12. Juli 2019 / 20:40 Uhr

Streik, Gehalt-Verzicht, erste Worte: So lief der Griezmann-Wechsel nach Barcelona

Streik, Gehalt-Verzicht, erste Worte: So lief der Griezmann-Wechsel nach Barcelona

Florian Haupt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Antoine Griezmann wechselt zum FC Barcelona - folgt jetzt das Transfer-Domino mit Neymar?
Antoine Griezmann wechselt zum FC Barcelona - folgt jetzt das Transfer-Domino mit Neymar? © imago images / ZUMA Press / Getty
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Der FC Barcelona schlägt in diesem Sommer groß auf dem Transfermarkt zu. Die Methoden des katalanischen Spitzenklubs sind dabei hoch umstritten - wie nun auch bei Antoine Griezmann, der für seinen am Ende erstreikten Wechsel sogar auf Gehalt verzichten wird.

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Der FC Barcelona hat dieser Tage sein Auswärtstrikot für die kommende Saison vorgestellt. Wo das Hauptleibchen erstmals in der Vereinsgeschichte von Karos statt Streifen geziert wird und damit unter den Fans für viel Kritik sorgte, kann man den Entwurf des zweiten Hemdes als Zugeständnis an die Traditionalisten verstehen: Indem es ein Design aus dem Jahr 1979 aufgreift, soll es als Hommage an die in jenem Jahr gegründete Jugendakademie des Vereins, dessen Motto „mehr als ein Verein“ lautet, aufgefasst werden.

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Jenseits von Marketing spielt das einst so prägende Internat – Ausbildungsstätte von Messi, Xavi, Iniesta und vielen anderen – jedoch kaum mehr eine Rolle im Profiteam. Das vorerst letzte Eigengewächs, das es in den Kreis der erweiterten Stammspieler brachte, debütierte mit Sergi Roberto noch in der Ära von Trainer Pep Guardiola (2008–2012). Seither geht der Blick bei der Suche nach neuen Stars nur noch in fremde Gärten – bis zu dem Punkt, an dem alle Fäden des europäischen Transfermarkts derzeit bei Barça zusammenzulaufen scheinen. Wenn Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt von „Dominosteinen“ sprach, dann hatte er dabei in erster Linie die Katalanen im Sinn.

Am Abend postete der FC Barcelona ein Video mit Griezmann, in dem er erstmals über seinen Transfer sprach: "Mein Vater hat mir als Kind gelehrt, dass Züge nicht nur einmal vorbeifahren. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen", so der Franzose. "Ich werde die Barcelona-Farben mit aller Hingabe verteidigen. Es ist unsere Zeit. Das ist unser Weg."

Griezmann: 6 Millionen Euro weniger Gehalt bei Barcelona?

Am Freitag fiel der erste dieser Steine: Antoine Griezmann. Ein Rechtsanwalt deponierte in seinem Namen die mit Atlético Madrid vertraglich festgelegte Ausstiegsklausel von 120 Millionen Euro bei der spanischen Liga: Griezmann unterschreibt bei Barca einen Fünfjahresvertrag, die neue Ausstiegsklausel beträgt 800 Millionen Euro. Beim Gehalt verschlechtert er sich angeblich von rund 23 Millionen Euro netto jährlich bei Atlético auf rund 17 Millionen Euro.

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Nach Frenkie de Jong (75 Millionen von Ajax Amsterdam) ist Griezmann der zweite prominente Einkauf Barças – und doch womöglich nur ein weiterer Aperitif. Der größte Stein nämlich heißt Neymar. Nachdem er zuletzt den Trainingsstart bei Paris Saint-Germain verpasste, erklärte Klubmanager Leonardo: „Neymar kann gehen, wenn es ein Angebot gibt, das uns alle überzeugt“.

Atlético erwägt rechtliche Schritte wegen Griezmann-Transfer

Für die Katalanen aber sind solche Deals nur zu stemmen, wenn der Kader der vergangenen Saison erleichtert wird. Als Kandidaten für den Verkauf gelten zuvorderst Philippe Coutinho und Ousmane Dembélé. Jene Spieler also, denen Barça zum Ärger ihrer damaligen Vereine Dortmund und Liverpool vor zwei Jahren den Kopf verdrehte. Beide streikten sich letztendlich auch zum Wechsel, sie boykottierten das Training. Auch Griezmann blieb zuletzt einer Atlético-Einheit fern.

Die Madrilenen werfen den Katalanen nun zudem vor, mit unlauteren Mitteln gespielt zu haben. Die 120 Millionen seien unzureichend, denn Barça und Griezmann hätten sich bereits vor Monaten über einen Wechsel verständigt. Da habe aber noch eine alte Ausstiegsklausel von 200 Millionen gegolten. Atlético erwägt rechtliche Schritte.

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Barcelona pocht auf Reststolz: Neben Griezmann will auch Neymar auf Gehalt verzichten

Doch auch in Barcelona sind nicht alle Feuer und Flamme für Griezmann und/oder Neymar. Der Franzose düpierte seinen neuen Verein letztes Jahr, als er seine Entscheidung zwischen einem damals schon vorliegenden Angebot aus Katalonien und der letztlich vollzogenen Vertragsverlängerung bei Atlético in einem halbstündigen Dokumentarfilm inszenierte. Und der Brasilianer hatte Barça bei seinem Abgang auf Auszahlung eines vom Klub zurückgehaltenen Treubonus über 26 Millionen Euro verklagt. Nun pocht Barça zumindest auf ein bisschen Reststolz: Neben Griezmann hat auch Neymar zugesagt, bei einer Rückkehr auf einen Teil seines Gehalts zu verzichten.

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