23. Februar 2021 / 20:55 Uhr

Auch der Sächsische Tischtennis-Verband setzt Punktspielbetrieb aus

Auch der Sächsische Tischtennis-Verband setzt Punktspielbetrieb aus

Leon Heyde
Leipziger Volkszeitung
Für Huong Do Thi von den Leutzscher Füchsen war das Sondertraining in einer Halle am Sportforum eine nette Abwechslung im tristen Alltag.
Für Huong Do Thi von den Leutzscher Füchsen war das Sondertraining in einer Halle am Sportforum eine nette Abwechslung im tristen Alltag. © Christian Modla
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Erst hatte der Deutsche Tischtennis-Bund den Spielbetrieb von der zweiten Bundesliga bis hinunter zur Oberliga abgebrochen, jetzt annullierte auch der Sächsische Tischtennis-Verband seine Saison. Trotz dieser Leidenszeit wollen sich die einheimischen Sportlerinnen und Sportler ihren Optimismus nicht nehmen lassen.

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Leipzig. Nach dem Abbruch des Spielbetriebs von der 2. Bundesliga bis zur Oberliga durch den Deutschen Tischtennis-Bund hat sich auch der Sächsische Tischtennis-Verband dazu entschieden, den Punktspielbetrieb der laufenden Saison nicht fortzuführen. Dabei orientiert sich der STTV an der Entscheidung des DTTB, die Spielzeit zu annullieren und Auf- sowie Abstiegsregeln auszusetzen. In Anbetracht der länger andauernden sportfreien Leidenszeit wollen sich die Vereine der Region den Optimismus jedoch nicht nehmen lassen.

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Motivation unterschiedlich, Kommunikation fehlt

Am besten durch den Lockdown gekommen sind die Zweitliga-Frauen der Leutzscher Füchse. Obwohl keine der Leipzigerinnen ihren Lebensunterhalt an der Tischtennisplatte verdient, gilt das Team von Trainer Kai Wienholz als Berufsmannschaft, eingeschränkter Trainingsbetrieb war dadurch in den letzten Monaten möglich. „Wir konnten jeweils zu zweit mit Sondergenehmigung in einer Halle am Sportforum trainieren. Die Mädels haben diese Möglichkeit etwa einmal pro Woche genutzt, um neben individuellen Fitnesstraining das Ballgefühl nicht komplett zu verlieren“, sagt Wienholz.

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Für Topspielerin Huong Do Thi bildete diese Option eine nette Abwechslung im tristen Alltag. Sie hofft dennoch, dass bald wieder in größeren Gruppen trainiert werden kann: „Die Entscheidung des DTTB haben wir so schon im Herbst erwartet. Am meisten fehlt uns ein geregelter Trainingsalltag, der Wettkampfbetrieb ist da erstmal zweitrangig.“

Eingeschränkter Trainingsbetrieb für Füchse-Frauen

Ähnliche Reaktionen findet man bei den Oberliga-Herren des TTC Holzhausen. Robert Janke betont, dass auf Grund unterschiedlicher Startvoraussetzungen eine Fortsetzung der Saison sportlich kaum Sinn ergeben hätte: „Dennoch sind wir enttäuscht – auch wir wollen wieder spielen.“ Gefragt nach der derzeitigen Motivation kann sich Janke ein Lachen jedoch kaum verkneifen: „Die Jüngeren sind sicherlich etwas heißer, als das bei den gestandenen wie Hendrik Fuß der Fall ist. Ich bewege mich irgendwo dazwischen.“


Aufgrund einer Regeländerung – ab nächster Saison werden pro Mannschaft nur noch vier statt sechs Spieler im Ligabetrieb starten – wird der TTC sein Team umstellen. Janke möchte bald auch wieder im Clickball durchstarten. Bei den World Masters im Januar hätte der WM-Teilnehmer 2020 gern zur Sandpapierkelle gegriffen, allerdings wurde er vom Veranstalter nicht nominiert. Einen Anteil am Sieg seines Freundes Alexander Flemming hatte er dennoch: Als es noch möglich war, bereiteten sich die beiden Leipziger zusammen vor.

Füchse hoffen auf neue Halle mit Top-Bedingungen

In der Sachsenliga ärgern sich Herren der Leutzscher Füchse über die Art und Weise des Abbruchs. „Der Schritt hatte sich abgezeichnet. Mit uns gab es aber null Kommunikation. Dass es schwierig wird, bei einer eventuellen Fortsetzung ausreichend Hallenplätze zu bekommen, ist doch klar. Die Entscheidung war also überfällig, alles andere wäre realitätsfern“, sagt Stefan Berger, dessen Team durch Einreisebeschränkungen ohnehin stark gebeutelt war.

Mittelfristig erhofft sich Berger, auch durch den Bau der neuen Füchse-Halle in der Dieskaustraße, einen Schub: „Durch die weitere Professionalisierung im Verein und der Nachwuchsarbeit ist es unser Ziel, auch im Männerbereich bald überregional zu spielen.