19. August 2022 / 11:00 Uhr

"Überzeugt, dass er uns gut tut": Wie Antonio Rüdiger bei Real Madrid direkt weiterhelfen kann

"Überzeugt, dass er uns gut tut": Wie Antonio Rüdiger bei Real Madrid direkt weiterhelfen kann

Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Antonio Rüdiger schnürt seine Schuhe seit diesem Sommer für Real Madrid.
Antonio Rüdiger schnürt seine Schuhe seit diesem Sommer für Real Madrid. © Getty (Montage)
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Für Antonio Rüdiger war der Sommer-Wechsel zu Real Madrid die Bestätigung für eine bemerkenswerte Entwicklung. Im Star-Ensemble der "Königlichen" muss sich der kompromisslose Defensivmann nun erstmal behaupten.

Günter Netzer, Paul Breitner und Bernd Schuster sind nur einige von ihnen: Das legendäre weiße Trikot von Real Madrid trugen bereits große Namen der deutschen Fußball-Historie. Mit Antonio Rüdiger reiht sich seit diesem Sommer ein weiterer Deutscher in diesen illustren Kreis ein – sieht sich durch den Wechsel vom FC Chelsea zum spanischen Rekordmeister und amtierenden Champions-League-Champion zudem in einer beeindruckenden Entwicklung bestätigt.

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Schon beim FC Chelsea hatte sich der robuste Innenverteidiger, der bei seinen vorherigen Stationen beim VfB Stuttgart und der AS Rom nicht immer unumstritten war, unverzichtbar gemacht. Der Beleg: Allein in der vergangenen Saison spulte Rüdiger 54 Spiele für die Blues ab, stand in all diesen Partien in der Startelf und verließ den Rasen lediglich beim letzten Saisonspiel gegen den FC Watford vorzeitig in der 66. Minute. Auch, dass sich der 29-Jährige inzwischen Europa- und Champions-League-Sieger, Klub-Weltmeister, Supercup-Sieger sowie englischer Pokalsieger nennen darf, 2022 sogar für den Ballon d'Or nominiert wurde, spricht für einen gelungenen Reifeprozess des gebürtigen Neuköllners.

"Er ist in einem Alter, wo er direkt hilft", schwärmte Landsmann und Teamkollege Toni Kroos im Anschluss an den gewonnenen UEFA Supercup gegen Eintracht Frankfurt (2:0) bei DAZN von den Erfahrungswerten, die der für sein robustes Zweikampfverhalten und kompromisslose Abwehraktionen bekannte Rüdiger mitbringt. "Ich habe da wenig Zweifel, dass er extrem wichtig für uns wird. Das ist für mich ein Top-Neuzugang, auch ganz neutral betrachtet", erklärte Kroos und verwies auf die konstanten Leistungen des 29-Jährigen. Laut dem Mittelfeld-Star, der selbst seit 2014 fast unzählige Erfolge mit den "Königlichen" feierte, sei es ein Coup "so einen Spieler, der die letzten Jahre einer der Top-Innenverteidiger war in Europa, ablösefrei zu bekommen. Ich bin überzeugt, dass er uns gut tut."

Rüdiger glänzt mit Variabilität

Und wie Rüdiger den Madrilenen gut tun kann, stellte er schon bei seinem Debüt im Real-Trikot unter Beweis. Im Testspiel-Clasico gegen den FC Barcelona (0:1) bot ihn Coach Carlo Ancelotti als Linksverteidiger auf. "Ich bin nicht verrückt und weiß, dass es nicht seine Position ist, aber er ist sehr intelligent. Er kann auf dieser Position spielen oder den Platz mit Alaba tauschen", gab sich der Trainer-Routinier beeindruckt von der Flexibilität des Neuzugangs, mit der Rüdiger auch in den ersten beiden Pflichtspielen half. Im Supercup fand sich der Abwehrmann bei seinem achtminütigen Kurzeinsatz plötzlich rechts in der für Ancelotti nahezu alternativlosen Viererkette wieder. Im ersten Liga-Spiel ging er gegen UD Almeria (2:1) in der Innenverteidigung über die volle Distanz.

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Aber: Dass sich auch ein Rüdiger erst an die neue Umgebung gewöhnen muss, legte der Wackel-Auftritt des Berliners gegen Almeria ebenso offen. Beim einzigen Tor des Aufsteigers wirkte Rüdiger mindestens unglücklich, hob erst das Abseits auf und ließ sich dann im Laufduell mit Torschütze Largie Ramazani düpieren. Auch sonst ließ Rüdiger die von ihm gewohnte Souveränität in einigen Situationen noch vermissen.

Klar ist: Mit dem Transfer des Chelsea-Profis holte sich Real neben Ex-Bayern-Star David Alaba und Eder Militao einen dritten Innenverteidiger von Weltklasseformat ins Team, der zudem auf die Außenpositionen ausweichen kann. Das Standing als unersetzbare Kraft und unangefochtener Stammspieler, das er bei Chelsea hatte und auch in der deutschen Nationalmannschaft zweifelsohne besitzt, muss er sich in der spanischen Hauptstadt allerdings erst noch erarbeiten. Und da hilft nur die Leistung auf dem Platz.

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