12. Dezember 2019 / 20:52 Uhr

Arbeitssieg! Recken gewinnen in Ludwigshafen - Olsen muss verletzt raus

Arbeitssieg! Recken gewinnen in Ludwigshafen - Olsen muss verletzt raus

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Willensstärke: Fabian Böhm setzt sich durch.
Willensstärke: Fabian Böhm setzt sich durch. © imago images/foto2press
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Spielerisch war das wenig, aber am Ende setzen sich die Recken in Ludwigshafen durch. Die TSV Hannover-Burgdorf gewinnt mit 26:24 beim Tabellenvorletzten. Bitter: Spielmacher Morten Olsen verletzte sich und musste die zweite Halbzeit von der Bank aus verfolgen.

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Das ist gerade noch gutgegangen für die TSV Hannover-Burgdorf. Die Recken, die zuletzt in der Handball-Bundesliga und im Pokal große Siege gegen Mannheim und Berlin gefeiert hatten, bekamen bei der Pflichtaufgabe bei den Eulen Ludwigshafen gerade noch die Kurve. Mit 26:24 (10:11) setzten sich die Hannoveraner durch, die zwei Punkte wurden erst in den letzten drei Minuten perfekt gemacht.

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Diese hart erarbeiteten Pluspunkte bringen die TSV auf den dritten Rang, da die Konkurrenz aus Kiel, Mannheim und Melsungen überraschend federn ließ. Überschattet wurde der Erfolg durch die Verletzung von Regisseur Morten Olsen am kleinen Finger, er musste früh aus der Partie.

Ortega wird laut

In der 17. Minute platzte Trainer Carlos Ortega der Kragen: „Wir gehen nicht 100 Prozent, wir sind viel zu entspannt“, schimpfte der Recken-Coach. Es schien, dass er mit dieser Tirade die Hannoveraner aus der Anfangs-Lethargie wecken wollte, die vor allem in der Offensive herrschte. Und er sprach insbesondere seinen Landsmann Cristian Ugalde an. „Das ist kein bisschen überraschend“, herrschte Ortega den Linksaußen an.

Das sind die nächsten Spiele der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2019/20

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28. Spieltag: SG Flensburg-Handewitt (A), Donnerstag, 19. März 2020, 19 Uhr ©

Olsen verletzt sich am Finger

4:6 lagen die Hannoveraner zu diesem Zeitpunkt in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle hinten. Ortegas Wutausbruch hatte zunächst sogar die gegenteilige Wirkung – auch weil der zuletzt überragende Morten Olsen nach einem Schlag fortan zunächst mit dick bandagierter Hand und dann einem Tape auf der Bank saß. Der kleine Finger schmerzte zu stark und wurde noch während der Partie medizinisch versorgt

Die Recken bissen sich an der Abwehr der Ludwigshafener fest. Und kamen sie einmal durch, stand im Eulen-Tor der 42-jährige Gorazd Skof. Der Slowene hatte mit 50 Prozent gehaltener Bälle, inklusive zweier Siebenmeter von Ilija Brozovic und Olsen, einen Riesenanteil an der überraschenden 11:6-Führung des Tabellenvorletzten nach 27 Minuten.

Recken kommen zurück

Ludwigshafen büßte im Gefühl dieses Vorsprungs die eigene Bissigkeit aber etwas ein – und gab den Recken die Möglichkeit, ins Spiel zurückzukehren. Sie nutzten diese Einladung gnadenlos, so war nach vier Treffern in Folge der Pausenrückstand mit 10:11 erträglich. „Wir haben uns in den ersten 30 Minuten sehr schwer getan“, sagte Recken-Kapitän Fabian Böhm. „Erst nach dem Wechsel wurden wir ruhiger und standen besser.“

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Skof überzeugt bei den Eulen

37 Minuten dauerte es, bis Hannover der 15:15-Ausgleich gelang. Ludwigshafen baute in der Offensive ab und hatte defensiv nicht mehr ganz den Zugriff der ersten Halbzeit, obwohl Skof weiterhin im Tor glänzte. Der Einbruch der Gastgeber, den es zuletzt häufiger nach dem Wechsel gab, blieb aber zunächst aus. Die Eulen schraubten ihren Vorsprung elf Minuten vor dem Ende wieder auf drei Tore (22:19).

Erste Führung kurz vor Schluss

Doch die Recken kämpften auch: Fabian Böhm gelang die erste Gästeführung (23:22) in der 57. Minute. Dann stellten ein weiteres Böhm-Tor sowie Treffer des besten Recken-Schützen Timo Kastening (neun Tore) und von Nejc Cehte den hannoverschen Erfolg sicher. „Es war der absolute Wahnsinn“, sagte Kastening. „Wir haben unglaublich gefightet.“

Arena-Ärger erst 2020 vor Gericht

Das Landgericht Verden hat die Entscheidung über die Auseinandersetzung zwischen den Recken und Günter Papenburg, Eigner der Tui-Arena, verschoben. Der für heute angesetzte Termin wurde laut dem Landgericht auf den 24. Januar 2020 verlegt. Sowohl die Recken als auch Papenburg werfen sich gegenseitig vor, Verträge nicht erfüllt und Zahlungen nicht geleistet zu haben.