18. März 2019 / 13:30 Uhr

Nach Antisemitismus-Skandal gegen Chemie Leipzig: Bernburg trennt sich von Keeper

Nach Antisemitismus-Skandal gegen Chemie Leipzig: Bernburg trennt sich von Keeper

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Diese Montage (r.) tauchte nach dem Bernburger Gastspiel in Leutzsch auf Instagram auf.
Diese Montage (r.) tauchte nach dem Bernburger Gastspiel in Leutzsch auf Instagram auf. © Christian Donner / Instagram
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Giovanni Datemasch ist nicht länger Torhüter des TV Askania Bernburg. Der Oberligist gab am Montag die Trennung bekannt, zog damit die Konsequenzen aus den jüngsten Aktivitäten des Schlussmanns in den sozialen Netzwerken.

Leipzig. Der Oberligist TV Askania Bernburg hat nach dem Eklat um eine antisemitischen Fotomontage Konsequenzen gezogen. Der Torhüter Giovanni Datemasch wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Verein entlassen. Zuvor hatte der Schlussmann ein Bild auf Instagram geteilt, das ihn im Spiel gegen die BSG Chemie Leipzig zeigt. Auf sein Trikot wurde der Schriftzug „HASS!“ montiert, auf den Oberarm von Chemie-Kapitän Stefan Karau ein Davidstern.

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Dem SPORTBUZZER gegenüber erklärte der Bernburger-Präsident Michael Angermann am Montag: „Wir können die Situation nicht 100 prozentig beurteilen, aber er ist tief darin verstrickt. Unser Verein spricht sich deutlich gegen Antisemitismus aus und steht für Toleranz. Wir haben die Konsequenz gezogen, um unsere Position zu verdeutlichen und mit der Sache abzuschließen.“

Ganz durch mit der Thematik sei der Verein deshalb natürlich aber noch nicht. Nun wolle der Präsident das Gespräch mit der Mannschaft suchen und den Fall aufarbeiten. Mit dem Torhüter habe es ein intensives Gespräch gegeben, bei dem der 21-Jährige über die Entscheidung informiert wurde.

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Die BSG Chemie Leipzig lässt dem TV Askania Bernburg keine Chance und schickt den Kontrahenten mit 6:1 (3:1) nach Hause. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig lässt dem TV Askania Bernburg keine Chance und schickt den Kontrahenten mit 6:1 (3:1) nach Hause. © Christian Donner

"Ich bin nicht der Hellste in der App"

Nach dem Rauswurf des Torhüters hatte der Verein auf Facebook die Position noch einmal deutlich gemacht: Wir stehen in Bernburg für Werte wie Toleranz und Weltoffenheit. Dieses Gedankengut hat bei uns nichts verloren.“

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Datemasch hatte am Sonntag mitgeteilt, die Story versehentlich repostet zu haben. „Ich bin nicht der Hellste in der App“, so der 21-Jährige. Er versicherte dem SPORTBUZZER: „Ich habe persönlich weder etwas gegen Stefan Karau noch gegen einen anderen Spieler von Chemie.“ Er wolle nun das Gespräch mit der BSG suchen.

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