29. März 2018 / 18:32 Uhr

Arm gegen Reich: Hannover 96 gegen RB Leipzig ist das Duell der Gegensätze

Arm gegen Reich: Hannover 96 gegen RB Leipzig ist das Duell der Gegensätze

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die teuersten Spieler beider Teams: Salif Sane (rechts) und Timo Werner.
Die teuersten Spieler beider Teams: Salif Sane (rechts) und Timo Werner. © imago/Christian Schroedter
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Am Samstag trifft Hannover 96 in der HDI-Arena auf RB Leipzig. Betrachtet man die Marktwerte beider Teams, sind große Unterschiede zu erkennen. RB hat einen Gesamtmarktwert von über 300 Millionen Euro, die Roten sind in dieser Statistik mit gerade einmal 64 Millionen Euro das Schlusslicht der Bundesliga.

Das Hinspiel hatte das Geld entschieden. „Da werden 120 Millionen eingewechselt. Wenn Naby Keita den Ball nimmt, das konnten wir dann nicht mehr verteidigen“, entschuldigte André Breitenreiter, dass seine Mannschaft in Leipzig 1:2 verloren hatte. 96 hatte lange geführt, dann wechselte Trainer Ralph Hasenhüttl mit Emill Forsberg und Keita seine Nobel-Marken ein.

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Am Sonnabend kommt es in Hannover wieder zum Duell Arm gegen Reich. Der Marktwert der Leipziger Mannschaft: 305 Millionen Euro, laut „Transfermarkt.de“. Damit hat RB die drittteuerste Mannschaft der Bundesliga nach den Bayern und Dortmund. 96 ist dagegen der Billiganbieter der Bundesliga – mit 64 Millionen Euro hat das Team den geringsten Marktwert vorzuweisen. „Überraschungen gibt’s immer“, meint 96-Chef Martin Kind, „aber sie haben eine unglaublich starke Mannschaft. Da wäre ich schon mit einem Unentschieden zufrieden.“

Für Kind „ist jedes der letzten sieben Spiele von großer Bedeutung“. Der 73-Jährige warnt: „Wenn wir uns nicht abhängig machen wollen von den Mannschaften, die unter uns stehen, müssen wir punkten.“

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Die Bilder aus dem Hinspiel zwischen RB Leipzig und Hannover 96:

Leipzigs Yussuf Poulsen (r) im Duell mit Hannovers Salif Sané. Zur Galerie
Leipzigs Yussuf Poulsen (r) im Duell mit Hannovers Salif Sané. ©

In Leipzig wird kein Geld verbrannt

Kind rechnet so: „Das Heimspiel gegen Bremen sollten wir dann gewinnen, denn wir brauchen noch vier bis sechs Punkte, um den Klassenerhalt zu sichern.“

Die Leipziger Erfolge schreibt Kind in erster Linie dem früheren 96-Aufstiegstrainer und jetzigen RB-Sportdirektor Ralf Rangnick zu: „Das ist Rangnicks Verdienst, er hat unglaublich professionelle Entscheidungen getroffen.“

Was Kind meint: Wenn Leipzig für viel Geld Spieler kauft, dann schlagen die auch ein. Da wird kein Geld verbrannt wie zum Beispiel in Wolfsburg. Keita etwa kam 2014 für 1,2 Millionen Euro aus Istres (Frankreich) zur Salzburger Filiale, 2016 dann für 24 Millionen nach Leipzig. Im Sommer holt ihn Jürgen Klopp für 75 Millionen Euro nach Liverpool.

Die neuen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 - und wie sie sich seit August 2018 verändert haben. (Stand: 22. Oktober 2018, Quelle: transfermarkt.de)

Michael Esser: 1,5 Millionen Euro (+ 500.000) Zur Galerie
Michael Esser: 1,5 Millionen Euro (+ 500.000) ©
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​"Vielleicht können wir das Delta verkleinern"

„Das ist die hohe Kunst“, sagt Kind, „das Geschäftsmodell beherrschen wir bisher nicht.“ Der Clubchef: „Unser Problem ist, dass wir seit 20 Jahren eine negative Transferbilanz haben.“ Der 96-Chef hofft jedoch: „Heldt kann es hinbekommen, dass wir künftig Erlöse erzielen.“

Manager Horst Heldt holt das verschobene Gespräch mit Aufsichtsrat Thomas Fischer von der Management GmbH nach. Damit steht fest: Heldt ist jetzt neuer 96-Geschäftsführer Sport. „Er handelt schon so“, bestätigte Kind.

Bei den Spielereinkäufen werden die reichen Leipziger Verhältnisse für Heldt un­erreichbar bleiben. „Vielleicht können wir das Delta verkleinern“, meint Kind, „alles andere ist unrealistisch.“ Ein bisschen weniger arm – mit diesem 96-Status muss Heldt planen.