22. Mai 2018 / 17:29 Uhr

Arnold: "Der VfL Wolfsburg sollte kleiner denken"

Arnold: "Der VfL Wolfsburg sollte kleiner denken"

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Klare Kante: Maximilian Arnold ist für seine deutlichen Worte bekannt.
Klare Kante: Maximilian Arnold ist für seine deutlichen Worte bekannt. © dpa
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Nach der zweiten Relegation in Folge schraubt Maximilian Arnold die Erwartungen beim VfL Wolfsburg zurück. Es gehe nun erst mal wieder darum, "in ruhigere Fahrwasser zu gelangen".

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Das Wort von Maximilian Arnold beim VfL Wolfsburg hat Gewicht. Nachdem das Eigengewächs in den beiden Relegation-Spielen gegen Holstein Kiel zweimal die Kapitänsbinde trug, vielleicht sogar noch etwas mehr. Jedenfalls findet der 23-Jährige trotz der geglückten Rettung nach den 3:1- und 1:0-Siegen gegen die Störche, „dass wir erst mal kleinere Brötchen backen sollten.“ Zweimal Relegation in Folge - das dürfe nicht sein.

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Und damit das nicht noch ein drittes Mal so kommt, müsse sich einiges ändern beim VfL. „Was man konkret machen muss, das ist nicht mein Job. Ich will nicht sagen, was alles richtig oder falsch läuft, das kann ich auch gar nicht. Aber es müssen trotzdem gewisse Stellschrauben gedreht werden. Wir hatten in zwei Jahren fünf Trainer und zwei Sportdirektoren, da sollten wir etwas mehr Kontinuität rein bekommen“, erklärte Arnold, der aus den Jahren zuvor ja eigentlich auch weiß, wie es ist, mit dem Klub Erfolg zu haben – fernab des Abstiegskampfes und der Relegation. „Wir haben die Relegation jetzt zweimal hintereinander geschafft, das ist ja eigentlich Wahnsinn. Aber man kann das natürlich nicht damit vergleichen, wenn man den DFB-Pokal gewinnt.“ Wie 2015, als der VfL zudem Vizemeister wurde.

Schäfer und das kalte Wasser

Lang ist's her. Doch geht es nach Arnold, müsse der Verein künftig „ein bisschen kleiner denken. Jeder, der da irgendwie involviert ist, sollte das speziell jetzt, wo wir das zweite Mal in Folge in der Relegation spielen mussten, beherzigen. Wir müssen zusehen, dass wir wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen.“ Seit Montagnachmittag ist offiziell, dass Jörg Schmadtke sich als neuer Geschäftsführer Sport dabei federführend darum kümmern wird. Die Frage ist noch, wer ihm dabei assistiert. Ex-Profi Jan Schlaudraff (mittlerweile Berater) ist als Mitarbeiter ebenso ein heißes Thema wie Ex-VfL-Profi Marcel Schäfer (aktuell noch bei den Tampa Bay Rowdies), dessen Rückkehr bereits zur neuen Saison - und nicht wie zunächst geplant ab 2019 - denkbar ist.



Die Wölfe in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Holstein Kiel

<b>Koen Casteels:</b> Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 ©

In Arnold gibt es jedenfalls einen Fürsprecher Schäfers. „Ich war der Ziehsohn von Schäfi, habe ihm viel zu verdanken. Wenn er zurückkommt, wird er in einer anderen Position sein, daran werden wir uns alle gewöhnen müssen“, so der 23-Jährige über seinen ehemaligen Mitspieler. „Aber ich hoffe nicht, dass man ihn direkt ins kalte Wasser rein schmeißt, das hätte er nicht verdient. Man hat bei Olaf Rebbe auch leider gesehen, wie brutal der Fußball sein kann. Ich glaube, man braucht schon einen, den man ihm zur Seite stellt, wo Marcel dann auch lernen kann. Das ist meine Meinung und das wünsche ich mir“, sagte Arnold.

Apropos Wunsch - einen weiteren hätte der Wolfsburger da noch: „Für einen Bundesligisten ist die Relegation nicht angenehm. Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun, weil viel auf dem Spiel steht. Ich hoffe, dass ich sie nie wieder spielen muss.“