21. November 2020 / 14:19 Uhr

Die richtige Wahl: Antonios Agaoglou überzeugt in Egestorf nicht nur als Co-Trainer

Die richtige Wahl: Antonios Agaoglou überzeugt in Egestorf nicht nur als Co-Trainer

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Da geht’s lang: Antonios Agaoglou (rechts) gibt Anweisungen, der Egestorfer
Spieler Jannik Oltrogge versucht, sie umzusetzen. 
Da geht’s lang: Antonios Agaoglou (rechts) gibt Anweisungen, der Egestorfer Spieler Jannik Oltrogge versucht, sie umzusetzen.  © privat
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Seit 2018 ist Antonios Agaoglou als Co-Trainer beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder die rechte Hand von Chefcoach Paul Nieber. Der Wechsel zur Germania sei genau "der richtige Schritt" gewesen, um sich als Trainer weiterzuentwickeln. Der Deutsch-Grieche ist mit seiner aktuellen Rolle sehr zufrieden, trotzdem werde er sicherlich irgendwann wieder eine eigene Mannschaft trainieren.  

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Nicht viele Trainer aus Hannover können wohl von sich behaupten, eine eigene Fanseite auf Instagram zu haben. Antonios Agaoglou kann das – Schülerinnen des Gymnasiallehrers haben sie ins Leben gerufen. Der 39-Jährige, der beim Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder der Co-Trainer von Chefcoach Paul Nieber ist, hat sich bisher aber nicht überreden lassen, diese zu abonnieren, sagt er lachend.

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Der Deutsch-Grieche ist eher der bescheidene Typ. Bevor er sich Niebers Trainerteam 2018 anschloss, war er bei Borussia Hannover selbst hauptverantwortlicher Übungsleiter gewesen. Als Rückschritt sieht er seine Entscheidung, Assistenzcoach am Deister zu werden, aber nicht. „Ich kann in Egestorf ganz anders arbeiten, habe da schon jetzt viel mitgenommen. Es war der richtige Schritt“, sagt Agaoglou. Sicherlich werde der A-Lizenz-Inhaber irgendwann wieder eine eigene Mannschaft trainieren, momentan ist „Toni“, wie er in Fußballerkreisen genannt wird, aber zufrieden mit seiner Rolle beim 1. FC Germania.

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Nieber und Agaoglou lernen sich beim FC Springe kennen

Als Spieler hat er viele Stationen durchlaufen, unter anderen den SC Langenhagen, TSV Havelse, SV 07 Linden und Iraklis Hellas. Fünf Jahre lang war der FC Springe seine sportliche Heimat, dort lernte er auch Nieber als Mitspieler kennen. „Wir waren ja schon beide als Jugendtrainer bei Hannover 96, und nach unserer Springer Zeit sind wir immer in Kontakt geblieben“, sagt Agaoglou.

Guten Kontakt hegt er auch noch in die Heimat an der Ägäis – zweimal im Jahr geht es nach Griechenland, wenn nicht gerade eine Pandemie grassiert. Im Norden des Landes in Veria geboren, kam er als Siebenjähriger nach Hannover. „Deutschland ist meine zweite Heimat geworden“, sagt er. Stand jetzt ist eine Rückkehr nach Griechenland für ihn unvorstellbar. Ob ihn das Leben in Deutschland verändert habe? „Ich bin nicht mehr so temperamentvoll wie früher, ich bin ruhiger geworden“, sagt der 39-Jährige. Disziplin gibt er als eine seiner Charaktereigenschaften an.

"Ich wollte meinen Job nicht weitermachen und unbedingt mit jungen Menschen arbeiten"

Diese oft als typisch deutsch bezeichnete Tugend trieb ihn auch während des Studiums an. Eine Ausbildung als Immobilienkaufmann war bereits abgeschlossen, als er sich dafür entschied, noch einmal die Universitätsbank zu drücken. „Ich wollte meinen Job nicht weitermachen und unbedingt mit jungen Menschen arbeiten“, sagt Agaoglou. Das Sportstudium war für ihn klar, dazu entschied er sich für Germanistik, denn Deutsch hatte ihm schon als Schulfach gefallen. „Das war die richtige Wahl“, sagt er.

Nicht zufrieden ist der Sympathisant des SC Freiburg und von PAOK Saloniki („Als Fan bezeichne ich mich nicht, denn den Fanatismus, wie er sich im griechischen Fußball entwickelt hat, verabscheue ich“) hingegen mit der täglichen Fahrerei, denn die Schule, an der er lehrt, liegt in Hermannsburg im Landkreis Celle. „Ich bin gerade bemüht, eine Stelle in Hannover oder der Umgebung zu bekommen. Dieses Pendeln ist kaum noch zu bewältigen“, sagt Agaoglou. Arbeits- und Wohnort zu verbinden, ist sein großes Ziel. Und in Hannover finden sich garantiert auch begeisterte Schülerinnen, die sich auf Instagram anschließen.