11. März 2021 / 10:34 Uhr

Ende einer Ära? Ronaldo und Messi scheitern so früh in der Champions League wie zuletzt vor 16 Jahren

Ende einer Ära? Ronaldo und Messi scheitern so früh in der Champions League wie zuletzt vor 16 Jahren

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist die Zeit von Cristiano Ronaldo (links) und Lionel Messi (zweiter von links) in der Champions League endgültig vorbei? Erling Haaland (zweiter von rechts) und Kylian Mbappé (rechts) sind auf dem Weg zu den neuen Superstars der Königsklasse.
Ist die Zeit von Cristiano Ronaldo (links) und Lionel Messi (zweiter von links) in der Champions League endgültig vorbei? Erling Haaland (zweiter von rechts) und Kylian Mbappé (rechts) sind auf dem Weg zu den neuen Superstars der Königsklasse. © Getty/IMAGO//PanoramiC (Montage)
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Diese Konstellation kennt kein Fußballfan, der nach dem 9. März 2005 geboren wurde: Cristiano Ronaldo und Lionel Messi stehen erstmals seit 16 Jahren nicht im Viertelfinale der Champions League. Ist es das Ende einer Ära? Mit Erling Haaland und Kylian Mbappé stehen die neuen Superstars schon bereit.

PSG-Jungstar Kylian Mbappé war gerade einmal sechs Jahre alt, BVB-Juwel Erling Haaland sogar erst vier – und in Mittelfeldzentrum des FC Liverpool agierte noch ein gewisser Dietmar Hamann: 16 Jahre ist das her, und trotzdem gibt es eine Parallele zur diesjährigen Champions-League-Saison. In jener Spielzeit 2004/05 schafften es die späteren Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Lionel Messi mit ihren Klubs Manchester United und FC Barcelona nicht ins Viertelfinale der Königsklasse. Dies wiederholte sich nun erstmals – durch das Aus von Ronaldos Juventus Turin gegen den FC Porto und von Messis Barca bei Paris Saint-Germain.

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Ist die Ära von Ronaldo und Messi nun vorbei? "Erling Haaland und Kylian Mbappé sind für mich die zwei Spieler, die in den nächsten zehn Jahren Messi und Ronaldo beerben können", sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky. Besonders die Beziehung von "CR7" mit der Königsklasse war lange eine Liebesgeschichte. Seit dem Wechsel des Superstars von Real Madrid zu Juve wird sie immer mehr eine sportliche Pleitenstory. Gegen Porto schied Ronaldo im dritten Versuch mit Juve bereits zum dritten Mal früh in der K.-o.-Phase der Königsklasse aus.

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Nach dem bitteren Achtelfinal-Aus in der Verlängerung sieht sich der 36-Jährige sogar heftiger Kritik ausgesetzt. "Ronaldo unter Anklage“ schrieb die Gazzetta dello Sport und La Repubblica sprach von "Ronaldos Versagen". Auch Messi musste nach dem 1:1 in Paris einige Negativschlagzeilen einstecken. Als "Höchststrafe" bezeichnete die Mundo Deportivo seinen vergebenen Elfmeter gegen PSG, El Mundo kommentierte den Fehlschuss mit dem Wort "Kapitalfehler".

Haaland ist der "Gigant aus der Kälte"

Ganz anders fielen die Reaktionen auf die Haaland-Show aus: Spanischen Medien feierten den 20-Jährigen als "Gigant aus der Kälte". Der Norweger verbesserte zuletzt beim 2:2 gegen den FC Sevilla seine sagenhafte Quote auf 20 Tore in 14 Königsklasse-Spielen. Für diese Marke benötigte er zehn Partien weniger als der bisherige Rekordhalter Harry Kane (Tottenham). Zudem traf der 20-Jährige als erster Profi bei vier aufeinanderfolgenden Einsätzen doppelt. "Erl ist herausragend. Das macht uns stolz, dass er den Rekord in unserem Trikot weiterführt", schwärmte Terzic. Selbst der gegnerische Trainer empfand nach der neuerlichen Haaland-Show Ehrfurcht. "Das Spiel wurde durch einen Spieler entschieden, der eine neue Ära prägen wird. Da bin ich sicher", befand Julen Lopetegui.

Der BVB-Angreifer ist in dieser Saison der beste Champions-League-Schütze mit zehn Treffern – gefolgt von Mbappé mit sechs Treffern. Messi (fünf Tore) und Ronaldo (vier) werden in dieser Statistik zumindest in dieser Spielzeit weit hinten abtauchen. Vom Glanz früherer Tage ist bei den beiden Rekordtorschützen der Königsklasse nicht mehr viel zu spüren. Doch bis Spieler wie Haaland, Mbappé und Co. die eindrucksvollen Champions-League-Arbeitsnachweise von Ronaldo (134 Treffer) und Messi (120) angreifen werden, dürften noch viele Jahre vergehen.