20. Januar 2020 / 21:43 Uhr

Zweiter Schlichtungsversuch gescheitert: Marco Vorbeck weist Vorwürfe des SV Babelsberg 03 zurück

Zweiter Schlichtungsversuch gescheitert: Marco Vorbeck weist Vorwürfe des SV Babelsberg 03 zurück

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
SVB-Trainer Marco Vorbeck.
Die Anschuldigungen des SVB-Vorstands an den ehemaligen Babelsberg-Trainer will dieser nicht so stehen lassen. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Am Montag nannte Babelsbergs Vorsitzender Archibald Horlitz vor dem Potsdamer Arbeitsgericht erstmals Gründe für die fristlose Entlassung des Ex-Profis Mitte November - der 38-Jährige selbst war beim Termin nicht anwesend.

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Der zweite Schlichtungsversuch zwischen Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 und seinem Mitte November fristlos entlassenen Trainer Marco Vorbeck vor dem Potsdamer Arbeitsgericht ist am Montag gescheitert. Nachdem der SVB-Vorsitzende Archibald Horlitz in der Vergangenheit bei der Nachfrage nach den Gründen für die Entlassung des 38-jährigen Fußball-Lehrers nur darauf verwies, dass diese trotz der schlechten Bilanz „keine sportlichen“ seien, benannte er vor dem Richter Ross und Reiter.

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„Das fiel mir noch immer schwer, aber wenn ich vor Gericht dazu aufgefordert werde, habe ich dem nachzugehen.“ So habe der erst im vergangenen Juni als Nulldrei-Trainer installierte Vorbeck gegenüber Mitgliedern der Mannschaft und des Trainerstabes unter anderem „anzügliche Fotos“ gezeigt und sich zudem „in äußerst unangemessener Form“ über ein weibliches Gremiums-Mitglied des Vereins geäußert. Ein vom SVB vorgeschlagenes Angebot das Gehalt von Vorbeck, dessen Vertrag am Babelsberger Park bis zum 30. Juni 2021 läuft, zumindest bis zum 31. Dezember 2019 weiterzuzahlen, sei von Vorbeck abgelehnt worden.

In Bildern: Von Hermann Andreev bis Predrag Uzelac: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003.

Von Hermann Andreev bis Marco Vorbeck: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003. Zur Galerie
Von Hermann Andreev bis Marco Vorbeck: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003. © Jan Kuppert

Sofern die vom Tabellenvorletzten der Regionalliga erhobenen Vorwürfe belastbar sind und von Zeugen bestätigt würden, habe der Verein laut Archibald Horlitz gute Aussichten, mit seiner fristlosen Kündigung, die der Kiezclub aussprach, nachdem der Mannschaftsrat den Vorsitzenden auf die Verfehlungen des Ex-Coaches angesprochen hatte, erfolgreich zu sein. Vorbeck selbst fehlte am Montag trotz persönlicher Vorladung unentschuldigt.

Auf SPORTBUZZER-Nachfrage wies Ex-Profi Vorbeck (unter anderem Hansa Rostock, Dynamo Dresden, FC Augsburg) die erhobenen Vorwürfe am Montagabend als „nicht wahr“ und die getätigten Aussagen als „aus dem Zusammenhang gerissen“ zurück. „Ich habe es definitiv nicht darauf angelegt, rausgeschmissen zu werden.“ So kam er trotz der sportlich schlechten Bilanz von nur einem Sieg in 15 Pflichtspielen „mit dem Großteil der Mannschaft“ gut klar. Zu seinem Fehlen am Montag sagte er, dass er zum einen krank sei und zum anderen keine Anwesenheitspflicht geherrscht hätte. Er werde jetzt „juristisch gegen die Aussagen vorgehen“, da der Verein aus seiner Sicht versuche, sein „Image zu zerstören, da ich nicht auf seine Forderungen eingehe“. Die ordentliche Sitzung vor dem Arbeitsgericht wurde vom Richter derweil für den 15. Juni angesetzt. Eine außergerichtliche Einigung bis dahin scheint ausgeschlossen.