19. März 2020 / 17:02 Uhr

Arno Hoffmann: Der Mann, der Union Berlins Robert Andrich entdeckte

Arno Hoffmann: Der Mann, der Union Berlins Robert Andrich entdeckte

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Die ersten Schritte im Fußball machte Robert Andrich beim FV Turbine Potsdam. Hier ist der der 1994 geborene Andrich (l.) im Arsenal-Trikot mit seinem ersten Trainer, Arno Hoffmann, zu sehen.
Die ersten Schritte im Fußball machte Robert Andrich beim FV Turbine Potsdam unter Arno Hoffmann (r.). © Privat
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Kreis Havelland: Arno Hoffmann betreute als Nachwuchstrainer den heutigen Union-Star Robert Andrich.

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Arno Hoffmann hat früher als Dreher und als Fotograf gearbeitet. Doch der 82-Jährige hätte es auch als Trainer oder Talentscout zu etwas bringen können. Jahrzehntelang brachte der Potsdamer Kindern das Kicken bei. Drei seiner einstigen Schützlinge beim FV Turbine Potsdam haben es sogar in den Profifußball geschafft. „Darauf bin ich ein bisschen stolz, da wird mir warm ums Herz“, sagt Arno Hoffmann.

Am intensivsten verfolgt der rüstige Rentner den Weg von Robert Andrich. Der 25-Jährige ist in dieser Saison Stammspieler beim Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin. Über den Nachwuchs von Hertha BSC, Dynamo Dresden, den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Heidenheim hatte der Mittelfeldspieler Anlauf auf die Bundesliga genommen. Arno Hoffmann: „Robert hat sich gut entwickelt. Ich habe gewusst, dass er es eines Tages schafft und habe ihm immer die Daumen gedrückt.“ Denn schon als Steppke sei Andrich sofort aufgefallen. „Er war schnell, aggressiv, temperamentvoll.“ Hoffmann schaut sich die Spiele des 1. FC Union Berlin im Fernsehen an. „Im Stadion ist es mir zu laut, zu viele Leute.“ Dabei würde ihm Andrich sicher eine Karte für ein Spiel in der Alten Försterei besorgen, beide haben noch Kontakt. „Robert hat mich sogar zu seiner Hochzeitsfeier im Sommer eingeladen.“

Vom FV Turbine Potsdam in die Bundesliga: Die Karriere von Robert Andrich in Bildern.

Die Karriere von Robert Andrich in Bildern. Zur Galerie
Die Karriere von Robert Andrich in Bildern. ©

Auch Daniel Frahn machte seine ersten fußballerischen Schritte bei Arno Hoffmann. „Er ist bei Turbine Potsdam eine Institution und ich habe nur positive Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit. Er hat mich durch die Kindheit im Fußball begleitet und uns vor allem Disziplin und Ordnung beigebracht“, sagt der 32 Jahre alte Stürmer, der 34 Zweitligaspiele für Heidenheim, RB Leipzig sowie Energie Cottbus absolvierte und kürzlich zu Babelsberg 03 zurückgekehrt ist. „Daniel hat viel an sich gearbeitet“, erinnert sich Arno Hoffmann. „Er war auch aggressiv, ehrgeizig, schnell, hatte einen eisernen Willen und hat die Dinger reingeballert.“ Manchmal musste Hoffmann seinen Schützling aber auch trösten. „Einmal hat ihm eine Wespe in die Zunge gestochen.“

Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern.

Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern Zur Galerie
Vom FV Turbine Potsdam bis RB Leipzig: Die Karriere von Daniel Frahn in Bildern ©

Rico Morack komplettiert das Turbine-Trio im Profifußball. „Er war ein ruhiger Typ, aber er wusste, was er wollte.“ Der 32-Jährige bestritt sechs Zweitligaspiele für TuS Koblenz und 26 Drittligapartien für Babelsberg 03. Den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte der Verteidiger bei Hertha BSC, wo er noch heute mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga spielt.

Vermutlich hat Arno Hoffmann einen Teil dazu beigetragen, dass das Trio von Turbine Potsdam später für Schlagzeilen sorgen konnte. 1963 hatte Hoffmann beim Verein als Nachwuchstrainer begonnen. 50 Jahre blieb er Turbine treu. Wenn Hoffmann auf Potsdamer Sportplätzen unterwegs ist, wird er hin und wieder angesprochen. Manchmal erkennt er die Menschen gar nicht, die vor Jahrzehnten bei ihm Fußball gespielt haben. Es waren insgesamt schließlich mehrere hundert Kinder.

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2013 hat Hoffmann seinen Trainerposten beim FV Turbine aufgegeben. Trotzdem brannte er weiter für seinen Verein, betreute lange die Internetseite. Bis zum Ausbruch der Coronakrise war das Ehrenmitglied zweimal pro Woche auf dem Sportplatz. „Aber nur noch in beratender Funktion im Hintergrund.“ Dennoch ist Hoffmann weiter im Unruhestand. Zwei Mal pro Woche geht er normalerweise ins Fitnessstudio. An einer Schule in Saarmund betreute er bis vor kurzem eine Computer AG. Kinder halten den Ehrenamtspreisträger des Deutschen Fußball-Bundes offenbar jung.

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