14. Juni 2021 / 16:11 Uhr

Armand Ligouis und Björn Beutke: Französische Wurzeln und eine kernige Auslandserfahrung

Armand Ligouis und Björn Beutke: Französische Wurzeln und eine kernige Auslandserfahrung

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Armand Ligouis (l., kl. Foto mit Freundin Zuzanna) drückt den Franzosen die Daumen, während es Björn Beutke (r., kl. kleines Foto in einem französischen Renault-Werk) mit der DFB-Elf hält.
Armand Ligouis (l., kl. Foto mit Freundin Zuzanna) drückt den Franzosen die Daumen, während es Björn Beutke (r., kl. kleines Foto in einem französischen Renault-Werk) mit der DFB-Elf hält.
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Für den Potsdamer Armand Ligouis und Björn Beutke aus Königs Wusterhausen ist der EM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft ein besonderes Spiel.

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Armand Ligouis (l., kl. Foto mit Freundin Zuzanna) drückt den Franzosen die Daumen, während es Björn Beutke (r., kl. kleines Foto in einem französischen Renault-Werk) mit der DFB-Elf hält.
Armand Ligouis (l., kl. Foto mit Freundin Zuzanna) drückt den Franzosen die Daumen, während es Björn Beutke (r., kl. kleines Foto in einem französischen Renault-Werk) mit der DFB-Elf hält. © M. Hundt/K. Päplow/Privat

Es ist ein Fußball-Klassiker, auf den sich millionen Fans freuen: Dienstagabend (21 Uhr/ZDF) startet die deutsche Nationalmannschaft in München mit einem Heimspiel gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich in die Europameisterschaft. Ein echter Gradmesser für die Jungs von Joachim Löw, der sich bei seinem letzten Turnier als Bundestrainer mit dem Titel verabschieden will.

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Geht es nach Armand Ligouis, erhält er dabei zum Auftakt direkt einen Dämpfer. „Ich tippe auf ein 2:1 für Frankreich“, sagt der in Potsdam lebende Lehramtsstudent. Als Sohn französischer Eltern ist er zwar in Tübingen (Baden-Württemberg) geboren, fühlt sich aber „mehr als Franzose denn als Deutscher“. Daher drückt er zum EM-Start auch der Equipe Tricolore die Daumen. „Die Mannschaft braucht sich mit ihrer Qualität vor niemandem zu verstecken. Alles andere als der EM-Titel wäre eine Enttäuschung.“ Der 25-Jährige wechselt zur neuen Saison innerhalb der brandenburgischen Landeshauptstadt von Grün-Weiß Golm (Landesklasse West) zu Fortuna Babelsberg (Landesliga Nord).

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Im Oktober 2019 kam Ligouis – der Großteil seiner Familie lebt noch in Frankreich – nach Potsdam. Seitdem wusste er in den absolvierten Punktspielen im Offensivbereich mit Tempo und Technik zu überzeugen. Im Vergleich zum französischen Amateurfußball, den er während eines Auslandssemesters ebenfalls kennengelernt hat, sei der in der Mark „mehr von Taktik geprägt. In Frankreich sind die Spieler hingegen technisch alle sehr gut ausgebildet. Da könnte der Innenverteidiger problemlos im Sturm spielen“, meint der Fan des französischen Traditionsvereins Olympique Marseille. „Ich bin seit meinem achten Lebensjahr Anhänger von OM. Damals hat mir meine Oma ein Strandhandtuch vom Verein geschenkt.“ Die Begegnung heute Abend wird er zusammen mit seiner Freundin Zuzanna und einigen Kumpels gucken. Seiner „Außenseiterrolle“ sei er sich dabei bewusst, glaubt aber fest an einen Sieg seiner „Les Bleus“, bei dem es ihm vor allem Antoine Griezmann angetan hat. „Ein richtig guter Spieler und sympathischer Typ.“

"Drücke natürlich Deutschland die Daumen"

Björn Beutke hat hingegen auf einen 2:1-Erfolg für die DFB-Elf getippt. „Ich glaube, dass das DFB-Team die Kurve bekommen und mit Wille sowie Leidenschaft überzeugen wird“, erklärt der 33-Jährige, der seit der D-Jugend das Trikot des FSV Eintracht Königs Wusterhausen (Landesklasse Ost) trägt. Unterbrochen wurde diese Zeit nur von einem dreijährigen Auslandsaufenthalt in Frankreich, wo der zweifache Familienvater von 2013 bis 2016 berufsbedingt lebte.

„Damals habe ich dort auch zwei Saisons Fußball gespielt“, sagt der Fan von Bundesligist Borussia Dortmund. An die Zeit im Nachbarland hat der im Qualitätsmanagement in der Automobilbranche tätige Beutke nur gute Erinnerungen. „Ich wurde dort super aufgenommen und habe mich sehr wohl gefühlt. Jetzt drücke ich aber natürlich Deutschland die Daumen.“

Mit Blick auf die größten Unterschiede zwischen dem Amateurfußball in beiden Ländern sagt der Defensivspieler. „Die Franzosen habe ich deutlich kerniger in Erinnerung. Die hatten auch auf Amateurniveau alle richtig Power und waren zudem top am Ball.“ Beim Umgang mit den Schiedsrichtern hätte es allerdings noch Nachholbedarf gegeben. „Da war ich zum Teil echt erschrocken, wie wenig Respekt den Unparteiischen entgegengebracht wurde. Das kann man sich hier zum Glück nicht vorstellen.“