27. Juli 2017 / 21:53 Uhr

Arsenal-Star Freddie Ljungberg über den VfL und Wolfsburg

Arsenal-Star Freddie Ljungberg über den VfL und Wolfsburg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Wolfsburgs prominenter Co-Trainer: Freddie Ljungberg. © Boris Baschin
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Er gewann die englische, die schottische und die schwedische Meisterschaft, wurde dreifacher Pokalsieger in der Premier League, war Anfang der 2000er der große Star des FC Arsenal – aber seit März ist Karl Fredrik „Freddie“ Ljungberg Co-Trainer von Chefcoach Andries Jonker beim VfL. Im Trainingslager in der Klosterpforte sprach der 40-Jährige erstmals seit seiner Ankunft beim Wolfsburger Bundesligisten über die Unterschiede zwischen englischem und deutschem Fußball, sein neues Zuhause und seine Chancen, irgendwann einmal Cheftrainer zu werden.

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Ljungbergs Engagement beim VfL war die große Überraschung, die Jonker nach seiner Übernahme verkündet hatte. Dass der Schweden-Star, der in seiner Heimat 2002 und 2006 zum „Fußballer des Jahres“ gekürt worden war, einmal beim Bundesligisten aufschlagen wird, damit haben wohl die Wenigsten gerechnet. Bei Arsenal arbeitete Ljungberg bereits in der Nachwuchsabteilung an der Seite von Jonker. „Im Januar haben wir dann über seine Zukunft gesprochen. Und Freddie meinte: ‚Wenn du mal Vereinstrainer wirst, würde ich vielleicht gern mitkommen’. Und so kam es“, schildert der Niederländer.

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Arsenal-Legende: Freddie Ljungberg und Wolfsburgs Spielmacher Yunus Malli. ©

Seit einiger Zeit ist er nun beim VfL – und die ersten Monate waren alles andere als leicht. Abstiegskampf war für Ljungberg bisher ein Fremdwort. Doch nun freut er sich, die Wolfsburger wieder aufzurichten. „Wir haben mehr Zeit, uns vorzubereiten. Für die Spieler war es nicht leicht, sich an den dritten Trainer in einer Saison zu gewöhnen“, weiß Ljungberg. Jetzt geht’s aber wieder bei Null los. Und der Ex-Profi ist heiß: „Man hat eine ganz andere Perspektive als Trainer. Aber es hilft mir natürlich, früher Spieler gewesen zu sein. Ich genieße es, auf dem Platz zu stehen.“

Einige Unterschiede hat er zwischen englischem und deutschem Fußball bereits festgestellt, sagt aber: „Die Spieler arbeiten sehr hart, nicht nur in höheren Teams. Und das Tempo ist sehr hoch.“ Doch er freut sich über die Entwicklung, dass immer mehr englische Profis nach Deutschland kommen und umgekehrt – ein Beispiel ist VfL-Profi Kaylen Hinds. „Sie lernen hier eine neue Sprache und eine neue Liga kennen. Ich bin glücklich, dass sich die Spieler öffnen“, so Ljungberg, der im Training selbst gern mitmacht. „Ich habe zwar nicht mehr so viele Muskeln, aber spielen kann ich noch. Die Technik ist da.“

Sein neues Zuhause wird er in Wolfsburg aber erst jetzt beziehen. „London und Wolfsburg sind ein bisschen unterschiedlich“, sagt der Co-Trainer schmunzelnd. „Ich habe noch nicht viel von der Stadt gesehen. Es blieb keine Zeit. Aber ich genieße die Natur. Und die Leute hier sind wirklich freundlich. Ich bin kein Weltstar, ich bin ein ganz normaler Mensch und genieße mein Leben auch in Wolfsburg.“

Derzeit ist er Assistent, doch den Chefposten traut er sich auch zu. „Ich versuche mich als Trainer weiterzuentwickeln. Mir wird gesagt, was ich richtig und falsch mache. Ich lerne täglich dazu. Ich bin ein offener Mensch“, so Ljungberg. Und genau das lässt er auch sein Umfeld spüren.