06. August 2019 / 11:13 Uhr

Arbeit, Ausbildung, Baby: Falkenthaler Füchse ziehen Frauenteam zurück

Arbeit, Ausbildung, Baby: Falkenthaler Füchse ziehen Frauenteam zurück

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Falkenthaler Füchse um Diana Issa (r.) sind in der Saison 2019/20 nicht im Spielbetrieb am Ball. 
Die Falkenthaler Füchse um Diana Issa (r.) sind in der Saison 2019/20 nicht im Spielbetrieb am Ball.  © Robert Roeske
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Aufgrund eines zu schmalen Kaders haben die Vereinsverantwortlichen überraschend die Reißleine gezogen – mögliche Auswirkungen sind noch offen.

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Bei den Falkenthaler Füchsen hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Nach über 15 Jahren Zugehörigkeit der Frauenfußballmannschaft auf Kreisebene hat der Verein für die neue Saison in der Kreisliga seine Mannschaft abgemeldet. Als Gründe nannte Vize-Vereinschef Heiko Dräger „einen zu schmalen Kader“. Denn aufgrund von Ausbildung, Schwangerschaft und Verletzungen fielen binnen kurzer Zeit fünf Stammspielerinnen weg. Damit hätten dem Verein, der in den vergangenen Spielzeiten stets eine gute Rolle in der Meisterschaft und im Kreispokal spielte, für die neue Serie nur noch ein Spielerstamm von „elf, zwölf Spielerinnen des harten Kerns zur Verfügung gestanden“, wie der Vizechef sagte. Daher folgte nun als Konsequenz die Abmeldung.

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Damit verschwindet vorerst nicht nur ein traditioneller Frauenfußball-Standort in Brandenburg von der Bildfläche, sondern in der Frauen-Kreisliga Oberhavel/Barnim wird statt den geplanten elf Mannschaften, mit nur zehn Teams die Saison 2019/20 bestritten. Welche Auswirkungen der überraschende Rückzug der „Füchsinnen“ auf den Spielbetrieb hat, konnte Kathleen Werner, die Frauenfußball-Beauftragte des Fußballkreises Oberhavel/Barnim sowie Staffelleiterin Frauen-Kreisliga, auf SPORTBUZZER-Nachfrage noch nicht beantworten. „Da muss ich mir jetzt erst einmal einen Überblick verschaffen“, sagte Werner, die erst seit Juli im Amt ist.

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Zu diesem Zeitpunkt war der Rückzug der Fußballerinnen aus Falkenthal noch kein Thema. Doch in den „letzten zwei bis drei Wochen“, wie Heiko Dräger sagte, wurde der Kader dann immer kleiner und eine Entscheidung musste nun getroffen werden – diese fiel am vergangenen Wochenende und zwar für eine Abmeldung. „Dieser Schritt ist uns nicht einfach gefallen, nach dem wir etliche Jahren mit unseren Frauen auf Kreisebene aktiv waren. Wir hätten sie gerne am Leben erhalten“, sagte Dräger.

Durch die Abmeldung der Frauen verlieren aktuell auch einige Nachwuchsspielerinnen die Perspektive im eigenen Verein. Zwar spielen diese noch in Mixed-Mannschaften bei den Jungen mit, sollten aber in Zukunft bei den Damen spielen. Nach Vereinsangaben soll es aber nur ein einjähriges Fernbleiben aus dem Spielbetrieb werden. Nächste Saison soll es bei den Frauen in Falkenthal dann wieder heißen: „Einmal Fuchs, immer Fuchs.“ Dann eventuell mit einem Neustart im Ligabetrieb.


Nachgefragt... bei Diana Issa: "Hart, aber vernünftig"

Wann und wie haben Sie von der Abmeldung erfahren?

Diana Issa, Spielerin der Falkenthaler Füchse: „Der Impuls ging von uns Spielerinnen aus, da wir einfach keine Mannschaft Woche für Woche hätten stellen können. Aufgrund von Schwangerschaft und Verletzung wurde der Kader für die Spielzeit 2019/20 immer kleiner. Ich hoffe aber, dass es keine generelle Abmeldung der Frauenmannschaft der Füchse ist, sondern nur eine kurzzeitige Pause. 

Das bedeutet?

„Wir waren 15 Jahre ununterbrochen im Spielbetrieb und wollen kommende Saison wieder dabei sein. Die Pause ist zwar eine harte, aber auch vernünftige Entscheidung. So können wir uns neu aufstellen.“

*Wie sieht ihre persönliche Zukunft aus? *

„Ich werde die Saison über eine Pause einlegen, auch wenn es schon einige Anfragen von anderen Vereinen gab. Wir als Falkenthaler Füchse wollen aber einmal in der Woche gemeinsam trainieren, um weiter in Form zu bleiben und den Kontakt zu halten. Dann ist es auch einfacher, nächste Saison wieder an den Start zu gehen. Generell ist es aber jeder Spielerin selbst überlassen, wie sie die kommende Saison gestaltet.“

Die Entwicklung des Frauenfußballs stagniert in Deutschland in den vergangenen Jahren. Wie sehen Sie die Entwicklung direkt vor Ort?

Es wird mittlerweile immer schwieriger für die Teams, Spielerinnen zu bekommen und zu finden. Es ist nicht einfach.