13. Januar 2022 / 20:00 Uhr

Auch auswärts braucht’s einen Doppelpack: RB Leipzig mit Szoboszlai gegen Stuttgart

Auch auswärts braucht’s einen Doppelpack: RB Leipzig mit Szoboszlai gegen Stuttgart

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Beim Hinspiel gegen Stuttgart hatte Leipzigs Dominik Szoboszlai gleich zwei Treffer für die Roten Bullen erzielt.
Beim Hinspiel gegen Stuttgart hatte Leipzigs Dominik Szoboszlai gleich zwei Treffer für die Roten Bullen erzielt. © imago images/motivio
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RB Leipzigs Coach Domenico Tedesco will die seit April währende Sieglosserie im Süden beenden. Der Trainer setzt gegen den VfB  Stuttgart auf das erfolgreiche Aufgebot, welches den Mainzern 1:4 einschenkte und auf  Dominik Szoboszlai. Der ungarische Ball-Virtuose feierte im Hinspiel gegen die Schwaben sein Startelf-Debüt und traf gleich doppelt. Wird er zum Wiederholungstäter?

Leipzig. Nein, vorm Spiel beim VfB Stuttgart (Sonnabend, 15.30 Uhr) wird Domenico Tedesco die Seinen nicht daran erinnern, dass der letzte Auswärtssieg ewig her ist (4:1 in Bremen, 10. April 2021). „Manchmal ist es besser, gewisse Themen nicht zu erwähnen.“ Weil Ungutes ungute Gefühle weckt, Unbefangenheit raubt, subtrahiert statt addiert. Auch die Frage, warum es in fremden Gefilden klemmt, steht auf dem Index, würde, so sie gestellt, zehrende Diskussionen und bitterböse Wahrheiten nach sich ziehen. Der Gatte fragt die Gattin nach 25 Ehejahren ja auch nicht, ob sie ihn trotz seiner gewachsenen Konfektionsgröße (Zelt) noch umwerfend findet.

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Alte personelle Probleme

Dass die Roten Bullen außerhalb Leipzigs ihr Gebiss verlegt (in Mainz, in Wolfsburg, in Hoffenheim, bei Union) oder es zu früh herausgenommen haben (in Frankfurt, in Freiburg, in Augsburg), ist Fakt und für Tedesco: „Wahnsinn!“

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Neues Spiel, neues Glück, alte personelle Probleme: Tedesco muss auch an seiner einstigen Wirkungsstätte auf tragende Säulen verzichten. Konrad Laimer und Marcel Halstenberg sollen in der kommenden Woche ungebremst üben, Emil Forsberg kann frühestens im Februar ran, Amadou Haidara ist beim Afrika-Cup, Nordi Mukiele noch nicht freigetestet. Dani Olmo, Benny Henrichs und Solomon Bonnah vergrößern Tedescos Kader-Beinfreiheit. Weil die drei Herren eher weniger auflaufen werden, läuft die Nummer aufstellungstechnisch auf die Formation des Mainz-Spiels nach der Pause hinaus. Mit Christopher Nkunku statt Yussuf Poulsen.


„Die Außenlinie hilft immer“

Dass Dominik Szoboszlai hinten runterfällt, ist unwahrscheinlich. Der Ungar hat gegen Mainz klasse gespielt, beflügelnde Erinnerungen an Stuttgart, schoss am 20. August beim 4:0 gegen den VfB zwei sensationelle Tore. Die LVZ titelte: „Superstar-Potenzial!“ Und: „Szoboszlai hat alles, um noch besser, reicher und berühmter zu werden.“ Danach wurde es nicht nur beim Mann mit dem blickdichten Haar und dem goldenen rechten Fuß weniger.

Tedescos Herangehensweise bei der Mission Bock umstoßen: „Wir brauchen Intensität. Mit dem Ball und gegen den Ball.“ Mit welcher Taktik er in Stuttgart vorstellig wird, weiß nur der Wind. Dafür gibt es über die Konfiguration des Grüns neue Erkenntnisse aus der Tiefe des Raumes: „Die Außenlinie hilft immer“, sagt der Coach. „Weil sie das Spielfeld begrenzt.“ Sie mögen sich bitte schön vornehmlich in diesen Gefilden versuchen, die Offensiven von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Dort wird es kuschelig, gibt es nichts zu ernten, entstehen Ballgewinne und Konter.

Matarazzo sieht Chancen auf die Umsetzung der eigenen Stärken, kündigt einen mutigen Auftritt an. Das hatte er auch vorm Heimspiel gegen Leipzig am 2. Januar 2021 so gesehen und gehalten. Es folgte eine Art Handballspiel. RB hatte gefühlt immer den Ball, spielte sich um den Strafraum herum einen Wolf, kam in der 67. Minute zum überfälligen 1:0 und kassierte mit dem Schlusspfiff fast den Ausgleich. Den verhinderte Peter Gulacsi in seinem 200. Pflichtspiel für RB.