27. April 2021 / 17:49 Uhr

Auch Curtius und Osnabrügge kritisieren DFB-Boss Keller deutlich - Anzeige bei Ethikkommission?

Auch Curtius und Osnabrügge kritisieren DFB-Boss Keller deutlich - Anzeige bei Ethikkommission?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller gerät immer mehr unter Druck.
DFB-Präsident Fritz Keller gerät immer mehr unter Druck. © Getty Images (Montage)
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Nach dem vermeintlichen Nazi-Vergleich von DFB-Präsident Fritz Keller haben die nächsten Funktionäre scharfe Kritik geübt: Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge distanzierten sich deutlich von Keller – Curtius zeigte ihn wohl bei der DFB-Ethikkommission an.

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Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge vom Deutschen Fußball-Bund haben ihren Präsidenten Fritz Keller für seinen Nazi-Vergleich scharf kritisiert. "Wir distanzieren uns deutlich und in aller Form von der Äußerung, die DFB-Präsident Fritz Keller in Richtung von DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch im Rahmen der Präsidiumssitzung am 23. April 2021 getätigt hat", heißt es in einer vom DFB verbreiteten Erklärung am Dienstag. "Diese Äußerung ist inakzeptabel und nicht zu tolerieren."

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Curtius hat Keller wohl bei der Ethikkommission angezeigt

Das Duo Curtius/Osnabrügge liegt schon länger mit Keller im Clinch. Nach Spiegel-Informationen hat Curtius die Verfehlung des DFB-Bosses bei der Ethikkommission des Verbandes angezeigt. "Wir haben großes Vertrauen darauf, dass diese mit ihrer Entscheidung die Glaubwürdigkeit des DFB wiederherstellen wird", schrieben Curtius und Osnabrügge.

Keller hatte Koch Medienberichten zufolge mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Der Spitzenfunktionär räumte zwar seinen "schwerwiegenden Fehler" ein, schloss aber einen Rücktritt trotz des großen Entsetzens darüber aus. Kritik gibt es seither von allen Seiten. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigte sich "fassungslos" und sagte: "Wie kann der DFB-Präsident in diesem gesellschaftlich so wichtigen Amt solch einen Nazivergleich einführen? Und dann auch noch gegenüber einem Mann wie Rainer Koch, der rechtsstaatlich und demokratisch eine absolut saubere Vita und der gemeinsam mit mir den Julius-Hirsch-Preis ins Leben gerufen hat?", sagte Zwanziger in einem Bild-Interview. Auch die DFB-Präsidiumsvertreter aus der DFL distanzierten sich deutlich von Kellers Entgleisung.