20. November 2020 / 17:36 Uhr

Auch die Weihnachtsfeier? Lupo-Kapitän Sauss und sein Team unternehmen viel virtuell

Auch die Weihnachtsfeier? Lupo-Kapitän Sauss und sein Team unternehmen viel virtuell

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Verbringen virtuell viel Zeit zusammen: Lupo-Kapitän Marius Sauss und sein Team.
Verbringen virtuell viel Zeit zusammen: Lupo-Kapitän Marius Sauss und sein Team. © Britta Schulze/Boris Baschin
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Als Torwart und Kapitän in Personalunion dirigiert er Fußball-Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg: Keeper Marius Sauss ist ein wichtiger Eckpfeiler im Team der Italiener, hält die Mannschaft auch in der Corona-Krise zusammen. Seine Teamkameraden machen es ihm allerdings auch leicht. „Wir haben ein charakterlich starkes Team, darum ändert sich an meiner Rolle nicht viel“, erzählt Sauss, der in seiner Karriere auch schon für den VfL Wolfsburg zwischen den Pfosten stand – für die U17 und U19 sowie die Reserve.

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Seit 2015 ist er nun bei Lupo, seit Anfang 2019 Kapitän. „Uwe Erkenbrecher hatte mich damals nach dem Training in die Kabine gerufen und mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen“, erinnert sich Sauss. Fortan trug der Keeper die Binde am Arm, ist der Leitwolf des Teams.

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Aktuell halten die Spieler viel Kontakt per Whatsapp, außerdem hat das Team einen Weg gefunden, trotz der Corona-Einschränkungen gemeinsam zu trainieren: „Wir haben die Mannschaft in Gruppen von vier bis sechs Spielern eingeteilt. Die müssen sich Workouts ausdenken und dann in einer Videokonferenz vorstellen, die anderen müssen sie nachmachen“, erklärt Sauss. „Meine Aufgabe ist dabei, die Jungs zu animieren, damit sie mitziehen - aber viel muss ich da gar nicht machen.“ Die Truppe sei von sich aus sehr engagiert.

Der Teamgedanke kommt bei Lupo also nicht zu kurz – auch abseits des Sports. „Einmal die Woche machen wir einen Mannschafts-Call, wo wir einfach mal quatschen können“, sagt Sauss. „Da gibt es tausend verschiedene Themen. So erfahren wir auch, wie es den Verletzten geht, was die Jungs gerade so machen oder vorhaben.“

Man hält eben zusammen. Eine Qualität, die Lupo auch auf dem Platz bereits demonstrieren konnte: Nach schwierigem Start inklusive englischer Wochen, nachdem das Team wegen zweier positiver Corona-Fälle zwei Wochen in Quarantäne musste und der Oberliga-Start sich für die Wolfsburger entsprechend verschoben hatte, fanden die Italiener bald in die Spur, stehen nun zur verfrühten Winterpause auf Platz drei. „Es gab nie schlechte Stimmung, wir haben uns nie unterkriegen lassen“, blickt Sauss zurück.

"Mitnehmen, was möglich ist“

Dabei halfen auch Teamabende: „Freitags haben wir nach dem Training immer noch zusammen etwas gegessen oder ein Bier getrunken, haben uns auf das Spiel am Wochenende eingestimmt. Es gibt bei uns wenig Grüppchenbildung, wir kommen gut miteinander klar“, freut sich Sauss.

Neben dem Platz ist der 28-Jährige viel mit dem Job beschäftigt. „Ich bin Referent im Bereich Logistik bei VW Group Services“, so Lupos Schlussmann. „Viel Zeit bleibt daneben leider nicht.“ Findet sich aber doch mal eine freie Minute, macht Sauss gern Sport, „ich gehe laufen oder mache Krafttraining. Ansonsten versuche ich aktuell im Rahmen der Richtlinien viel Kontakt zu Freunden zu halten, und wenn man sich nur mal in der Stadt einen Coffee To Go holt. Man muss eben mitnehmen, was möglich ist.“

Zu Hause tut es dann gern mal eine Runde an der Playstation „mit den Jungs, da spielen wir gern online gegeneinander“. Aktuell beliebt bei Lupos Kickern: Call of Duty Warzone, ein Action-Spiel, das auch auf Teamgeist baut. Die digitalen Möglichkeiten könnten auch Lupos Weihnachtsfeier retten: „Auch wenn es noch nicht sicher ist, wie es im Dezember aussieht, befürchten wir schon, dass wir sie nicht wie geplant stattfinden lassen können“, so Sauss. „Wir könnten sie stattdessen virtuell stattfinden lassen. Dann trinkt eben jeder zu Hause einen Glühwein.“

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Film-Tipp: Inception. „Als er rauskam, war es seit Langem mal wieder ein Film, bei dem man richtig nachdenken musste und am Ende platt war.“

Serie: „Ich mag die Intrigen und die Politik in Game of Thrones, das macht es sehr spannend - ebenso wie der Tod einiger Hauptcharaktere, das hat man sonst nicht oft.“

Videospiel: Call of Duty Warzone. „Das spielen viele aus der Mannschaft und wir auch oft zusammen. Ein kleiner Ersatz, um etwas mit dem Team zu machen.“