19. Juli 2021 / 13:26 Uhr

ASV Dersau: Der Klassenerhalt wird zur Herausforderung

ASV Dersau: Der Klassenerhalt wird zur Herausforderung

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Auf ihn wartet in der neuen Saison viel Arbeit: ASV-Coach Jürgen Muus.
Auf ihn wartet in der neuen Saison viel Arbeit: ASV-Coach Jürgen Muus. © hfr
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Ende August beginnt im Amateurfußball die neue Saison. Nach der abgebrochenen Spielzeit im vergangenen Jahr ein neuer Anlauf auch für die Top-Vereine unserer Region. Hier im KN-Sportbuzzer stellen wir bis zum Start der neuen Runde in unserem „Saison-Check“ alle regionalen Verbands-, Landes- und Oberligisten vor, analysieren die Qualität der Mannschaft, die Spielphilosophie des Trainers und geben eine Prognose ab, wo das Team am Ende landen kann. Diesmal: Verbandsligist ASV Dersau.

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Im vergangenen Jahr gab es in den sechs Punktspielen nur ein Mal Grund zum Jubeln: als der VfR Laboe mit 6:3 bezwungen wurde. In allen Spielen war vor allem das Defensivverhalten das Sorgenkind. Nur vier Punkte, aber 21 Gegentore standen auf dem Konto. Mehr als drei Mal pro Spiel musste der ASV den Ball aus dem eigenen Netz holen. Das war nicht Verbandsliga-reif. Die Corona-Pause kam den Dersauern daher ganz gelegen. Der Saisonabbruch sicherte den Klassenerhalt am grünen Tisch. In diesem Jahr wird der ASV Dersau den Abstieg wohl aus eigener Kraft schaffen müssen. Eine große Herausforderung.

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Wer kam, wer ging?

Drei routinierte Spieler, die über Jahre das Spiel prägten, sind nicht mehr an Bord. Die Abgänge von Abwehrspieler Tammo Busch, Torwart Philip Rüther und Offensivakteur Thilo Schmidt, die alle zum Kreisrivalen TSV Plön wechselten, wiegen schwer. Acht meist blutjunge Spieler sollen die Lücken schließen. Mit Simon Ehrk, Leon Sonnemann, Milan Winter, Kevin Ohler, Christof Bald, Miles Thielecke (eigene A-Jugend) sowie Felix Eigenschild (eigene Zweite) kommen gleich sieben Mann aus den eigenen Reihen ins Liga-Team. Nur Lion Boll (TSV Malente) stößt von außerhalb dazu. „Die Jungs aus der A-Jugend haben in ihrer Jugend auch in der Oberliga Erfahrungen sammeln können. Sie bringen neben ihrem Talent, Willen und Begeisterung auch frischen Wind mit in den Kader. Sie identifizieren sich komplett mit dem ASV Dersau. Das ist uns sehr wichtig“, erklärt ASV-Trainer Jürgen Muus.

Star der Mannschaft

Den alles überragenden Spieler gibt es in Dersau nicht. Allerdings wird laut Trainer Muus auf Alexander Mischker mit seinen Führungsqualitäten und seiner Ruhe am Ball eine wichtige Rolle zukommen. Zudem setzt der Coach auf die erfahrenen Akteure um Moritz Kleemann, Timon Biss, Steffen Uhl und Marten Biss. „Mit Ihren fußballerischen Qualitäten werden sie dafür sorgen müssen, dass die jungen Spieler rasch an den schnelleren und härteren Herrenspielbetriebherangeführt werden.“

Philosophie des Trainers

Trainer Jürgen Muus legt viel Wert auf eine „funktionierende Mannschaft“. „Ichbin für klare Absprachen und Abstimmungen. Nur so können wir den Gegner zuFehlern zwingen. Dazu gehört ein konsequentes Angriffspressing und bei Ballverlust ein sofortiges Umschalten aller Spieler mit dem Ziel, das eigene Tor abzuschirmen“, schildert der Coach, der auch auf ein eingespieltes Funktionsteam setzen kann. Ligaobmann Dennis Meyer, die Betreuer Andreas Runge und Christof Thielecke sowie Torwart-Trainer Thorsten Böttcher und Physiotherapeutin Angelina Forberger sind seit vielen Jahren für den ASV an der Seitenauslinie dabei und vermitteln den Spielern das Gefühl, zu einer Familie zu gehören.

Erwartungen und Ziele zur neuen Saison

„Wir haben junge und erfolgshungrige Neuverpflichtungen, die im Training schon jetzt als geschlossene Einheit auftreten und Spaß am Fußball haben. Wenn es uns gelingt, an Misserfolgen zu wachsen, dann werden wir auch Erfolge feiern können“, meint Muus, der für den Neuaufbau auf die Lernbereitschaft, den Fleiß und die Lust auf Fußball setzt. Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, der in einer Staffel mit zwölf Mannschaften auf jeden Fall den Klassenerhalt bedeuten würde.

Sportbuzzer-Prognose

Qualitativ haben andere Mannschaften wohl mehr zu bieten. Fast alle neuen Spieler kommen aus der eigenen Jugend. Dersau setzt auf die Identifikation mit dem Verein und auf das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ob die Erfahrung der Spieler ersetzt werden kann, die den Verein verlassen haben, ist fraglich und ein Wagnis. Das ist den Offiziellen des ASV bewusst und muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Allerdings müssen die Abläufe schnell verinnerlicht werden, um mit einstudierten Automatismen auch Punkte einsammeln zu können. Der Klassenerhalt scheint das einzig realistische Ziel.