09. Oktober 2019 / 15:14 Uhr

RSV Eintracht gegen Energie Cottbus: "Größtes Spiel der Vereinsgeschichte"

RSV Eintracht gegen Energie Cottbus: "Größtes Spiel der Vereinsgeschichte"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
RSV-Trainer Patrick Hinze (r.) und Energie-Routinier Robert Müller (l.) spielten im Nachwuchs zusammen bei Hertha BSC und bejubelten 2003 den Gewinn der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft (kleines Bild, links unten).
RSV-Trainer Patrick Hinze (r.) und Energie-Routinier Robert Müller (l.) spielten im Nachwuchs zusammen bei Hertha BSC und bejubelten 2003 den Gewinn der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft (kleines Bild, links unten). © F. Nessler, M. Koch, Privat
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AOK-Landespokal: Im Achtelfinale empfängt der Brandenburgliga-Spitzenreiter den Regionalligisten Energie Cottbus - dessen Routinier Robert Müller und RSV-Trainer Patrick Hinze verbindet dabei eine gemeinsame Vergangenheit.

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Das Wiedersehen wird herzlich ausfallen, bereits im Vorfeld der Partie werde man sich austauschen. „Da bin ich ganz entspannt und kann mich danach voll auf mein Spiel fokussieren“, sagt Robert Müller. Der 32-jährige Innenverteidiger gastiert mit Fußball-Regionalligist Energie Cottbus am Samstag (15 Uhr, Sportplatz Heinrich-Zille-Straße) im Achtelfinale des AOK-Landespokals beim Brandenburgliga-Spitzenreiter RSV Eintracht 1949 um Cheftrainer Patrick Hinze – mit dem er eine gemeinsame Vergangenheit hat.

Beide spielten im Nachwuchs zusammen bei Hertha BSC, hatten dabei aber nicht den besten Start, wie sich Müller erinnert. „Wir haben uns um Anfang nicht so gut verstanden, dann aber schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Wir sind beide sehr ehrgeizig und haben auch mal eine große Klappe.“ 2003 feierten sie zusammen den Gewinn der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft und kickten in einem Team mit dem gebürtigen Potsdamer Patrick Ebert (Dynamo Dresden) und Kevin-Prince Boateng (AC Florenz).

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Jerome Boateng (v.l.), Alexander Madlung und Sejad Salihovic sind nur drei prominente Beispiele für ehemalige Akademie-Spieler von Hertha BSC. Klickt euch durch unsere Galerie und erfahrt, welche Spieler den Sprung von den Hertha-Bubis in den Profifußball geschafft haben! ©
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„Das waren Wahnsinnsmomente. So etwas verbindet. Wir treffen uns ein- bis zweimal im Jahr zum Brunchen. Robert ist ein ganz sauberer Junge“, sagt der 33-jährige Hinze, der das Pokalduell mit den Lausitzern als „das größte Spiel der Vereinsgeschichte“ bezeichnet – auch wenn der Club 2011/12 im Landespokal-Halbfinale gegen den damaligen Drittligisten Babelsberg 03 stand (0:1). „Energie hat den Brandenburger Fußball in den vergangenen 20 Jahren wie kein anderer Verein geprägt. Das wird ein Highlight für die Region“, so Hinze, der in der dritten Saison als Cheftrainer der ersten Männermannschaft des Regionalen Sport-Vereins von 1949 tätig ist und viele seiner aktuellen Schützlinge bereits im Nachwuchs betreute.

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Die breit aufgestellte Jugendarbeit des Vielspartenvereins aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark, dessen erste Mannschaft 2009 von der Kreis- in die Landesebene aufstieg, ist die Grundlage des aktuellen Erfolgs. Nach sieben absolvierten Begegnungen rangiert der RSV als Aufsteiger an der Tabellenspitze der Brandenburgliga und kassierte beim 1:2 am vergangenen Wochenende beim 1. FC Frankfurt die erste Niederlage seit dem 9. März 2019 (2:3 in der Landesliga Nord bei Babelsberg 03 II). In der Sommervorbereitung ließ die Mannschaft um Torjäger Julian Rauch, der mit neun Treffern die Torschützenliste der höchsten Spielklasse des Landes anführt und schon von klein auf das Eintracht-Trikot trägt, mit Unentschieden gegen die Regionalligisten Babelsberg 03 (2:2) und Lichtenberg 47 (1:1) aufhorchen.

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2005: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. ©

„Wenn wir da nicht mit voll konzentriert zu Werke gehen, kann das für uns ganz schnell ein beschissener Tag werden“, weiß der gebürtige Schweriner Müller. „Die werden bis in die Haarspitzen motiviert und von Patrick ordentlich eingestellt sein“, ist sich der Kicker mit der Rückennummer 16, der im vergangenen Winter in die Lausitz wechselte, sicher. Im Kader von Trainer Claus-Dieter Wollitz ist er neben Dimitar Rangelov der erfahrenste Kicker. Für Carl Zeiss Jena, Holstein Kiel, Hansa Rostock, Wehen Wiesbaden, VfR Aalen, KFC Uerdingen und zuletzt Energie bestritt er 314 Dritt- und 55 Zweitligaspiele. Nach dem Abstieg des FCE war er einer der wenigen, die blieben. „Es macht mir Spaß mit den jungen Spielern zusammen zu arbeiten. Sie sind lernwillig und haben Biss. Nur weil man den Ball dreimal in den Winkel geschossen hat, ist man aber noch lange nicht Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo“, so Müller, der mit der aus Cottbus stammenden Moderatorin Nele Schenker zusammen ist. „Die Kunst ist es, dauerhaft Leistung zu bringen.“

Während man beim RSV darauf hoffen wird, dass der Gegner nach den zuletzt guten Auftritten in der Liga das Spiel etwas auf die leichte Schulter nimmt, werden die Gäste allein mit Blick auf die angespannte finanzielle Lage alles daran setzen wollen, den nächsten Schritt zur Titelverteidigung zu schaffen und sich erneut für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Dort bekamen sie es in dieser Saison im ausverkauften Stadion der Freundschaft mit Bayern München zu tun (1:3). „Jetzt gastieren sie bei uns – das ist geil“, freut sich Patrick Hinze auf die Begegnung und das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mitspieler Robert Müller.

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