29. Mai 2021 / 16:24 Uhr

Nach Finalsieg gegen Fürstenwalde: Babelsberg 03 ist Brandenburger Rekord-Pokalsieger

Nach Finalsieg gegen Fürstenwalde: Babelsberg 03 ist Brandenburger Rekord-Pokalsieger

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Landespokalsieger 2020/21, SV Babelsberg 03
So sehen Sieger aus: Der SV Babelsberg 03 gewinnt nach einem 2:0-Erfolg über den FSV Union Fürstenwalde den Brandenburger Landespokal. © Julius Frick
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AOK-Landespokal Brandenburg: Der SV Babelsberg 03 feiert im Endspiel in Luckenwalde einen verdienten 2:0-Erfolg über den FSV Union Fürstenwalde und holt sich den zehnten märkischen Cup-Gewinn.

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Der SV Babelsberg 03 ist Brandenburger Landespokalsieger der Saison 2020/21! Die Kiezkicker setzten sich am Samstagnachmittag im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion gegen den Regionalliga-Nordost-Rivalen FSV Union Fürstenwalde völlig verdient mit 2:0 (1:0) durch. Mit seinem zehnten Erfolg im Brandenburger Landespokal ist der SVB jetzt märkischer Rekordsieger. Tobias Dombrowa (33.) und Daniel Frahn (78.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Predrag Uzelac, die damit erfolgreich Revanche für das Vorjahr nahm. Zudem war es der erste Babelsberger Landespokaltitel seit 2016. Die Kiezkicker qualifizierten sich damit für den DFB-Pokal, in dem die erste Runde Anfang August stattfindet.

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Union-Trainer Matthias Maucksch sagte nach der Niederlage: "Erstmal Glückwunsch an Babelsberg, sie sind verdient Pokalsieger geworden. Wir hatten natürlich etwas anderes vor. Wir wollten Fußball über die Außen spielen, das ist nicht der Fall gewesen. Uns fehlte aber auch das Selbstvertrauen, dieses Zutrauen in die eigene sportliche Qualität." Sein Gegenüber Predrag Uzelac erklärte: "Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben. Wir haben da weitergemacht, wo wir im Halbfinale in Cottbus aufgehört haben. Wir wussten, dass auf uns eine kämpferisch starke Mannschaft zukommt. Wir haben gut dagegengehalten, den Kampf richtig gut angenommen und hatten auch in der ersten Halbzeit schon viele Chancen. Wir haben letztendlich verdient gewonnen, Kompliment an meine Mannschaft." Bei der Frage nach dem Lieblingsgegner für die erste DFB-Pokal-Runde musste der 55 Jahre alte Kroate auch nicht lange überlegen: "FC Bayern München. Gegen den habe ich schon einmal gespielt." Das war am 5. August 2013, als Uzelac mit dem BSV Rehden vor 16.600 Zuschauern an der Bremer Brücke gegen den Deutschen Rekordmeister mit 0:5 verlor.

Das sind die besten Bilder vom Pokalfinale zwischen Union Fürstenwalde und Babelsberg 03.

Der SV Babelsberg 03 sicherte sich durch einen verdienten 2:0-Erfolg über Union Fürstenwalde den Sieg im Brandenburger Landespokal. Tobias Dombrowa (33.) und Daniel Frahn (78.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Predrag Uzelac. Zur Galerie
Der SV Babelsberg 03 sicherte sich durch einen verdienten 2:0-Erfolg über Union Fürstenwalde den Sieg im Brandenburger Landespokal. Tobias Dombrowa (33.) und Daniel Frahn (78.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Predrag Uzelac. © Julius Frick

Bei den Babelsbergern stand Kapitän Philip Saalbach in seinem letzten Karrierespiel in der Startelf und ersetzte den verletzten Tino Schmidt (muskuläre Probleme im Adduktorenbereich). Das war die einzige Änderung, die SVB-Trainer Predrag Uzelac im Vergleich zum 3:0-Halbfinalerfolg bei Energie Cottbus in seiner Startelf vornahm.



Den ersten Abschluss der Partie hatten die Fürstenwalder, für die Anton Kanther SVB-Keeper Marco Flügel mit seinem Abschluss aber nicht vor allzu große Probleme stellte (3.). Auf der anderen Seite jubelten die Babelsberger, die außerhalb vom Stadion von einigen Fans lautstark unterstützt wurden, nach sieben Minuten über das vermeintliche 1:0. Dombrowa soll bei seinem Abschluss aber im Abseits gestanden haben.

Der ausführliche Final-Liveticker zum Nachlesen

Richtig Feuer kam erstmals nach 20 Minuten in die Partie: Nach einem Foul am auf Höhe der Mittellinie durchstartenden Kanther sah Babelsbergs Robin Müller die Gelbe Karte - zu wenig für die Fürstenwalder, die bei der Aktion eine Notbremse sahen und einen Platzverweis für Müller forderten. Nach der anschließenden Rudelbildung sahen auch Lukas Wilton (SVB) und David Richter (FSV) von Schiedsrichter Max Burda den Gelben Karton. Wenig später zeigte Richter, dass er zu einem der besten Torhüter in der Regionalliga Nordost gehört und parierte einen Abschluss von Dombrowa stark (24.).

Anschließend bekam SVB-Angreifer Frahn nach einer Flanke von Lukas Wilton nicht genügend Druck auf das Spielgerät, das er rechts am Union-Kasten vorbeisetzte (28.). Die mit Blick auf die Spielanteile gesehen absolut verdiente Führung besorgte Dombrowa in der 33. Minute. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Petar Lela behielt der Kicker mit der Rückennummer 34 vor Richter die Nerven und traf zum 1:0 für seine Farben. Die letzte gefährliche Aktion hatte David Danko, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit seinem sehenswerten Dropkick nur knapp das FSV-Tor verfehlte (45.+1).

29.05.2021, Fußball,Landespokal, Pokalspiel, Finale,FSV Union Fuerstenwalde-SV Babelsberg 03, Werner-Seelenbinder-Stadion
im Bild: v.l. Franz Bobkiewicz (SV Babelsberg 03),Tobias Dombrowa (SV Babelsberg 03) celebrate the goal,Torjubel zum 0:1
Tobias Dombrowa (Mitte) brachte den SV Babelsberg 03 gegen den FSV Union Fürstenwalde nach 33 Minuten mit 1:0 in Führung. © Julius Frick

Die Babelsberger knüpften nach der Pause nahtlos an ihren starken Auftritt der ersten 45 Minuten an und hatten bei einem Lattenkopfball von Lela (nach Ecke von Danko) Pech, nicht frühzeitig auf 2:0 zu erhöhen (51.). Der Titelverteidiger aus Fürstenwalde wurde nach 60 Minuten erstmals so richtig gefährlich, als Flügel bei einem Kopfball von Johann Weiß sein ganzes Können unter Beweis stellen musste und wenige Sekunden später bei einem weiteren Abschluss eines FSV-Kickers ebenfalls auf der Höhe war. Die Unioner wurden jetzt etwas aktiver.

Arlind Shoshi verzog nach einem langen Ball aus aussichtsreicher Position aber doch recht deutlich (65.). Auf der anderen Seite setzte Robin Müller seinen Versuch aus spitzem Winkel zu hoch an (71.). Die Entscheidung besorgte Frahn, als er auf Vorlage von Dombrowa, an diesem Nachmittag bester Spieler auf dem Platz, vor Richter die Nerven behielt und eiskalt zum 2:0 einschob (78.). Den unrühmlichen Abschluss aus Fürstenwalder Sicht stellte die Rote Karte für den nur wenige Minuten zuvor eingewechselten Maik McLemore dar (90.).

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im Bild: v.l. Daniel Frahn (SV Babelsberg 03) Tor zum 0:2
SVB-Angreifer Daniel Frahn schiebt zum 2:0-Endstand ein. © Julius Frick

"Wir sind unfassbar froh, dass wir nach zuletzt wenig erfolgreichen Spielen gegen Fürstenwalde dieses Mal gewonnen haben", erläuterte Dombrowa. "Ich freue mich, dass ich dem Team mit einem Tor und einer Vorlage helfen konnte. Ganz besonders freue ich mich auch, dass wir unserem Kapitän Philip Saalbach in seinem letzten Spiel so einen Abschied bereiten konnten. Ich habe ihn vier Jahre kennengelernt. Er ist ein absolutes Vorbild und ich bin unfassbar stolz, dass er mein Kapitän war." Mannschaftskassenwart Sven Reimann, der im dritten Landespokalfinale seit seinem Wechsel zu Nulldrei im Sommer 2017 erstmals den Pokal holen konnte, sagte: "Man hat gesehen, dass bei uns eine Mannschaft auf dem Platz stand, die geil auf den Titel war. Den haben wir auch für ,Saale' geholt. Er wird unfassbar schwer zu ersetzen sein, bleibt dem Verein aber zum Glück erhalten." Anders als sein Trainer hätte der 26-Jährige für seinen angestrebten ersten DFB-Pokal-Einsatz im August lieber einen Zweitligisten zu Gast im Karl-Liebknecht-Stadion: "Mein Wunschlos wäre der FC Schalke 04, von dem ich schon seit Kindheitstagen Fan bin."

SV Babelsberg 03: Flügel - J. Wilton, Lela, Hoffmann, L. Wilton - Saalbach - Müller (71. Rangelov), Reimann, Danko (83. Wegener), Dombrowa (83. Montcheu) - Frahn.

FSV Union Fürstenwalde: Richter - Wunderlich (80. Atici), Weiß, Böcker, Michel - Ciapa (46. Martynets), Putze - Kanther (80. McLemore), Stagge, Geurts - Shoshi (80. Mlynarczyk).