08. Dezember 2019 / 15:22 Uhr

Kommentar zum Fight zwischen Ruiz und Joshua: Das war keine Werbung für das Boxen

Kommentar zum Fight zwischen Ruiz und Joshua: Das war keine Werbung für das Boxen

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Anthony Joshua (r.) hat Andy Ruiz deutlich besiegt. Einen starken Boxkampf zeigten beide nicht.
Anthony Joshua (r.) hat Andy Ruiz deutlich besiegt. Einen starken Boxkampf zeigten beide nicht. © Getty
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Anthony Joshua hat sich rund vier Monate nach seiner enttäuschenden Niederlage gegen Andy Ruiz jr. den Weltmeister-Titel im Schwergewichts-Boxen zurückgeholt. Der schillernde Kampf in Saudi-Arabien war aus Sicht von SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst allerdings eine einzige Enttäuschung.

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Zum Schwergewichts-Boxen gehört die Verklärung der Vergangenheit immer irgendwie dazu. Als Mike Tyson alles dominierte, blickten viele wehmütig auf die großen Zeiten Muhammad Alis zurück. Als die Klitschkos in der Gewichtsklasse herrschten, wurde die Tyson-Ära nachträglich immer größer. Dabei wurde gern mal vergessen, dass auch die jeweils aktuellen Gürtelträger für legendäre Kämpfe standen. Man erinnere sich nur an den „Kampf der Titanen“ zwischen Lennox Lewis und Wladimir Klitschko 2003.

Auch der erste Fight zwischen Anthony Joshua und Andy Ruiz jr. bot Stoff für Legenden. Der pummelige Außenseiter schlug den vor Selbstüberschätzung strotzenden Favoriten, der eigentlich das Schwergewicht für die nächsten Jahre dominieren sollte.

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Der Kampf zwischen Joshua und Ruiz war nicht nur sportlich langweilig

Der Rückkampf vom Samstag, den Joshua gewinnen konnte, bricht nun mit der von Box-Generation zu Box-Generation weitergereichten Überhöhung des Gewesenen. Dieser Kampf war nicht nur sportlich langweilig. Er zeigte zudem zwei limitierte Boxer, von denen einer sogar zugab, was zuvor eh alle gesehen hatten: dass er nach „drei Monaten Party machen“ in grotesk schlechter Form war, sodass er nur mehr wie die Karikatur eines Boxers auftrat. Der andere bewies, dass er zwar einen Kampf gegen einen körperlich deutlich unterlegenen Gegner dominieren und sauber nach Hause boxen kann, dabei aber kein Garant für große Momente ist.

Ruiz spricht Klartext: "War zu schwer für den Kampf"

Die PR-Phrasen der Beteiligten zugunsten des umstrittenen Ausrichters Saudi-Arabien waren zu schlechter Letzt kaum zu ertragen. Ein drittes Duell zwischen Joshua und Ruiz, wie von dem Kalifornier mit mexikanischen Wurzeln gefordert? Bitte nicht. Die Verhältnisse sind wieder geradegerückt, belassen wir es dabei.

Es sind dieses Mal also wirklich ziemlich traurige Zeiten für das aktuelle Schwergewichts-Boxen. Nur der Vergangenheit kann das Strahlen nicht genommen werden. Immerhin.