16. April 2020 / 10:00 Uhr

Die neuen Superstars: Ansu Fati im Porträt – Mehr als ein Talent

Die neuen Superstars: Ansu Fati im Porträt – Mehr als ein Talent

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ansu Fati gehört zu den größten Talenten des FC Barcelona.
Ansu Fati gehört zu den größten Talenten des FC Barcelona. © imago images / Marca
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch da, aber die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil acht: Ansu Fati vom FC Barcelona.

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Es gibt dieses Foto, der wohl beste Fußballer der Welt hat es auf seinem Instagram-Account hochgeladen. Von Lionel Messi selbst ist darauf jedoch nicht viel zu sehen außer dem freudestrahlenden Gesicht und seinen beiden Armen, mit denen er seinen Mitspieler vor sich innig umschlossen hat. Festgehalten wurde dieser Moment in den Katakomben des Camp Nou, am 25. August 2019, einem besonderen Tag. Weniger wegen des 5:2-Sieg gegen Betis Sevilla, eher wegen des prätentiösen Kommentars, mit dem der Klub-Account des FC Barcelona jenes Foto später versehen würde: „Die Gegenwart und die Zukunft“, dahinter ein Glaskugel-Emoji. Gemeint war neben Messi der 16-jährige Debütant Anssumane Fati Vieira, kurz: Ansu Fati.

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Vielen Spaniern ist die Aussprache seines Vornamens nämlich etwas zu kompliziert, weswegen man sich aber noch lange nicht daran gehindert sah, den in Guinea-Bissau als ersten Barça-Profi im 21. Jahrhundert geborenen Fati im Eilverfahren einzubürgern. Dafür ist der Linksaußen, der seit jenem 20. September für Spanien auflaufen darf, schlicht zu gut. In der kurzen Zwischenzeit war Fati längst zum jüngsten Ligatorschützen der Klubgeschichte geworden, und zum jüngsten Barça-Profi in der Champions League, was kurios ist: Wenn eine Partie, wie in der Eliteklasse, erst am Abend angepfiffen wird, braucht der Verein noch immer eine Vollmacht der Eltern des 17-Jährigen.

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Ansu Fati "besitzt ein von Gott gegebenes Talent"

Wenn Braima Baldé über den Aufstieg seines Cousins spricht, wiederholt er immer wieder ein Wort: „Unglaublich.“ Und da ist der 24-Jährige vom Regionalligisten Lüneburger SK noch nicht einmal auf die Ausstiegsklausel des Minderjährigen zu sprechen gekommen. Anfang Dezember wurde sie von 100 Millionen Euro auf 170 Millionen angehoben. Fatis Berater, Messi-Bruder Rodrigo, hat dem Teenager schon jetzt ein sechsstelliges Salär pro Saison ausgehandelt. Bei einer Verlängerung des bis 2022 geltenden Vertrags erhöht sich die Klausel auf 400 Millionen.

Baldé erinnert sich noch ganz genau an die Anfänge des Spielers, der inzwischen sogar zum jüngsten Torschützen wurde, den die Champions League je gesehen hat. Sein Heimatland hatte Ansu Fati mit drei Jahren verlassen. Vater Bori holte die Familie der besser entlohnten Arbeit wegen erst nach Portugal, drei Jahre ging es weiter nach Spanien, Andalusien. Dass sein jüngster Sohn Fußball zu spielen gelernt hatte, war ihm gar nicht bewusst. Und erst die Dorfbewohner mussten ihm zutragen, wie gut er das wirklich konnte. „Er besitzt ein von Gott gegebenes Talent“, sagt Baldé über den gläubigen Moslem Fati. Schon bald stand ein Scout vom FC Sevilla vor der Haustür, mit neun schloss sich Fati dem Klub an. Mit seinem älteren Bruder Braima wechselte er ein Jahr später zum FC Barcelona – auch Real Madrid hatte heftig um ihn gebuhlt.

Weitere Teile der SPORTBUZZER-Serie

Bei den katalanischen Fans wird er schon jetzt verehrt, doch nicht unbedingt nur für seine Fähigkeiten, die Baldé übrigens an Ousmane Dembélé erinnern: „Er ist extrem schnell, immer in Bewegung, geht in jedes Eins-gegen-Eins.“ Für die Anhänger ist Fati mehr als ein Talent. Einen wie ihn hat es lange nicht gegeben in dem Verein, der selbst vorgibt, „més que un club“, also ein ganz besonderer zu sein – was wiederum unweigerlich mit „La Masia“ zusammenhängt. Für die berühmte Nachwuchsakademie wurde man einst in aller Fußballwelt beneidet.

Fati-Cousin: "Messi hat Ansu immer geholfen"

Nur liegt der letzte echte Durchbruch eines Profis aus der Barça-Jugend, der von Sergi Roberto, lange zurück, zehn Jahre ist er älter als Fati. Mit ihm gibt es endlich wieder jemanden, der dort sämtliche Mannschaften durchlaufen hat und – welch Überraschung – einem wie Messi nacheifert. Cousin Baldé weiß: „Messi hat Ansu immer geholfen, ihm gut zugesprochen.“ Womöglich gilt das sogar in Sachen Social Media. Drei Tage nach Messi postete auch Fati das gemeinsame Foto auf Instagram.

Weitere Teile der SPORTBUZZER-Serie

Teil 9: Eduardo Camavinga im Porträt

Die Serie "Die neuen Superstars des Fußballs" gibt es auch als Podcast bei rnd.de, sportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern zum Anhören. In der nächsten Folge am Mittwoch stellen wir das französische Juwel Eduardo Camavinga von Stade Rennes vor.