08. März 2020 / 12:37 Uhr

ASV Dersau bringt den FC Kilia Kiel an den Rand einer Niederlage

ASV Dersau bringt den FC Kilia Kiel an den Rand einer Niederlage

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Der Kilianer Benjamin Petrick umkurvt den Dersauer Thilo Schmidt, sieht sich dann aber schon Marten Biss gegenüber.
Der Kilianer Benjamin Petrick umkurvt den Dersauer Thilo Schmidt, sieht sich dann aber schon Marten Biss gegenüber. © Uwe Paesler
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Viel hätte nicht gefehlt und der abstiegsbedrohte ASV Dersau hätte dem FC Kilia Kiel die erste Heimniederlage in der Fußball-Verbandsliga Ost zugefügt. Am Ende musste sich der ASV mit einem 1:1-Remis arrangieren.

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Die Gäste aus Dersau machten bereits in der Anfangsphase deutlich, dass der Wille besteht auch beim souveränen Spitzenreiter der Liga zu punkten. Und dementsprechend setzte das Team auch offensiv Akzente, die auch früh zu einem Torerfolg hätten führen können, wenn beispielsweise Faustino Blanco Fernandez die Flanke von Steffen Uhl nicht verpasst hätte (10.). Eine weitere gute Gelegenheit hatte zudem Liam Thielecke, der sich energisch in den Strafraum tankte, mehrere Gegenspieler stehen ließ, dann jedoch keinen platzierten Torschuss mehr zustande brachte (20.).

Auch insgesamt gesehen überzeugte der Auftritt des ASV. Die gespielten Pässe der Kilianer wurden gut antizipiert und nach erfolgreicher Balleroberung suchten die Gäste mit Tempo stets zielstrebig den Weg nach vorn. Dem Spiel der Kilianern mangelte es hingegen an kreativen Ideen und Überraschungsmomenten. Wirkliche Torgefahr versprühten sie eigentlich nur nach Standartsituationen. Dennoch hätten die Gastgeber durch Siyabend Salih Ramo (34.) in Führung gehen können, doch auch Dersau hätte durch Blanco Fernandez (36.) dafür sorgen können, dass es nicht torlos in die Pause ging.

Bilder von der Verbandsliga-Partie zwischen dem FC Kilia Kiel und dem ASV Dersau am 07.03.2020.

Der Kilia-Platz vor dem Spiel gegen Dersau. Zur Galerie
Der Kilia-Platz vor dem Spiel gegen Dersau. ©

Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselten beide Trainer das Personal. Beim ASV kam Moritz Kleemann für Liam Thielecke ins Spiel. Kilia-Coach Steve Frank brachte mit Tom Wüllner und Yannik Jakubowski gleich zwei frischen Kräfte. Weichen mussten Enea Dauti und Jonas Schäfer. Sofort bezahlt machte sich jedoch der Wechsel bei den Gästen, denn Kleemann setzte sich über rechte Seite gekonnt durch, schlug eine schöne Flanke, die den am rechten linken Strafraumeck völlig ungedeckten Thilo Schmidt erreichte, der den Führungstreffer des ASV erzielen konnte (50.).

Ein vehementes Aufbäumen der Kilianer blieb aus. Erschwert wurde dies noch zusätzlich, da Salih Ramo nach Foulspiel an Timon Biss mit Gelb-Rot vom Feld musste (57.). Zwar kamen die Kilianer insgesamt gesehen selten zu Torabschlüssen, doch Jakubowski hatte den Ausgleich gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden auf dem Fuß. Erst scheiterte er an ASV-Keeper Nick Dräger (65.), dann verhinderte die Latte den möglichen Torerfolg (65.).

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Doch auch Dersau hätte die Partie frühzeitig zu seinen Gunsten entscheiden können, wenn Blanco Fernandez und Uhl eine Konterchance erfolgreich abgeschlossen hätten (70.) oder Kristopher Kroll mit seinem Freistoß nicht an Kilia-Keeper Justus Kaack gescheitert wäre (72.).

Nach 81 Spielminuten deutete dann alles auf einen Auswärtserfolg des ASV hin, da mit Benjamin Petrick ein weiterer Kilianer wegen Meckerns den gelb-roten Karton sah. Doch Dersau ließ die Cleverness vermissen diese Überzahl zu nutzen. Anstatt das Spielgerät in den eigenen Reihen zu halten oder auch mal ins Seitenaus zu dreschen, brachten sie die Kilianer immer mal wieder unnötig in Ballbesitz. Dies rächte sich dann auch in der fünften Minute der Nachspielzeit, als die Kilianer einen letzten Gegenangriff fahren konnten, den Tom Wüllner wenige Sekunden vor dem Abpfiff mit dem Ausgleich bestrafte.

„Ich weiß nicht, warum es diese fünfminütige Nachspielzeit gab. Dazu bestand überhaupt keine Notwendigkeit“, ärgerte sich ASV-Coach Matthias Falk unmittelbar nach dem Spielende. Doch trotz des unglücklichen Spielverlaufs konnte Dersaus Trainer die Dinge am Ende doch realistisch einordnen: „Wir hätten uns ein wenig cleverer verhalten können. Man muss aber auch die Kräfteverhältnisse sehen. Kilia ist das Nonplusultra in dieser Liga, während wir hier mit drei A-Jugendlichen angetreten sind. Auf jeden Fall konnte man sehen, dass wir einen Plan haben und das dieser auch funktioniert.“