03. August 2021 / 15:46 Uhr

Asthma: Für einen Wolfsburger sind van Bommels XXL-Einheiten besonders hart

Asthma: Für einen Wolfsburger sind van Bommels XXL-Einheiten besonders hart

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wieder körperlich auf gutem Niveau: VfL-Spielmacher Maximilian Philipp, der an Asthma leidet.
Wieder körperlich auf gutem Niveau: VfL-Spielmacher Maximilian Philipp, der an Asthma leidet. © Boris Baschin
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Unter Trainer Mark van Bommel müssen die Profis des VfL Wolfsburg ordentlich schwitzen, beinahe täglich wird zwei Stunden trainiert. Für Maximilian Philipp war das vor allem zu Beginn der Vorbereitung besonders hart.

Anfang Juli war der VfL unter seinem neuen Trainer Mark van Bommel mit einer XXL-Einheit in die Vorbereitung eingestiegen, seit fünf Wochen geht jedes Training etwa zwei Stunden. Die Intensität ist hoch. Für Maximilian Philipp war das in den ersten Wochen besonders hart - der Spielmacher leidet an Asthma. Es hat gedauert, bis der Spielmacher des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten körperlich wieder auf einem gutem Niveau war.

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Van Bommel lässt seine Jungs im Training ordentlich schwitzen. Das spürt auch Philipp. "In den ersten Wochen war es wegen meines Asthmas etwas schwierig für mich. Ich musste mich erst wieder an die Belastung gewöhnen", gibt Wolfsburgs Nummer 17 offen zu. Schnellere Atmung, etwa "wie eine Schnappatmung", so fühlte es sich für Philipp nach dem Urlaub an, als es wieder losging. "Dieses Jahr fand ich es stärker als sonst", berichtet der Offensivmann. "Ich habe gehofft, dass es in der Pubertät weggeht. Aber jetzt ist es schon viel besser. Für den Notfall habe ich meine Sprays dabei." Es sei aber "nicht mehr so wie früher, da war es viel schlimmer". Im Alter von zwölf, 13 Jahren musste Philipp dreimal am Tag inhalieren.

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Es ist besser geworden mit seinem Asthma, auch wenn es immer mal Phasen gibt, in denen ihm die Krankheit zusetzt - so wie zu Beginn der Vorbereitung. Doch inzwischen hat sich Philipps Körper wieder an die Belastung gewöhnt, er kann auf dem Platz Vollgas geben. Und das macht er, bereitete im Test gegen Atletico sogar die zwischenzeitliche Führung durch Wout Weghorst vor. Zwei Vorlagen und sechs Tore waren ihm in der vergangenen Saison gelungen, das will der VfL-Profi toppen. Aber nicht nur das: Er will auch vorweggehen, mehr Verantwortung übernehmen. Philipp: "Ich merke, dass ich langsam zu den Älteren gehöre. Natürlich versuche ich, mehr zu reden. Das kann ich auch mit meiner Erfahrung. Dass ich kein Lautsprecher bin, weiß jeder, aber das kann sich ja noch entwickeln."

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Was es dafür unter anderem braucht, ist Selbstvertrauen. Und das kann bei Philipp nach eigener Aussage ruhig noch größer werden. "Das muss ich lernen, aber ich kann der Mannschaft viel geben", so der Wolfsburger. Was sein Selbstvertrauen hat steigen lassen, war die feste Verpflichtung im Sommer (für rund 7 Millionen Euro), nachdem Philipp in der vergangenen Saison von Dinamo Moskau ausgeliehen war. "Ich bin hier zu Hause, ich bin fest hier, das kann mir keiner mehr nehmen. Ich wurde hier schon vor einem Jahr super aufgenommen, fühle mich wohl. Ich bin unendlich dankbar, dass mir das Vertrauen entgegengebracht wurde", sagt Philipp.

Doch es wird sich für den Spielmacher auch etwas ändern in der neuen Spielzeit, er muss sich auf die Dreifach-Belastung aus Liga, DFB-Pokal und Champions League einstellen. Das kennt er aber schon aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund. Es sei wichtig, "die Frische im Kopf zu behalten und den Fokus nicht nur auf die Champions League zu legen", sagt Philipp aus eigener Erfahrung. Die Bundesliga sei das täglich Brot, da "müssen wir eine gute Saison spielen".

Allerdings werden die Wolfsburger wie schon vor zwei Jahren nach dem Amtsantritt von Oliver Glasner auch diesmal wieder wenig Zeit haben, zu trainieren und Dinge einzustudieren. Alle drei Tage ein Spiel, dazwischen Regenerationszeit - so wird der Alltag zumindest in der Gruppenphase aussehen. "Wir Fußballer sagen immer, dass wir mehr spielen und weniger trainieren wollen, weil es mehr Spaß macht. Die Einheiten werden nicht so intensiv sein", glaubt auch Philipp. Trotz der hohen Belastung traut er der Mannschaft zu, "dass wir noch einen Schritt nach vorn machen können. Es wird schwer das zu wiederholen, aber man muss sich immer neue Ziele setzen."

Schlager und Victor fehlen im Training

Auch am Dienstag ließ VfL-Trainer Mark van Bommel seine Jungs wieder zwei Stunden am arbeiten. Verzichten musste der Niederländer dabei allerdings auf Xaver Schlager und Joao Victor. Letzterer kämpft mit einer Grippe, bei Schlager wiederum sei es nach Vereinsangaben nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Aufgrund derer hatte am Montag auch Kevin Mbabu pausiert, der schweizerische Nationalspieler war am Dienstag aber wieder mit auf dem Platz. Am Mittwoch trainieren die Wolfsburger noch mal am Vormittag, ehe sie am Donnerstag einen freien Tag haben. Am Freitag geht's dann mit einer Einheit in die heiße Phase vor dem Saison-Start am Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal bei Viertligist Preußen Münster.