16. August 2019 / 13:53 Uhr

Ascot-Renntag auf der Bult: Trainer Nedorostek hat acht Eisen im Feuer 

Ascot-Renntag auf der Bult: Trainer Nedorostek hat acht Eisen im Feuer 

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

Bohumil Nedorostek will am Sonntag beim Ascot-Renntag die nächsten Erfolge einfahren. 
Bohumil Nedorostek will am Sonntag beim Ascot-Renntag die nächsten Erfolge einfahren.  © Florian Petrow
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Am Sonntag steigt der Ascot-Renntag auf der Bult - und Trainer Bohumil Nedorostek schickt gleich acht Pferde an den Start. Der Tscheche arbeitet inzwischen seit Ende 2017 in Langenhagen - und ist überaus erfolgreich. Diese Erfolgsgeschichte soll nun fortgesetzt werden. 

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Bohumil Nedorostek hat alle Hände voll zu tun. Zwei junge Pferde aus seinem Stall stehen gerade in einer Startbox, um den Rennauftakt zu simulieren. Sonntag beim Ascot-Renntag auf der Bult steht ihr Lebensdebüt an, und der Gang in die enge Box ist für jeden Anfänger eine ungewohnte Angelegenheit. „Die Pferde sind dann unruhig, ein erster Start ist immer aufregend für sie, also muss das geübt werden“, erklärt Nedorostek. Er ist mit dem Test zufrieden und macht sich auf den Weg zurück in den Stall.

Sein Gang ist ein wenig steif und wackelig zugleich. Es sind noch die Folgen seines fürchterlichen Unfalls bei einem Hindernisrennen in Hamburg vor sechs Jahren, als er sich mehrere Knochenbrüche zuzog und Bandscheiben ruinierte. Ein Fuß- und ein Handgelenk sind bis heute steif. Der gebürtige Tscheche musste seine Jockeykarriere beenden, 2014 wurde er Trainer. Das wollte er ohnehin schon immer werden.

Erfolgskurve zeigt steil nach oben

Seit Ende 2017 arbeitet er auf der Bult. Dort, wo er als 20-Jähriger, als er gerade aus Tschechien kam, beim damaligen Trainer Günter Broda anheuerte. Seinen Job als ziviler Kraftfahrer bei der Polizei, den er jahrelang parallel ausübte, hat er mittlerweile gekündigt. „Keine Zeit mehr. Und keine Lust“, sagt Nedorostek und zeigt mit leuchtenden Augen auf seinen vollen Stall: „Das hier ist meine Aufgabe!“ Mit acht Galoppern fing er an. Mittlerweile sind es 23. Nur zwei Boxen stehen noch leer. Bei den Besitzern hat sich herumgesprochen, dass Nedorostek über ein ganz feines Händchen für die sensiblen Vollblüter verfügt.

Seine Erfolgskurve zeigt steil nach oben. Schaffte er 2015 und 2016 jeweils nur einen Sieg, waren es 2017 schon vier, 2018 verdoppelte er auf acht. 2019, mitten in der Saison, hat der 47-Jährige schon zwölf Siege auf dem Konto. Höhepunkt: seine drei Siege bei vier Starts neulich in Bad Doberan. Noch sind es die kleineren Rennen, die Nedorostek gewinnt. Aber er klettert immer weiter nach oben.

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Alexej Mikhailov ist 22 Jahre alt und gilt als Deutschlands größtes Talent im Hammerwurf. Der gebürtige Hannoveraner startet für die Leichtathletik-Abteilung von Hannover 96. Mikhailov ist amtierender deutscher Meister der U 23 und gewann 2017 zudem Bronze bei den U23-Europameisterschaften. ©
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"Nicht so zack, zack wie am Fließband"

„Es läuft gut“, sagt er bescheiden. Seine Erfolgsformel? Nedorostek verweist auf ein intensiveres Training mit mehr Tempo als noch im Winter und Frühjahr, auf eine Umstellung beim Zusatzfutter und auf das Top-Heu, was er bezieht. Doch in Wahrheit steckt viel mehr dahinter. Und Nedorosteks Spezialkonzept trägt Früchte. Dabei geht es um Vertrauen, individuelle Arbeit, Ruhe und besondere Aufmerksamkeit. Einige seiner Pferde, die er bekam, waren psychisch angeschlagen. „Da ist ein vernünftiger und ruhiger Umgang wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Nicht so zack, zack wie am Fließband“, wie das in manchen großen Ställen mitunter der Fall ist.

Nedorostek steigt im Training oft selber in den Sattel. „So fühle ich am besten, wenn ein Pferd mal nicht gut drauf ist oder ob etwas nicht passt.“ Zudem vertraut Nedorostek auch seinem Jockey Jose Luis Silverio. „Er hat viel Erfahrung.“ Einmal die Woche fordert und fördert Nedorostek seine Galopper auf spezielle Art. Es ist eine Mischung aus Dressur und leichtem Sprungtraining. Beim Gymnastizieren werden die Muskeln der Tiere anders beansprucht als nur im geraden Galopp. Es ist ein ganzheitliches Training.

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