19. Juli 2020 / 18:34 Uhr

Ärger um neue Staffeleinteilung der 3. Handball-Liga: "Das ist nicht in Ordnung"

Ärger um neue Staffeleinteilung der 3. Handball-Liga: "Das ist nicht in Ordnung"

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
TSV-Trainer Heidmar Felixson ist nicht einverstanden mit der neuen Staffeleinteilung.
TSV-Trainer Heidmar Felixson ist nicht einverstanden mit der neuen Staffeleinteilung. © Debbie Jayne Kinsey
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Und plötzlich waren sie allein: Der Deutsche Handballbund (DHB) hat die Staffeln neu eingeteilt – sehr zum Ärger von Hannovers Drittligisten. Die 18er-Ligen bedeuten harte Belastungen, außerdem hat Burgdorf II keine Lokalderbys mehr.

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Trotz etlicher im Vorfeld diskutierter Modelle hielten die Spielplaner bei den Männern an vier Staffeln mit je 18 Teams fest. Der HSV, TuS Vinnhorst und Burgwedel wurden überraschend in den Nord-Westen verschoben. Dort spielen unter anderem OHV Aurich aus Ostfriesland, GWD Minden II und SG Menden Sauerland Wölfe aus Nordrhein-Westfalen. Hildesheim und die TSV Burgdorf II bleiben derweil in der Staffel Nord-Ost – mit Teams wie Hamburg Barmbek, Empor Rostock und DHfK Leipzig II.

Burgdorfs Trainer Heidmar Felixson findet deutliche Worte, er hat für den Wegfall der Derbys kein Verständnis: „Das ist nicht in Ordnung. Wir kommen alle vier aus der Region Hannover.“

Für HSV-Coach Robin John gibt’s nur einen einzigen Vorteil der Staffeleinteilung, die die DHB-Spielkommission verabschiedete: Testspiele in der Nähe. Am Wochenende riefen schon die Trainerkollegen Daniel Deutsch (1. VfL Potsdam) und Jürgen Bätjer (Eintracht Hildesheim) an. „Gegen beide können wir jetzt spielen, ohne uns auszuspionieren“, sagt John. Die Staffelgröße missfällt ihm umso mehr: „Wir haben keine Profis, das ist heftig.“

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Hoffen auf Spiele vor Zuschauern

Während Vinnhorst um den Aufstieg spielen könnte, aber vorerst tiefstapelt (Sportchef Nei Cruz Portela: „Im Westen gibt es viele starke Gegner“), erwartet Burgdorfs Trainer Felixson Abstiegskampf für seine Mannschaft. Die Gegner in der neu zusammengestellten Staffel seien ungleich schwerer als die der hannoverschen Nachbarn. Für den Isländer gibt es auch finanziell einen bitteren Beigeschmack angesichts der vielen weiten Fahrten: „Jeder Euro zählt.“

Das gilt unter den durch Corona veränderten Rahmenbedingungen für viele Vereine. Da die Spieltagseinnahmen einen wichtigen Faktor darstellen, legte der DHB den Start erst in den Oktober. „Ich hoffe, dass wir dann mit Zuschauern spielen können“, sagt Staffelleiter Andreas Tiemann. Los geht es am 3./4. Oktober, bis zum letzten Spieltag am 5./6. Juni warten das erste Mal 34 Partien auf die Teams. Jeweils vier Mannschaften steigen ab, so dass erst zur Spielzeit 2022/23 die Sollstärke von 64 Teams erreicht wird.

Obwohl bei den Frauen 60 statt 48 Vereinen spielen, wurde auf eine Erhöhung der Mannschaftszahl pro Liga verzichtet. Dafür gibt es eine fünfte Staffel. Der TV Hannover-Badenstedt und der Hannoversche SC finden sich künftig im Nord-Westen wieder. Es geht zum Beispiel nach Dortmund zum BVB II und zum VfL Oldenburg II. Badenstedt möchte auch gegen neue Gegner oben angreifen. Auch HSC-Trainer Thomas Löw spürt Vorfreude: „Wir haben das zweite Mal die Chance, uns in der 3. Liga zu beweisen. Auf geht’s.“