12. September 2020 / 20:14 Uhr

Ex-LFC-Kicker Salpeter vergibt Ausgleich: Fortuna scheidet aus (mit Galerie)

Ex-LFC-Kicker Salpeter vergibt Ausgleich: Fortuna scheidet aus (mit Galerie)

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Christopher Lemke bringt den Ludwigsfelder FC früh mit 1:0 in Führung.
Christopher Lemke bringt den Ludwigsfelder FC früh mit 1:0 in Führung. © Julius Frick
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AOK-Landespokal: In der dritten Runde muss sich der Landesligist Fortuna Babelsberg dem Oberligisten Ludwigsfelder FC vor 232 Zuschauern auf dem heimischen Sternsportplatz mit 0:3 geschlagen geben.

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Es war der Moment, in dem die Drittrunden-Partie im AOK-Landespokal zwischen den Fußballern von Fortuna Babelsberg (Landesliga Nord) und dem Ludwigsfelder FC (Oberliga Süd) am Samstagnachmittag hätte eine andere Wendung nehmen können: Nach Kopfballvorlage von Markus Goede tauchte Jeff Salpeter allein vor LFC-Keeper Lucas Lindner auf, schob dem Schlussmann das Leder bei einem versuchten Lupfer aber nur in die Arme und nicht zum 1:1-Ausgleich für seine Farben ins Tor (78. Minute). Im direkten Gegenzug entschied Artem Cygankov nach Vorlage von Serhat Polat mit seinem Tor zum 2:0 die Partie, die der Oberligist am Ende verdient mit 3:0 (0:0) für sich entschied.

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"Normalerweise macht Jeff den", sagte LFC-Sportdirektor Philipp Karaschewitz mit Blick auf die vergebene Möglichkeit des Ex-Ludwigsfelders. "Für uns war es gut, dass er die Chance in diesem Moment hat liegen lassen, ansonsten wäre es sicherlich nochmal eng geworden." Sein Bruder und Fortuna-Trainer David resümierte: "In der ersten Hälfte haben wir zumindest mit Ball zu ängstlich agiert. In Durchgang zwei denke ich schon, dass es ein Duell auf Augenhöhe war - da hat man gesehen, was die richtige Mentalität ausmachen kann."

In Bildern: Fortuna Babelsberg unterliegt dem Ludwigsfelder FC im AOK-Landespokal.

Die Fortuna-Fans zündeten vor dem Anpfiff Pyrotechnik Zur Galerie
Die Fortuna-Fans zündeten vor dem Anpfiff Pyrotechnik © Julius Frick

Bei den Gastgebern, die mit Andreas Plaue (privat verhindert), Erik Beckmann (verletzt) und Enis Wendland (Rotsperre) drei potenzielle Stammkräfte ersetzen mussten, standen mit Goede, Dennis Weber und Salpeter drei Ex-LFC-Kicker in der Startelf. Die Gäste mussten ihrerseits auf den verletzten Torjäger Paul van Humbeeck verzichten. Erik Firchau, der bei den Babelsbergern zwischen den Pfosten die etatmäßige Nummer eins Björn Heck ersetzte, musste dabei vor 232 Zuschauern auf dem heimischen Sternsportplatz schon früh das erste Mal hinter sich greifen und hatte gegen Christopher Lemkes Abschluss aus Nahdistanz keine Abwehrchance (7.).

Glück hatte der Fortuna-Keeper nach einer knappen Viertelstunde, als ein fulminanter Schuss von LFC-Linksverteidiger Maxim Matusczyk aus der zweiten Reihe gegen den Pfosten krachte. Lemke per Kopf (22.) verzog dann knapp, ehe es der LFC im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit verpasste, aus seiner spielerischen Überlegenheit weitere klare Torchancen zu kreieren. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Polat die Großchance auf 2:0 für den Oberligisten zu erhöhen, als er am stark reagierenden Firchau scheiterte. Den Nachschuss jagte Cygankov über den Kasten. So ging es mit einer ergebnis-technisch knappen Führung für die Gäste in die Pause. Den einzigen Vorwurf den der LFC sich zu diesem Zeitpunkt gefallen lassen musste war der, dass er aus seinem deutlichen Übergewicht zu wenig Tore machte und so nicht frühzeitig für klare Verhältnisse sorgte.

Die Gastgeber, bei denen Justus Kautz und Magnus Niklas Gaida verletzt in der Kabine blieben, agierten zu Beginn des zweiten Durchgangs deutlich mutiger und verbuchten durch einen Linksschuss von Maximilian Schmidt ihren ersten wirklichen Abschluss der Partie (51.). Sein Versuch wurde aber ebenso sichere Beute von LFC-Schlussmann Lucas Lindner, wie ein Kopfball von Christopher Wittke (54.). Auf der anderen Seite hatten die Fortunen Glück, dass ein leichtsinniger Ballverlust vom zur Pause eingewechselten Tom Riedelsheimer am eigenen Strafraum folgenlos blieb, weil Polat die Großchance fahrlässig neben das Tor schob (55.).

Der nach einer guten Stunde eingewechselte Georg Müller stand wenig später im Mittelpunkt, als die Babelsberger nach einem harten Einsteigen gegen ihn im LFC-Strafraum vergeblich Elfmeter forderten (65.). Im Anschluss leitete Müllers Kopfball, der nur Zentimeter am LFC-Gehäuse vorbei ging, die Schlussviertelstunde ein.

In dieser vergab Salpeter allein vor Lindner, ehe Cygankov (78.) und Polat (86.) den 3:0-Endstand herausschossen. "Wir können mit dem Ergebnis auf jeden Fall erstmal zufrieden sein", sagte Philipp Karaschewitz, dessen Team in der Oberliga Süd nach drei Spieltagen erst einen Punkt auf dem Konto hat, nach dem Familienduell gegen seinen Bruder. "In der ersten Halbzeit haben wir die Sache souverän runtergespielt und machen früh das 1:0. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein, zwei Probleme, haben auf die vergebene Großchance von Fortuna aber postwendend die richtige Antwort gegeben und wollen diesen Schwung jetzt mit in die Liga nehmen."

Fortuna Babelsberg: Firchau - Fitzlaff (77. Seidel), Wittke, Goede, Kautz (46. Riedelsheimer), Gaida (46. A. Schmidt) - Weber (62. G. Müller), Neuschäfer-Rube, Guthke, M. Schmidt - Salpeter.

Ludwigsfelder FC: Lindner - Bambi (77. Blisse), Fuerstenow, Hartmann, Matusczyk - Marx, Bache - Cygankov (86. Kowalski), Lemke, Polat - Dietrich (81. Witt).