04. Dezember 2019 / 17:57 Uhr

ASC-Wasserballer siegen, klagen aber über Rahmenbedingungen

ASC-Wasserballer siegen, klagen aber über Rahmenbedingungen

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Matthis Stolzenberg (r.) kurz vor dem Abschluss auf das Seesener Tor. Die ASC-Wasserball konnten einen deutlichen 24:9-Sieg einfahren.
Matthis Stolzenberg (r.) kurz vor dem Abschluss auf das Seesener Tor. Die ASC-Wasserball konnten einen deutlichen 24:9-Sieg einfahren. © Swen Pförtner
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Die Wasserballer des ASC 46 Göttingen haben ihr Bezirksoberligaspiel gegen den MTV Seesen mit 24:9 (5:3, 7:2, 4:1, 8:3) gewonnen. Probleme haben die Göttinger mit den wenigen Wasserzeiten, die Training- und Spielbetrieb einschränken.

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Es ist 20.45 Uhr in der Schwimmhalle der Sport-Universität: Etwa 20 Sportler, die ihre Bahnen schwimmen, sind im Wasser zu sehen. Dass hier in Kürze ein Bezirksoberligaspiel im Wasserball stattfindet, ist nicht zu vermuten. „Das ist ein großes Problem. Wir haben einfach zu wenige Wasserzeiten. Bei Spielen können wir gerade mal zehn Minuten vorher ins Becken und müssen dann gleich anfangen“, klagt Spielertrainer Marcus Klein, dessen Spieler sich am Beckenrand eingefunden haben. Dehnübungen stehen auf dem Programm – viel Platz ist nicht. Gegner Seesen kommt nach und nach in die gut beheizte Schwimmhalle. Ein Schiedsrichter ist noch nicht in Sicht. „Meistens kommt nur einer, in 50 Prozent der Spiele“, so Klein.

Dann geht es ganz schnell: Die Spieler springen ins Wasser, fix werden die Tore aufgestellt, und die Partie kann beginnen. Christian Jelitto, der extra aus Braunschweig angereist ist, hat die Pfeife im Mund. Nach einem lautstarken Ritual der Göttinger kann es im Modus Sieben gegen Sieben bei einer Spielzeit von viermal sieben Minuten losgehen. „Wir wollen möglichst hoch gewinnen“, sagt Klein. Dafür muss der gelbe Spielball so oft wie möglich im dreimal ein Meter großen Tor des Gegners landen.

Ältere Gäste erwischen ASC kalt

Im Kampfgericht sitzt Mattes Campen, der alles akribisch notiert. Der 19-jährige Student kam zum Wintersemester aus Hamburg nach Göttingen und spielt natürlich Wasserball, ziemlich gut sogar, denn er war bereits in der Junioren-Bundesliga aktiv. Nach gut einer Minute steht es 0:2, den Start hatten sich die Gastgeber anders vorgestellt. Die Seesener Gäste laliegen im Alterschnitt deutlich über den Göttingern, erwischen die ASCer jedoch kalt.

Die Partie ist kurzweilig und wird verfolgt von gerade einmal drei Zuschauern. Das Klein-Team kommt dann aber besser ins Spiel, auch weil die Gäste häufig foulen und die eine oder andere Hinausstellung (20 Sekunden Unterzahl) hinnehmen müssen. Nach dem ersten Viertel führt der ASC mit 5:3. „Das ist bis jetzt echt fair“, sagt Schiedsrichter Jiletto, der für den knapp einstündigen Einsatz als Entschädigung zwölf Euro erhält.

Die Göttinger Wasserballer mit ihrem Ritual vor der Partie

Die Gastgeber haben sich warm gespielt und lassen den schwachen Seesenern keine Chance – 12:5 steht es zur Pause, die Vorentscheidung in einer einseitigen Partie. Spielertrainer Klein kommt im zweiten Viertel auch zum Einsatz und erzielt im dritten bereits seinen dritten Treffer (15:5). Alle Spieler erhalten Spielzeit, und der Coach wechselt munter durch. Das eine oder andere schöne Tor ist dabei, auch durch den Serben Pavle Ivanovic.

Den 36-Jährigen zog es nach Deutschland wegen seiner Doktorarbeit, die er an der TU Clausthal schreibt. In seiner Heimat ging Ivanovic für Partizan Belgrad in der ersten Liga auf Torejagd. „Mir macht es mit dem Team sehr viel Spaß, und ich habe eine Menge Freunde gefunden. Heute habe ich drei Tore gemacht, sonst bin ich eigentlich besser drauf“, sagt er.

Wasserball: ASC 46 Göttingen gegen MTV Seesen

Göttinger Wasserball landen Kantersieg gegen MTV Seesen Zur Galerie
Göttinger Wasserball landen Kantersieg gegen MTV Seesen © Swen Pförtner
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Im Vorjahr Titel knapp verpasst

Das Spiel endet deutlich mit 24:9. Die Göttinger spielten vor zwei Jahren noch in der Oberliga und erhoffen sich, in dieser Spielzeit um die Meisterschaft mitspielen zu können. „Im vergangenen Jahr haben wir den Titel knapp verpasst. Der härteste Konkurrent wird Eintracht Braunschweig sein“, sagte der Spielertrainer.

Richard Noack ist seit fünf Jahren im Team und war schon für die Bundesliga-Wasserballer in Hannover und Plauen im Einsatz. „Ich bin der Liebe wegen nach Göttingen gekommen, bin aber meinem Lieblingssport treu geblieben. Wir haben viele erfahrene Spieler in der Mannschaft, aber geben auch gern jungen Studenten die Chance“, sagt Noack, der sich noch den einen oder anderen neuen Spieler wünscht.

Zweimal wöchentlich üben die Wasserballer an der Sport-Universität und im Sommer im Freibad am Brauweg. „Da trainieren wir auch schon drei- bis viermal. Im Winter fehlen leider die Kapazitäten dafür, sagt der 36-jährige Klein, der seit seit etwa fünf Jahren als Spielertrainer für das Team verantwortlich ist. Bis vor zwei Spielzeiten gingen die Göttinger noch in der Oberliga, der dritten Liga, an den Start. „Wir sind freiwillig runter gegangen“, sagt Klein.

Gekonnter Abschluss für das Göttinger Team

Neben guten Fähigkeiten in den Schwimmdisziplinen Kraulen und Rücken sind bei den Wasserballern besonders Kraft- und Beintraining wichtig. „Wir dürfen knapp 60 Minuten nicht den Boden berühren, dazu braucht man schon Kondition“, sagt der ASC-Coach, der auf einen Kader von 18 bis 19 Spielern zurückgreifen kann. Der Stamm liege bei sieben bis acht Spielern, da es sich aber um ein Uni-Team handele, wechsele das Aufgebot häufiger.

Klein selbst kam mit zwölf Jahren zu der Randsportart, die zumindest in Göttingen aber eine gewisse Tradition aufweist. „In der Region gibt es fast gar keine Mannschaften. Wir müssen schon nach Seesen, Braunschweig oder Schöningen fahren“, erzählt Klein. Besonders viele kommen indes vom eigentlichen Schwimmsport hin zum Wasserball. „Meine ganze Familie hat Wasserball gespielt, so bin ich dort auch gelandet.“

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