17. Mai 2019 / 06:03 Uhr

Arnd Zeigler vor dem Match Werder Bremen gegen RB Leipzig: „Ich bin Fußball-Liebhaber und Fan“

Arnd Zeigler vor dem Match Werder Bremen gegen RB Leipzig: „Ich bin Fußball-Liebhaber und Fan“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
25.03.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg (Bündnis 90/Die Grünen, l-r), Moderator Arnd Zeigler und Jürgen Klinsmann, ehemaliger Fußball-Bundestrainer, nehmen im Theaterhaus an einem Gespräch teil. Kretschmann und Klinsmann unterhielten sich unter anderem über das Thema Heimat. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Arnd Zeigler wünscht dem FC Bayern München zwar den Meistertitel, im DFB-Pokalfinale hofft er aber auf einen Sieg von RB Leipzig. © dpa
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Im Interview spricht Arnd Zeigler über das letzte Saisonspiel zwischen Werder Bremen und RB Leipzig, das DFB-Pokalfinale in Berlin und  „Zeiglers wunderbare Welt des Fußball“.

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Bremen. Radio- und TV-Moderator, Stadionsprecher bei Werder Bremen und seit eineinhalb Jahren in Sachen Fußball mit Bühnenprogramm unterwegs. Der omnipotente Arnd Zeigler, 53, und Bremer des Jahres 1997, über seine vielfältigen Talente, das legendäre WDR-Format „Zeiglers wunderbare Welt des Fußball“, das Bundesligaspiel seiner Bremer gegen RB Leipzig (Sonnabend, 15.30 Uhr), den Fall des Kingsley Coman, das Cupfinale in Berlin und König Otto Rehhagel. Am nächsten Dienstag geht Zeigler knackige 120 Minuten lang „Dahin, wo es wehtut“ – in den Blauen Salon am Leipziger Markt. Bisher haben ihm dabei über 50 000 Besucher zugesehen.

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RB Leipzig - SV Werder Bremen 3:2 ©

Sie sind an vielen Fronten aktiv und erfolgreich. Jetzt auch mit eigenem Bühnenprogramm „Dahin, wo es wehtut“ – Zeiglers wunderbare Welt live on stage. Stimmt es, dass Sie von Ihrer Agentur vor eineinhalb Jahren vor vollendete Tatsachen gestellt wurden?

Ja, die haben mir irgendwann gesagt, dass sie eine Tour für mich zusammengestellt haben und dass das Ganze in Hamburg startet. In Hamburg. Als Werder-Fan.

Das dürfte nicht Ihr einziges Problem gewesen sein. Bevor es auf die Bühne ging, standen jede Menge Fragezeichen in der Tiefe des Raumes.


Allerdings. Ist das, was ich auf der Pfanne habe, abendfüllend? Will mich außerhalb Bremens überhaupt jemand sehen? Die Leute zahlen Eintritt, also muss ich gut sein. Und dann stand ich eines Tages da. In Hamburg. Vor 400 Menschen. Und nach zwei Minuten wusste ich: Das ist es, das macht mir und den Leuten im Saal Freude. Ich stand drei Stunden auf der Bühne, es war ein total schöner und harmonischer Fußball-Abend. Inklusive Anregungen und Frotzeleien aus dem Publikum. Das Bühnenprogramm war das fehlende Puzzleteil in meinem Berufsleben.

Würden Sie sich als Fußball-Liebhaber bezeichnen?

Liebhaber und Fan. Ich darf in meinen Sendungen und auf der Bühne subjektiv sein. Das Fan-Sein hat eine erklärbare und eine völlig irrationale Seite. Man ärgert sich über Anstoßzeiten, 200-Millionen-Ablösen, Kommerz – und verliert trotzdem nie den Spaß am Fußball. Da muss also auf der Habenseite eine Menge mehr sein.

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Tauchen Sie den Leipziger Blauen Salon am Dienstag in die Club-Farben der hiesigen Clubs?

Einen Bezug zum Leipziger Fußball wird es sicher geben.

Wie wäre es mit dem Gespräch Zeigler/Zeigler in Sachen Red Bull und Fußball? Wie schon in Ihrer Sendung: Der eine Zeigler würde die Dose gerne Vollspann nehmen, der andere nimmt einen beherzten Schluck aus selbiger.

Ja, das Video ist ein Kandidat für Dienstag. Wir sind beim Finetuning, haben tief in den Archiven gegraben und vom Archivar einiges über den DDR-Fußball ausgraben lassen. Ich muss das erst noch sichten. Mal sehen, ob ich davon etwas einbaue.

Im Video reiben Sie sich an der Entstehungsgeschichte und der nicht vorhandenen Fan-Mitbestimmung bei RB. Gibt es etwas, was Ihr Herz in Sachen RB erweichen könnte?

Mein Freund Sebastian Krumbiegel schickt mir ständig Fotos aus dem Stadion, schwärmt von der wunderbaren Stimmung und den friedliebenden Fans. Bei allen Vorbehalten gegenüber diesem Verein, die man nun einmal haben kann, respektiere ich natürlich die Sehnsucht und den Hunger der Leipziger nach Profifußball. Und gut zuschauen kann man den Roten Bullen auch. Unser Spiel in Leipzig war klasse, leider haben wir verloren (2:3; die Red.).

Bremen spielt am Samstag wie gegen Leipzig?

Leipzig und Stuttgart sind die einzigen Vereine, bei denen der Tabellenplatz zementiert ist. Ich hoffe, dass die Leipziger daran denken und nicht bis an die Zähne bewaffnet bei uns auflaufen. Wir gewinnen 2:1 und qualifizieren uns für die Europa-League-Quali. Das wäre aktuell mein Plan.

Quali kommt von Qual, Herr Zeigler, kein Mensch will in die Europa-League-Quali.

Wir schon, wir hätten auch gegen einen rumänischen Mittelklasse-Verein eine volle Hütte.

Im Weser-Stadion ist unlängst Kingsley Coman nahezu böse umgesäbelt worden. Es gab Elfer, Werder flog aus dem DFB-Pokal. Sie wünschen wahrscheinlich Leipzig den Pokal-Sieg.

Ja, tue ich. Auch weil ich davon ausgehe, dass die Leipziger danach im Sportschau-Club für mehr Wellen sorgen als die Bayern nach ihrem 624. Titel.

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29.07.2011: Regionalligist RB Leipzig gibt sein Debüt im DFB-Pokal. Und was für eins! Zu Gast ist Bundesligist VfL Wolfsburg. Der haushohe Favorit fährt geschlagen nach Hause. 3:2 gewinnen die Leipziger. Held des Abends ist Daniel Frahn, der alle drei Tore erzielt. ©

Meister wird?

Dem Niko Kovac würde ich es gönnen, dem BVB aber auch.

Welche Spieler Ihres Herzblattes Werder haben bei Ihnen bleibenden Eindruck hinterlassen?

Ich mochte Wynton Rufer sehr. 88 Minuten ohne Bock, dann zwei Tore, Abpfiff und Dankeschön. Unser aller Gott hier in Bremen ist für alle Zeiten Johan Micoud. Marko Arnautovic war auch klasse.

Der Mann mit dem Nagel im Kopf?

Ja, der. Er war anders als andere. Diese Jungs sind mir sehr nah, ich tick’ ja auch nicht ganz rund.

Otto Rehhagel konnte Journalisten leiden wie ein fliehendes Kinn. Hatten Sie einen Königsweg zu König Otto?

Ich habe mit ihm ein längeres Interview zu seinem 80. Geburtstag geführt. Er war entspannt, steht jetzt über den Dingen. Früher war er anders, hatte zeitweise im Umgang mit den Medien fast paranoide Züge.

Ihre wunderbare Welt des Fußballs hat Kultstatus. Das war nicht immer so.

Am Anfang sind wir sonntags um 0.15 Uhr auf Sendung.

Also montags im Morgengrauen.

Ja. Die Quote war ebenfalls grauenhaft. Aber es wurde alles immer besser. Sendezeit, Wiedererkennungswert, Quote. Wir freuen uns des Lebens, sind bester Gesundheit, haben viel Spaß mit der Sendung.

Dieter Schatzschneider, Ansgar Brinkmann & Co.: Bei Ihren Bühnenauftritten holen Sie sich immer wieder Verstärkung. Haben Sie schon einen Leipziger, eine Leipzigerin auserkoren?

Sebastian Krumbiegel kann leider nicht. Lassen Sie sich überraschen.