26. Juni 2020 / 13:20 Uhr

Aufsteiger Arminia Bielefeld beendet Werbevertrag mit Tönnies-Firma - "aktuelle Ereignisse" als Auslöser

Aufsteiger Arminia Bielefeld beendet Werbevertrag mit Tönnies-Firma - "aktuelle Ereignisse" als Auslöser

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aufsteiger Arminia Bielefeld lässt die Zusammenarbeit imt Fleischfabrikant Clemens Tönnies auslaufen.
Aufsteiger Arminia Bielefeld lässt die Zusammenarbeit imt Fleischfabrikant Clemens Tönnies auslaufen. © imago images/Noah Wedel/Revierfoto (Montage)
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Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik steht Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies beim FC Schalke 04 hart in der Kritik. Doch nicht nur bei S04 ist Tönnies involviert: Wie Arminia Bielefeld am Freitag bekannt gab, beendet der Aufsteiger die Zusammenarbeit mit dem Unternehmer.

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Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld wird die Partnerschaft mit dem Fleischkonzern Tönnies nach dem dortigen großen Corona-Ausbruch beenden. Das bestätigte der Klub auf Anfrage. "Der Werbevertrag mit dem Unternehmen Tönnies wird zum Ende dieser Spielzeit auslaufen“, hatte die Arminia zuvor der Neuen Westfälischen erklärt: "Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen."

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Tönnies ist seit Juli 2019 offiziell Partner des Zweitliga-Meisters. Über das genaue Engagement des Unternehmens ist nichts bekannt. Es gehört allerdings nicht zum "Bündnis Ostwestfalen", dem Zusammenschluss von Unternehmen, das Arminia aus einer prekären finanziellen Lage geholfen hat. In einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies wurden in den vergangenen Tagen mehr als 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet, was zu deutlicher Kritik an dem Unternehmen und einem regionalen Lockdown führte.

Schalke-Fans wollen Tönnies mit Protesten aus dem Aufsichtsrat drängen

Tönnies ist im deutschen Fußball vor allem als Vorsitzender des Aufsichtsrats beim FC Schalke 04 bekannt. Auch beim Bundesligisten steht der 64-Jährige aktuell heftig in der Kritik. Fans der Königsblauen brachten ihren Unmut über Tönnies in den vergangenen Tagen mit Plakaten in der Stadt Gelsenkirchen zum Ausdruck. Zudem ist für Samstag eine Menschenkette unter dem Motto "Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins" am Schalker Vereinsgelände geplant. Die Veranstalter hoffen, ein Ende von Tönnies Engagement im Aufsichtsrat zu erwirken.

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Protest-Organisatorin: Aktuelle Tönnies-Thematik "riesiger Imageschaden"

"Jedes Mal", wenn über die Vorkommnisse bei Tönnies-Fleisch berichtet werde, heiße es: "Tönnies, der Schalke-Boss", erklärte die Mit-Organisatorin der Proteste, Katarina Strohmeyer, die Kritik gegenüber der Welt. Das sei ein "riesiger Imageschaden", kommentierte Strohmeyer. Neben der aktuellen Situation rund um den Corona-Ausbruch kritisierte sie aber auch, dass Tönnies als Aufsichtsratsboss vermeintlich seine Befugnisse überschreite: "Als Aufsichtsratsvorsitzender hat er zwar die grobe Richtung und eine langfristige Linie vorzugeben, sich aber ansonsten aus der Arbeit des Vorstandes herauszuhalten. Das tut er aber nicht. Ständig mischt er sich ein", so Strohmeyer.