25. Februar 2020 / 15:46 Uhr

Atalan wird neuer Cheftrainer beim Drittligisten Hallescher FC: „Ein sehr gutes Gefühl“

Atalan wird neuer Cheftrainer beim Drittligisten Hallescher FC: „Ein sehr gutes Gefühl“

dpa
Ismail Atalan (mi.) wurde am Dienstag als neuer Chef-Trainer des HFC von Präsident Jens Rauschenbach (li.) und Sportdirektor Ralf Heskamp (re.) vorgestellt.
Ismail Atalan (mi.) wurde am Dienstag als neuer Chef-Trainer des HFC von Präsident Jens Rauschenbach (li.) und Sportdirektor Ralf Heskamp (re.) vorgestellt. © dpa
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Nur einen Tag nach der Freistellung von Torsten Ziegner wurde Ismail Atalan als neuer Cheftrainer des Halleschen FC vorgestellt. Der 39-Jährige will in den ersten Tagen viele Einzelgespräche mit den Spielern führen.

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Halle. Ismail Atalan steht vor einer anspruchsvollen, aber nicht unlösbaren Aufgabe. Der neue Cheftrainer des Halleschen FC soll den Abstieg des Traditionsvereins aus der 3. Fußball-Liga verhindern. „Ich wurde gestern Abend geweckt und musste mich dann sehr schnell entscheiden. Aber ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Jetzt wollen wir die Ärmel hochkrempeln und zurück in die Erfolgsspur finden“, sagte Atalan bei seiner Vorstellung am Dienstag.

Der 39-Jährige wechselt von West-Regionalligist Sportfreunde Lotte dank einer Ausstiegsklausel ablösefrei nach Halle, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieb. Der Kontrakt gilt allerdings nur für die 3. Liga. Seinen Einstand feiert Atalan bereits am Samstag (14.00 Uhr) in der Auswärtspartie des HFC bei der SG Sonnenhof Großaspach.

Angesichts von acht sieglosen Spielen in Serie wartet viel Arbeit auf den Nachfolger des am Montag freigestellten Torsten Ziegner - sowohl im fußballerischen, als auch im mentalen Bereich. „Ich möchte in die Köpfe der Jungs kommen und schauen, was da los ist. Man verlernt ja das Fußballspielen nicht von heute auf den anderen Tag“, erklärte Atalan.

Er wolle viele Einzel- und Gruppengespräche führen, um sich ein Bild von der Verfassung der Mannschaft zu machen. „In der jetzigen Situation ist es extrem wichtig, dass wir einen sehr einfachen Fußball spielen. Das ist der erste Ansatzpunkt“, sagte Atalan, an dessen Seite Joseph Laumann als Assistent arbeiten wird. Torwart-Trainer bleibt Marian Unger. Über die Zukunft des bisherigen Co-Trainers Michael Hiemisch wird der Vorstand in den nächsten Tagen entscheiden.

Wie Vereinspräsident Jens Rauschenbach erklärte, habe bereits in der Vergangenheit Kontakt mit Atalan bestanden. „Wir hatten ihn schon vor zwei Jahren auf dem Schirm, bereits damals gab es eine Kontaktaufnahme. Er soll die Mannschaft aus der Misere führen und wieder für Stabilität sorgen. Wir sind froh, dass es jetzt so schnell gegangen ist“, sagte Rauschenbach.

Die Hallenser, die noch im Herbst die Tabelle anführten, sind inzwischen komplett eingebrochen. Die ersten sechs Pflichtspiele nach der Winterpause wurden verloren. Allein in den letzten drei Partien kassierte der HFC 14 Gegentore. Dieser Abwärtstrend hatte „Vorstand, Verwaltungsrat und Sportdirektor zu der Überzeugung kommen lassen, dass die Mannschaft einen neuen Impuls benötigt“, erklärte Rauschenbach nach einer gemeinsamen Sitzung der Gremien. Bei dem Treffen am Montagabend wurde das Aus von Ziegner beschlossen.

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Die Mannschaft wirkte bereits in der Phase vor der Winterpause verunsichert und instabil. Während und nach dem Trainingslager in der Türkei, wo sich das Team auf die zweite Saisonhälfte eingeschworen und in den Testspielen einen guten Eindruck hinterlassen hatte, kehrte kurzzeitig Hoffnung zurück. In Anthony Syhre, Janek Sternberg und Marcel Hilßner verpflichtete der Verein zudem noch drei Wunschspieler von Ziegner.

Doch anstatt sich in den Leistungen und Ergebnissen mit Beginn der Rückrunde wieder zu stabilisieren und womöglich erneut einen Angriff in Richtung Tabellenspitze zu starten, ist der HFC immer weiter abgerutscht. Inzwischen hat der Club nur noch drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Den Absturz in die Regionalliga soll Atalan verhindern.

Der neue HFC-Trainer hat in seiner Laufbahn schon mehrere Höhen und Tiefen erlebt. Mit Lotte schaffte er 2016 den Aufstieg in die 3. Liga und schied erst in der Saison 2016/17 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den späteren Champion Borussia Dortmund aus. Beim VfL Bochum stand er 2017 in der 2. Bundesliga als Cheftrainer unter Vertrag, musste jedoch wegen Erfolglosigkeit nach nur drei Monaten Amtszeit seinen Platz räumen. Sebastian Wutzler und Carsten Roloff, dpa

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