25. Februar 2021 / 19:13 Uhr

Arne Steltner verbrachte seine sportlich beste Zeit beim TSV Lägerdorf

Arne Steltner verbrachte seine sportlich beste Zeit beim TSV Lägerdorf

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Zeitungsausschnitt vom 02. Mai 1997.
Zeitungsausschnitt vom 02. Mai 1997. © hfr
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Der Sportbuzzer blickt zurück auf die Karrieren regionaler Fußballgrößen. Heute richtet sich unser Fokus auf Arne Steltner, der seine Fußballschuhe für den Rendsburger TSV, den TSV Groß Vollstedt, den TSV Lägerdorf, den TSV Lütjenwestedt, den Osterrönfelder TSV und den TSV Altenholz schnürte.

Die Anlagen hatte er. Einen starken linken Fuß, eine ausgefeilte Technik und eine ausgezeichnete Spielübersicht. Niemand hätte sich gewundert, wenn aus ihm ein Profifußballer geworden wäre. Doch soweit sollte es nicht kommen. Erfolge feierte der heute 48-Jährige dennoch. Arne Steltner stieg nicht nur mit dem TSV Lütjenwestedt zwei Mal in Folge auf. Er kickte auch für den Rendsburger TSV und für den TSV Lägerdorf in der Oberliga und erlebte dort nicht wenige Höhepunkte.

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Arne Steltner begann mit vier Jahren beim TuS Neu Steilshoop in Hamburg das Fußballspielen, ehe seine Eltern nach Rendsburg umzogen und der damals Siebenjährige beim TuS Rotenhof dem Leder hinterherlief. Ab der B-Jugend kickte Arne dann leistungsorientiert beim Rendsburger TSV in der Landesliga, ehe Holstein Kiel auf sein Können aufmerksam wurde. Als A-Jugendlicher wechselte der heutige Erzieher zusammen mit Henning Hardt zu den Störchen. „Wir spielten damals in der Regionalliga. Bei den Auswärtsfahrten war das schon ganz schön aufwendig. Halb drei Uhr nachts aufstehen. Dann Henning in Sehestedt abholen und weiter zum Spiel gegen Hannover 96 oder Werder Bremen. Der Zeitaufwand war schon enorm. Auch vom Training her. Mit meinem Beruf passte das nicht zusammen. Schließlich bin ich nach einem halben Jahr wieder zurück zum RTSV gegangen“, berichtet Steltner, der auch sein erstes Herrenjahr beim Verbandsligisten in Rendsburg absolvierte.

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„Da blieb ich dann aber auch nicht lange. Ich kam mit dem Trainer Gerd Schröder nicht zu Recht. Ein sehr guter Trainer. Ohne Frage. Aber ich war eben nicht ganz so einfach“, erinnert sich der offensive Mittelfeldspieler, der dann zum TSV Groß Vollstedt wechselte. Kurze Zeit später kam es zu einem Testspiel gegen Rendsburg. Steltner drückte dem Spiel seinen Stempel auf, schoss zwei Tore und führte Groß Vollstedt zum 3:1-Erfolg. „Inzwischen war Klaus Schade Trainer beim RTSV. Der hat mich wieder zurückgeholt“, erinnert sich der 1.87-Meter große Freistoßspezialist, der die nächsten acht Jahre am Nobiskrug verbringen sollte. Zusammen mit Arne Rühmann und Olaf Lehmann hatte der RTSV eine starke Truppe.

Aber der Aufstieg gelang nie. Auch nicht 1994, als es um die Qualifikation für die Oberliga HH/SH ging. Als Neunter wurde der Sprung in die höhere Klasse um einen Rang verpasst. Ein Jahr später reichte dem RTSV auch ein dritter Platz nicht. Nur die ersten beiden konnten aufsteigen. „Das war schon eine spannende Saison. Es ging in jedem Spiel um sehr viel“, erinnert sich Steltner, der damals 22 Jahre alt war, an ein Erlebnis, dass ihn heute noch bewegt. „Wir spielten gegen den Top-Favoriten Nord Harrislee. Gleich zu Anfang spielte ich einen Rückpass. Der war aber zu kurz. Christian Neidhart schnappte sich den Ball, und schon stand es 0:1. Und das durch meinen Fehler. Da lief dann schon die ein oder andere Träne. Doch Thomas Kühl und Özcan Altin sprachen mir Mut zu. Das hat mir schon sehr geholfen. Nur wenig später hatte ich dann den Ball, startete von der Mittellinie ein Solo und schoss das 1:1. Am Ende gewannen wir das Spiel mit 5:3. Es war mit eines meiner schönsten Erlebnisse.“

Arne Steltner bekam Angebote vom TSV Altenholz und Holstein Kiel, mochte aber den Absprung nicht so Recht wagen. Ein mehrmonatiger Abstecher nach Altenholz. Das war es dann auch schon. „Die Mitspieler waren alle okay. Aber ich fühlte mich nicht so Recht wohl“, erinnert sich der heutige Familienvater, der im Jahr 2000 zusammen mit Arne Rühmann zum TSV Lägerdorf wechselte und dort seine sportlich beste Zeit verbrachte. Der Mittelfeldspieler fühlte sich in der dörflichen, familiären Struktur wohl, was nicht unwesentlich zum Leistungshoch beitrug. Nach zwei Jahren jedoch sollte eine neue Mannschaft aufgebaut werden, und der inzwischen 30-Jährige stand ohne Verein da. „Ich bin dann mit Arne Rühmann zum TSV Lütjenwestedt gewechselt. Da hat es mir von Beginn an gut gefallen. Und sportlich lief es auch. Wir sind zwei Mal hintereinander aufgestiegen und spielten schließlich in der Bezirksliga. Es waren sehr schöne Jahre. In Lütjenwestedt habe ich schließlich auch geheiratet, und von 2003 bis 2006 war ich dort Spielertrainer“, erinnert sich Arne Steltner, dessen Vertrag als Trainer danach nicht verlängert wurde. „Als Spieler hätte ich bleiben können. Aber das wäre schon komisch gewesen, wenn ich mir dann von einem anderen hätte etwas sagen lassen müssen, was ich vor wenigen Wochen noch selbst bestimmen konnte. Das ist schwer. Ich habe dann dort aufgehört.“

Der unfreiwillige Ruhestand hielt aber nur wenige Wochen an. Arno Lütje, Manager vom Osterrönfelder TSV, sicherte sich 2006 die Dienste des Mittelfeldspielers, der noch fünf Jahre beim OTSV und dort mit knapp 40 Jahren in der Liga-Mannschaft kicken sollte. „Hätte ich mein Leben in jungen Jahren im Griff gehabt, dann hätte mehr draus werden können. Das habe ich viel zu spät kapiert. Im Alter ist man schlauer. Aber ich habe sehr schöne Fußballjahre erlebt. Und ich habe meine Frau kennen gelernt und zwei tolle Kinder. Das sind doch die Dinge, die im Leben wirklich zählen.“