wir haben uns durch die gute Gruppenphase in eine sehr gute Ausgangslage gebracht und haben viel Selbstvertrauen.

Wie habt ihr den spielfreien Donnerstag verbracht?

Wir trafen uns zum Training und sind anschließend mal gemeinsam essen gegangen, um mal rauszukommen und die Köpfe ein bisschen frei zu kriegen.

Gibt es bisher ein Highlight?

Das kommt hoffentlich noch (lacht). Das Highlight der Vorrunde war sicherlich der wichtige Sieg gegen Polen vor voller Halle. Aber zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch nicht so viel erreicht. Unser Ziel ist Tokio, die Teilnahme an den Paralympics.

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