27. Mai 2019 / 18:06 Uhr

Ärger bei den 74-Frauen: NOFV verweigert Regionalliga-Zulassung

Ärger bei den 74-Frauen: NOFV verweigert Regionalliga-Zulassung

Nico Schmook
Märkische Allgemeine Zeitung
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Die Spielerinnen des FSV Babelsberg 74 (rote Trikots) sind nach der Entscheidung des NOFV am Boden zerstört. © Rene Teichmann
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Frauen-Landesliga: Die Fußballerinnen des FSV Babelsberg 74 bekommen nach dem sportlichen Aufstieg nicht die Zulassung für die Regionalliga Nordost. Der Ärger bei den Potsdamern ist groß.

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Besser hätte es für die Frauen des FSV Babelsberg 74 in dieser Saison sportlich nicht laufen können. Mit 19 Siegen in 19 Spielen wurden sie unangefochtener Meister in der Landesliga und am vergangenen Sonntag krönten sie sich mit einem 6:2-Erfolg zum dritten Mal in Folge zum Sieger des Brandenburg-Pokals. Damit nehmen sie auch im nächsten Jahr wieder am DFB-Pokal teil. Nun wird die glückliche Welt des Potsdamer Vereins aber erschüttert.

Grund ist ein Urteil des NOFV, das der Mannschaft untersagt, in der kommenden Saison - sollte sie in den Aufstiegsspielen erfolgreich sein - in der Regionalliga zu spielen. Die Begründung für den Entschluss des Fußballverbandes stößt auf Seiten der Babelsbergerinnen aber auf großes Unverständnis.

In Bildern: Babelsberg 74 besiegt Forst Borgsdorf deutlich mit 6:2 und gewinnt den Brandenburg-Pokal.

Nach dem letztjährigen Erfolg, gelingt den Frauen von Babelsberg 74 mit einem 6:2 gegen Forst Borgsdorf die Titelverteidigung des Brandenburg-Pokals und damit der Einzug in den DFB-Pokal. Zur Galerie
Nach dem letztjährigen Erfolg, gelingt den Frauen von Babelsberg 74 mit einem 6:2 gegen Forst Borgsdorf die Titelverteidigung des Brandenburg-Pokals und damit der Einzug in den DFB-Pokal. © René Teichmann

Laut NOFV müssen Vereine, die in der Regionalliga spielen, "mindestens eine D-Juniorinnen-Mannschaft nachweisen" und zusätzlich "mit einer B-Juniorinnen-Mannschaft am Jugendspielbetrieb des Spieljahres teilnehmen, in dem er selbst in der Regionalliga spielt", heißt es in der Begründung des NOFV-Sportgerichts. Diese Vorraussetzungen erfülle der FSV Babelsberg 74, laut Verband, nicht.

Für Trainer Ivo Ziemann ist dieses Begründung aber "schlichtweg falsch und sehr schwach." Denn: Die Babelsberger nahmen zwar nur mit einer Spielgemeinschaft, die im Nachweis der B-Jugend-Mannschaft nicht zählt, mit den Potsdamer Kickers am diesjährigen Spielbetrieb teil. Diese Mannschaft wird 74 aber im nächsten Jahr voll in den Verein eingliedern - und wäre somit eigentlich spielberechtigt für die Regionalliga. Der NOFV sieht das aber anders.

"Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar"

"Für uns ist diese Entscheidung, die anscheinend nur nach Willkür getroffen wurde, nicht nachvollziehbar. Da ging es in keinster Weise um das Sportliche und es gab keine Gleichbehandlung", ist Spielerin Mariko Thermann, die sich zusammen mit Ivo Ziemann mit dem Fall beschäftigte, sehr enttäuscht über das Urteil. Laut den Babelsbergern seien in der Vergangenheit schon Mannschaften für die Regionalliga zugelassen worden, die genau diese Zulassungsvorraussetzungen nicht erfüllten.

Dennoch wolle und müsse man beim FSV auf weitere rechtliche Schritte verzichten. "Das Risko, nochmal beim DFB zu klagen, ist einfach zu groß. Fällt die Entscheidung da gegen uns aus, müssen wir weitaus mehr Verfahrenskosten als jetzt tragen. Das wär für uns als Amateurverein kaum zu stemmen", erklärt Ziemann den Entschluss. Beim derzeitigen Verfahren hat der NOFV dem Pokalsieger mitgeteilt, dass er die Kosten (100 Euro) für das Verfahren alleine tragen muss. "Das macht mich nur noch sauer", ist der Trainer enttäuscht.