10. März 2022 / 21:22 Uhr

Antragsstreitigkeiten: Dresdner Eislöwen können sportlich nicht mehr aufsteigen

Antragsstreitigkeiten: Dresdner Eislöwen können sportlich nicht mehr aufsteigen

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Die Eislöwen Johan Porsberger, Philipp Kuhnekath, Bruno Riedl und Jordan Knackstedt müssen den sportlichen Aufstieg abhaken.
Die Eislöwen Johan Porsberger, Philipp Kuhnekath, Bruno Riedl und Jordan Knackstedt müssen den sportlichen Aufstieg abhaken. © IMAGO/Lutz Hentschel
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Der Zweitligist aus Elbflorenz scheitert vor Gericht mit seinem Einspruch gegen die Ablehnung seines zu spät eingereichten Antrages auf Zulassung zur DEL.

Dresden. Stell dir vor, die Dresdner Eislöwen werden in wenigen Wochen erstmals DEL-2-Meister, aber aufsteigen dürfen sie nicht. Und das, obwohl der sportliche Aufstieg in die bislang geschlossene Gesellschaft der DEL ab diesem Jahr wieder möglich ist. Dieses Szenario schwebt schon seit Monaten über den Elbestädtern, nun könnte es tatsächlich eintreten. Denn das Schiedsgericht in Köln hat den Einspruch der Blau-Weißen abgelehnt.

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Ernüchterung bei den Eislöwen

Der Hintergrund: Laut Vereinbarung zwischen DEL und DEL 2 darf aber dieser Saison der Zweitliga-Meister aufsteigen, allerdings unter der Voraussetzung, dass eine Bürgschaft von 816.000 Euro hinterlegt wird. Das haben die Eislöwen fristgerecht getan. Allerdings ging laut DEL der formlose Antrag (Frist war der 24. Mai 2021) zu spät ein. Während die Dresdner sagen, dass sie am 18. Mai eine entsprechende Mail geschickt hätten, sagt die DEL, diese sei nie eingegangen. Postalisch, das hat auch Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf schon damals eingeräumt, habe es ein Problem beim Versand gegeben und deshalb ging der Antrag erst am 27. Mai ein. Nach einer zweistündigen Verhandlung vor dem Schiedsgericht und einem von der DEL abgelehnten Vergleich entschieden die Richter gegen die Dresdner.

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Walsdorf erklärt: „Die Gefühlslage nach dem gesprochenen Urteil war und ist natürlich ernüchternd, zumal wir im Verlauf der Verhandlung ein gutes Gefühl vermittelt bekamen. Dass die Stimmung nach dem von der DEL abgelehnten Vergleichsangebot so kippte, ist enttäuschend. Am Ende liegt es in meiner Verantwortung, dass alle nötigen Papiere und Anträge rechtzeitig im Ligabüro eintreffen. Dass dies nicht der Fall war, dafür entschuldige ich mich bei unseren Gesellschaftern.“ ESCD-Präsident Bernd Nickel betont: „Maik Walsdorf steht nicht zur Disposition. Es gibt keinerlei Gründe, die uns veranlassen, dass wir eine Veränderung anstreben sollten. Natürlich ist das Ergebnis für uns alle enttäuschend, aber Menschen machen Fehler. Dennoch werden wir nicht einreißen, was in den vergangenen Monaten und Jahren gemeinsam aufgebaut und erreicht wurde.“

Wirtschaftlich nachrücken?

So ist nur Hauptrundensieger Frankfurt offiziell aufstiegsberechtigt. Neben den Eislöwen war auch der Antrag der Kassel Huskies wegen Formfehlern abgelehnt worden. Allerdings sind auch die Frankfurter nicht vor Problemen gefeit. So sah es jüngst bei den Hessen wirtschaftlich wacklig aus, nachdem sie sich von ihrem Hauptsponsor, der VTB Bank aus Russland, getrennt hatten. Inzwischen sprang aber die sogenannte „Finanzplatzinitiative“ ein. Dennoch sei noch nichts sicher, so Geschäftsführer Stefan Krämer.

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Die Eislöwen haben sich zumindest noch als „wirtschaftlicher Nachrücker“ für die DEL beworben, sollte sich ein DEL-Verein aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen. Die Mannschaft und Trainer Andreas Brockmann hätten wenige Tage vor Beginn der Play-offs am 16. März gefasst reagiert und sich kämpferisch geäußert. Die Füße wird beim Vorrundenzweiten auf jeden Fall keiner hoch nehmen.

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