31. Mai 2020 / 11:26 Uhr

Genesener Bergamo-Trainer Gasperini hatte Todesängste nach Corona-Infektion - "Ich dachte es wirklich"

Genesener Bergamo-Trainer Gasperini hatte Todesängste nach Corona-Infektion - "Ich dachte es wirklich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Atalanta-Coach Gian Piero Gasperini hat das Coronavirus überstanden. Die bedrohliche Infektion hat bei ihm jedoch mental Spuren hinterlassen.
Atalanta-Coach Gian Piero Gasperini hat das Coronavirus überstanden. Die bedrohliche Infektion hat bei ihm jedoch mental Spuren hinterlassen. © imago images/LaPresse
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Der Trainer von Champions-League-Vertreter Atalanta Bergamo, Gian Piero Gasperini, hat in einem Interview auf seine eigene Corona-Infektion zurückgeblickt und seine Ängste geschildert.

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Die Lombardei war zu Beginn der globalen Ausbreitung der Corona-Pandemie europaweit am stärksten betroffen. Unter anderem soll das Champions-League-Spiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia als eine Art "Brandbeschleuniger" fungiert haben. Angeblich hatten sich Hunderte Fans im Rahmen des Hinspiels mit Covid-19 infiziert. Wie so viele andere Menschen in Bergamo war auch Atalanta-Coach Gian Piero Gasperini von dem Virus betroffen, gilt inzwischen allerdings als genesen.

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Auch wenn es dem 62-Jährigen inzwischen wieder besser geht, hat die Erkrankung bei ihm Spuren hinterlassen. Im Interview mit der Gazzetta dello Sport gewährte der Serie-A-Trainer nun Einblicke in seine Gedankenwelt und offenbarte, dass er Todesängste durchzustehen hatte. "Ich dachte: 'Wenn ich ins Krankenhaus komme, was wird mir geschehen? Ich will nicht sterben, ich habe noch viel zu tun'. Das sagte ich scherzend, aber ich dachte es wirklich", so Gasperini.

Atalanta-Trainer berichtet um seine Corona-Infektion

Gasperini erklärte zudem, dass er sich einen Tag vor dem Champions-League-Match gegen Valencia am 10 März (also vor dem Rückspiel, das seine Mannschaft mit 4:3 gewann; d. Red.) schlecht gefühlt habe. "Die zwei darauffolgenden Nächte habe ich nicht geschlafen. Ich hatte zwar kein Fieber, ich fühlte mich aber als hätte ich eine Temperatur von 40 Grad", berichtete der in Turin geborene Fußballlehrer. Vor zehn Tagen hatten nach Aussage von Gasperini Antikörper-Tests bestätigt, dass er an Covid-19 erkrankt sei.



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Trotz der Sorge, die nach wie vor bei dem Italiener mitschwingt, möchte er sich jetzt auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren. Nach dem Erfolg über Valencia (4:1, 4:3) steht Atalanta Bergamo im Viertelfinale. Die UEFA erörtert aktuell Termine und Formate, damit die laufende Champions-League-Saison noch abgeschlossen werden könne.

Sollte die Königsklasse zu Ende gespielt werden können, hofft Gasperini nach der Tragödie, die die Stadt Bergamo durchgemacht hat, auf ein positives Zeichen durch den Fußball: "Ich erwarte mir viel Energie von der Champions League, die für uns ein außerordentliches Abenteuer ist. Diese Stadt verdient eine außerordentliche Freude."

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