08. April 2021 / 09:28 Uhr

April-Wetter: Leipziger Radsportler verfluchen Corona, Schnee und Kälte

April-Wetter: Leipziger Radsportler verfluchen Corona, Schnee und Kälte

Nico Schmook
Leipziger Volkszeitung
Radrennbahn_0025_2020_L6A5064
Ende Mai soll es so weit sein: Die Radrennbahn in Leipzig-Großzschocher kann nach der Sanierung wieder als Trainingstätte genutzt werden. © Dirk Knofe
Anzeige

"Da müssen wir jetzt halt einfach durch", sagte Landestrainer Roland Hempel pragmatisch. Die Leipziger Radsportler haben nicht nur mit den Wetterbedingungen zu kämpfen - auch die fehlende Trainingsmöglichkeit auf einer Radrennbahn setzt ihnen zu.

Anzeige

Leipzig. 20 Grad und frühsommerliches Wetter. Perfekte Bedingungen, um draußen Sport zu machen. Und perfekte Trainingsbedingungen, von denen die hiesigen Radfahrerinnen und Radfahrer bei ihrem Trainingslager auf Mallorca auch vor dieser Saison gerne Gebrauch gemacht hätten. Doch die aktuelle Situation machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung.

Anzeige

Hohes Trainingspensum

So entschied man schon im vergangenen Jahr, sich alternativ innerhalb von Deutschland auf die anstehende Wettkampfsaison vorzubereiten. In Südbaden sollte eine Jugendherberge bezogen und der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt werden. Aber auch das fiel aufgrund der Corona-Pandemie sprichwörtlich ins Wasser. Denn anstatt des sonnigen und warmen spanischen Wetters müssen die Leipziger nun mit heimischen April-Wetter vorliebnehmen.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder von der Radrennbahn

Die Leipziger Radrennbahn ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Der Radsportverein hat nun einen Fördermittelbescheid bekommen und kann mit den Sanierungsarbeiten an der Fassade und in den Fluchtbereichen (Türen) im Januar/Februar 2021 beginnen. Zur Galerie
Die Leipziger Radrennbahn ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Der Radsportverein hat nun einen Fördermittelbescheid bekommen und kann mit den Sanierungsarbeiten an der Fassade und in den Fluchtbereichen (Türen) im Januar/Februar 2021 beginnen. ©

Die Konsequenz: Viele Trainingseinheiten auf dem Ergometer und nur wenige Chancen auf richtiges Outdoortraining. Und dennoch wird jede Möglichkeit genutzt, um sich auch auf der Straße vorzubereiten. „Wir trotzen dem Wetter, unter anderem mit wettergerechter Kleidung, sehr gut und versuchen uns bestmöglich anzupassen. Da müssen wir jetzt halt einfach durch“, sagt der leitende Landestrainer Roland Hempel.

So arrangiere man sich gut mit den Gegebenheiten und habe selbst am vergangenen Sonntag bei stürmischen Wetter auf der Straße trainiert. Und auch sonst sind die Auswirkungen des ausgefallenen Trainingslagers nicht so schwer wie erwartet. „Das Trainingspensum und die Trainingsleistungen sind sogar ähnlich hoch wie in einem Trainingslager“, zeigt sich Hempel zufrieden. Als Grund dafür zählt der DHfK-Abteilungsleiter unter anderem auch das Homeschooling auf, wodurch die Nachwuchssportler ihre Trainingszeit flexibler gestalten können.

„Da freuen wir uns richtig drauf“

Die Situation bringt nicht nur schlechtes mit sich. Dennoch macht die Corona-Pandemie es natürlich auch im Radsport schwer auf lange Sicht zu planen und an eine normale Wettkampfsaison zu denken. So wurde erst das Kriterium an der Red-Bull-Arena, das als traditioneller Start in die Saison gilt, endgültig abgesagt, ehe auch das bekannte Sachsenring-Radrennen aus dem Terminkalender verbannt wurde. Mittlerweile wurde beschlossen, dass keine Wettkämpfe im April stattfinden werden. Vor allem rund um das Traditionsrennen auf dem Sachsenring beklagte Roland Hempel fehlende Planungssicherheit und ein „Hin und Her“. So hieß es vergangenen Dienstag erst, dass der Wettkampf stattfinden solle. 24 Stunden später kam jedoch gleich wieder die Rolle rückwärts – und die Absage.

Schwierige Zeiten, mit denen jeder Radsportler in Leipzig zu kämpfen hat. Für den 65-jährigen sind vor allem die Kinder und die Jugendlichen die Leidtragenden: „Dieses Hin und Her, diese plötzlichen Veränderungen und diese Unsicherheit. Das ist vor allem den Kindern sehr schwer zu vermitteln. Ich leide da mit ihnen jedes Mal mit.“ Doch trotz der vielen Probleme scheinen Leipzigs Radfahrer nicht so schnell aufgeben zu wollen. So gebe es bisher kaum Berichte über Abmeldungen aus den Vereinen, beim SC DHfK zum Beispiel gar keine.

Mehr zum Sport in Leipzig

Die Radsportler hoffen schon in Kürze auf bessere Zeiten. Zunächst soll Anfang Mai mit den Landesmeisterschaften endlich wieder ein Wettbewerb stattfinden, ehe für Ende Mai die Fertigstellung der derzeit unter Sanierung stehenden Radrennbahn in Kleinzschocher geplant ist. „Da freuen wir uns richtig drauf“, fiebert auch Hempel dem Start entgegen. Dann sicherlich auch wieder mit besseren Trainingsbedingungen.