24. Oktober 2021 / 10:35 Uhr

Arnold-Frust nach dem Rekord-Spiel: "Wir müssen unseren Job erledigen"

Arnold-Frust nach dem Rekord-Spiel: "Wir müssen unseren Job erledigen"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg-Frust: Maximilian Arnold (l.) und Koen Casteels.
Wolfsburg-Frust: Maximilian Arnold (l.) und Koen Casteels. © Roland Hermstein
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Maximilian Arnold hat beim 0:2 gegen den SC Freiburg sein 260. Bundesliga-Spiel für den VfL Wolfsburg bestritten, ist damit jetzt alleiniger Rekordspieler. Freuen konnte er sich darüber kurz nach dem Schlusspfiff aber nicht.

Jetzt ist Maximilian Arnold alleiniger Rekordspieler des VfL Wolfsburg! Gegen den SC Freiburg stand der Mittelfeldmann zum 260. Mal für den Klub aus der VW-Stadt in der Bundesliga auf dem Rasen - doch seinen besonderen Tag hatte er sich ganz anders vorgestellt. Statt mit einem 0:2 wäre der 27-Jährige gern als Sieger vom Platz gegangen, die Niederlage drückte nach dem Schlusspfiff ziemlich auf die Stimmung.

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Bis zum Freiburg-Spiel hatte Arnold gleichauf mit Diego Benaglio die meisten VfL-Partien im Oberhaus absolviert, nun steht er allein ganz vorn. Vor dem Spiel zeigte der VfL im Stadion ein Video mit Grußbotschaften - unter anderem von Ex-Mitspieler Makoto Hasebe, Benaglio und Ex-VfL-Coach Felix Magath. In der langen Version, veröffentlich am Sonntag vom VfL, kommt zudem auch Siegfried Reich, Arnold F-Jugend-Trainer in der Heimatstadt Strehla, zu Wort. "Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht interessiert. Es ist etwas Besonderes, ich bin sehr stolz und dankbar", sagte Arnold nach der Pleite gegen die Breisgauer. "Wenn mir einer vor zwölf Jahren gesagt hätte, dass ich so viele Spiele mache, hätte ich das sofort unterschrieben." Glückwünsche gab's auch von Freiburg-Trainer Christian Streich noch auf dem Rasen. "Er hat mich beglückwünscht und mir Respekt gezollt. Dafür bin ich ihm dankbar." Aber so richtig glücklich war er kurz nach dem Spielende nicht, es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, bis die Freude so richtig durchkommt: "Ich bin ehrlich, ich kann mich darüber gerade nicht so richtig freuen. Die momentane Situation beschäftigt einen dann doch schon."

Arnold selbst hat in seinen 260. Liga-Spielen für den VfL schon einiges erlebt, kämpfte mit den Wolfsburgern 2017 und 2018 in der Relegation um den Klassenerhalt. Das Eigengewächs weiß also, worauf es in den nächsten Wochen ankommen wird, um die Krise aus acht sieglosen Spielen und vier Liga-Pleiten in Folge zu beenden. "Ich brauche keine Lapalien zu erzählen und zu sagen, wir müssen dies oder das machen", betont der Mittelfeld-Chef. "Wir müssen unseren Job erledigen. Jeder weiß, wie Fußball geht und hat schon negative Situationen erlebt." Vor allem müssen die Köpfe oben bleiben, wei Arnold: "Wenn ich die nächsten Wochen angehe und sage, alles wird scheiße, dann brauche ich gar nicht erst anzufangen."

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Kapitän Koen Casteels werde Trainer Mark van Bommel "wie in jedem Training unterstützen und mitcoachen". Viel anders machen, wolle er in der Woche vor dem Spiel am Samstag (15-30 Uhr) bei Bayer Leverkusen nicht. "Es gilt, die Woche zu nutzen, Dinge klar anzusprechen und gut zu trainieren", betont der Schlussmann. Das wird er auch tun, dennoch geht's nur gemeinsam. Aber der VfL habe "einige Führungsspieler, die die Mannschaft mitreißen können".

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Vor dem Spiel gegen Freiburg hatte sich das Team zusammengesetzt und sich "vorgenommen, dahin zurückzukehren, was uns in der letzten Saison stargemacht hat" - gemeint sind vor allem defensive Stabilität und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Beides war beim 0:2 erneut ausbaufähig. Und die Niederlage hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn Schiri Tobias Welz nach Casteels' Eingreifen gegen Lukas Kübler mithilfe des VAR auf Elfmeter entschieden hätte. "Ich weiß nicht, ob der Schiri selbst Fußball gespielt hat. Ich glaube, dieser schon, weil er sofort gesagt hat, dass es für ihn ein Unfall war. Der Videoassistent muss aber eingreifen, sobald es einen Kontakt im Strafraum gab." Da hatte der VfL glück, denn nach Ansicht von van Bommel "kann man diesen Elfer auch geben". Streich sah es eher wie der Wolfsburger Keeper: "Casteels wollte ihn sicher nicht von den Beinen holt, aber er rutscht in ihn rein. Aber der Schiri kann es durchaus als Unfall werten."

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