20. März 2022 / 17:27 Uhr

Ärgerlicher Leipziger Chancenwucher: RB nur 0:0 gegen Frankfurter Eintracht

Ärgerlicher Leipziger Chancenwucher: RB nur 0:0 gegen Frankfurter Eintracht

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig verzweifelte gegen Eintracht Frankfurt auch an der eigenen Chancenverwertung.
RB Leipzig verzweifelte gegen Eintracht Frankfurt auch an der eigenen Chancenverwertung. © IMAGO/Jan Huebner/Picture Point LE (Montage)
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Gelegenheiten hatte die Tedesco-Elf genügend. Aber entweder fehlte der letzte Pass oder die Leipziger Kicker wollten den Ball ins Netz tragen. Die Folge: Gegen Eintracht Frankfurt steht für RB am Ende nur ein 0:0 zu Buche. Damit treten die Sachsen in der Bundesliga auf der Stelle.

Leipzig. Die Ineffektivität ist zurück bei RB Leipzig. Gegen Eintracht Frankfurt waren die Sachsen am Sonntag bis auf wenige Szenen das spielbestimmende Team, erarbeiteten sich zahlreiche Chancen und mussten am Ende doch mit einem angesichts der Kräfteverhältnisse enttäuschenden 0:0 leben. Vor 43.058 Zuschauern konnte RB damit die Punktverluste der Bundesliga-Konkurrenten Freiburg und Hoffenheim vom Vortag nicht nutzen.

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Überlegen ja, zwingend nein

Dürfen Emil Forsberg und Dani Olmo mal gemeinsam von Beginn an ran? Domenico Tedesco beantwortete die Frage negativ, ließ den Schweden, der beim 6:1 in Fürth zwei Tore vorbereitet und eins erzielt hatte, draußen. Statt dessen startete der Spanier. Lukas Klostermann, der zuletzt über muskuläre Probleme klagte, schaffte es nicht in den Kader. Auf rechts bekam Benjamin Henrichs die Chance. Frankfurts Trainer Oliver Glasner ändert seine in der Europa League gegen Betis Sevilla erfolgreiche Startelf nur auf einer Position. Für den gelbgesperrten Djribril Sow rückte Sebastian Rode in das zentrale Mittelfeld neben Kristijan Jakic. Filip Kostic, vor der Partie fraglich und mit seinen Flanken so wichtig für das Eintracht-Spiel, wurde rechtzeitig fit.

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Sieg leichtfertig vergeben: Trotz einer Vielzahl guter Möglichkeiten kommt RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt nicht über ein torloses Remis hinaus. Zur Galerie
Sieg leichtfertig vergeben: Trotz einer Vielzahl guter Möglichkeiten kommt RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt nicht über ein torloses Remis hinaus. ©

In Szene setzen konnte er sich erst einmal nicht. Denn es waren die Hausherren, die die Partie bestimmten, die Frankfurter teilweise regelrecht nahe dem eigenen Sechzehner einschnürten. Doch genau dort, in der sogenannten Box, haperte es dann. Ungenaue Kopfbälle, Pässe in den Rücken statt in den Lauf oder mitten ins Gewühl statt mit dem Auge für den freien Mann. Auf diese Weise blieb Leipzigs zweifellos vorhandene Überlegenheit folgenlos.

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Leipziger Chancenwucher

Chancen gab es dennoch: Martin Hinteregger kratzte einen Versuch von André Silva von der Linie (22.), Keeper Kevin Trapp lenkte einen Fernschuss von Mohamed Simakan gerade noch an den Pfosten (26.), Konrad Laimer knallte den Ball aus rund 20 Metern ans Aluminium (41.), Christopher Nkunku traf schließlich (45.+2), wurde aber zurückgepfiffen. Abseits. Hätte der die Flane von Angelino auf Henrichs durchgelassen, wäre alles glatt gegangen. Der hatte noch einen Mann vor sich. Und die Eintracht? Die setzte mit Kontern Nadelstiche, ohne zu viel zu riskieren oder die Umschaltsituationen konsequent auszuspielen. Mit 0:0 ging es in die Kabinen.

An den Kräfteverhältnissen änderte sich nach Wiederanpfiff nichts. Frankfurt lief zunächst nicht mehr ganz so hoch an, stand kompakter. RB machte das Spiel – und vergab weiter Gelegenheiten zur Führung. Olmo, Nkunku und Laimer hatten aus verschiedenen Lagen Chancen und scheiterten. Das Leipziger Zusammenspiel im Sechzehner wirkte bisweilen zufällig, unabgestimmt, unkoordiniert. Auf der Gegenseite blieb es zudem gefährlich, wenn sich die SGE denn befreien konnte. Trotz Überlegenheit konnten sich die Hausherren zu keiner Zeit sicher fühlen.

Tedesco konnte damit nicht zufrieden sein. Nach 60 Minuten kam zunächst Forsberg für Kevin Kampl, 18 Minuten vor Schluss dann Yussuf Poulsen für Silva. Der Portugiese war gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber abgesehen von seinem Kopfball eher kein Faktor. Doch trotz der Wechsel blieb Leipzigs Grundproblem: der letzte Pass – oder, wenn der dann doch mal geklappt hatte, der Abschluss. RB machte sich das Leben selbst derart schwer, dass man sich als Fan der Hausherren die Haare raufen musste. Dabei blieb es bis zum Schluss.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi – Simakan, Orban, Gvardiol – Henrichs, Laimer (84. Haidara), Kampl (60. Forsberg), Angelino, Olmo (84. Szoboszlai) – Silva (72. Poulsen), Nkunku.

Frankfurt: Trapp – Tuta, Hinteregger, Ndicka – Rode (46. Hrustic), Jakic, Knauff (80. Lenz), Kostic, Lindström (66. Hauge), Kamada (89. Ilsanker) – Borré (89. Lammers).

Tore: keine.

Zuschauer: 43.058.

Schiedsrichter: Christian Dingert.