27. Januar 2020 / 19:01 Uhr

Auch in Göttingen herrscht große Betroffenheit über den Tod von Kobe Bryant

Auch in Göttingen herrscht große Betroffenheit über den Tod von Kobe Bryant

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kobe Bryant in Aktion: Die Reaktionen auf seinen frühen Tod sind auch in Göttingen von großer Betroffenheit geprägt.
Kobe Bryant in Aktion: Die Reaktionen auf seinen frühen Tod sind auch in Göttingen von großer Betroffenheit geprägt. © dpa
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Der plötzliche Tod von Basketball-Idol Kobe Bryant hat auch in Göttingen große Betroffenheit nach sich gezogen. Viele Basketballer haben ihr Idol verloren, besonders auch die US-amerikanischen BG-Profis sind bestürzt.

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Ulli Frank (Göttinger Basketball-Legende): „Das ist natürlich eine Katastrophe und absolut tragisch. Ich kenne Bryant vor allem aus Erzählungen von Dirk Nowitzki. Demnach war er besessen von seinem Sport, hat so hart trainiert wie kaum ein anderer. Wenn er ein schlechtes Spiel abgeliefert hatte, hat er sich am nächsten Tag eine Halle gemietet und an seinem Schuss gearbeitet. Er hat immer trainiert, auch im Sommer. Der hat nie Pause gemacht. Diese Einstellung, von der sich jeder Profi etwas abschauen kann, hat ihn erst zu dem erfolgreichen Spieler gemacht, der er war. Bryant war ein außergewöhnlich guter Basketballer. Zuletzt habe ich ihn vor einigen Jahren bei einem Spiel von Dirk in Dallas gesehen, ein irrer Spieler. Bryant hat viel für den Basketball getan. Umso tragischer, dass er nun bei einem Unfall sein Leben verloren hat - und dazu noch viele weitere Menschen.“

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Kyan Anderson (BG Göttingen): „Ich habe Kobe Bryant live 2016 gegen die Dallas Mavericks gesehen. Ich war nie ein Lakers-Fan, sondern immer ein Kobe-Fan. Er ist definitiv einer meiner absoluten Favoriten. Was ihn für mich besonders machte, war die Hoffnung, die er gegeben hat. Zu wissen, dass, wenn man die Arbeitsmoral und die Einstellung oder die Mamba-Mentalität hat, dass man in den jeweiligen Sportarten oder Berufen dominieren kann. Als ich gestern die Nachricht bekam, war es, als hätte um mich herum alles angehalten. Ich wollte es nicht glauben, hatte sofort Mitgefühl für seine Familie und natürlich auch für die anderen, die an Bord waren. Es ist wirklich ein herber Verlust. Er war ein großer Teil der Geschichte und hatte Einfluss auf viele Kinder – mich eingeschlossen.“

Eine ganze Generation Kinder begeistert

Alex Ruoff (BG Göttingen): "Wie für jeden in der Basketball-Community ist für mich die Tragödie, in der Kobe Bryant, seine Tochter Gigi und sieben weitere Personen ums Leben kamen, unerträglich. Kobe war für viele Menschen weit mehr als ein großartiger Basketballspieler. Er konnte eine ganze Generation von Kindern für das Spiel begeistern. Um ehrlich zu sein, was ich am meisten respektierte, war nicht seine Fähigkeiten auf dem Platz, sondern mehr seine Arbeitsmoral, sein Engagement und seine allgemeine Einstellung, die er eingebracht hat. Ich habe ihn einmal live gesehen, als ich ein Kind war. Er und Shaquille O’Neal spielten damals zusammen und in diesem Jahr gewannen sie die Meisterschaft. Etwas, das ich nie vergessen werde. Ich bin nicht traurig, weil wir einen berühmten Basketballspieler verloren haben. Ich bin traurig, dass die Familie ihren Vater und ihre Tochter sowie die anderen Familien ihre Lieben verloren haben. Manchmal stellen wir Prominente auf ein Podest, vergessen aber, dass sie normale Leute wie wir auch sind. Meine Gedanken und Gebete gehen an die trauernden Familien.“

Johannes Ballhausen (SG Hilkerode/Birkungen): „Ich gehöre ja eher der Michael-Jordan-Generation an. Kobe Bryant ist eigentlich der Michael Jordan der mir nachfolgenden Generation gewesen. Als ich das Sonntagabend gelesen habe, war ich geschockt. Ich habe viele NBA-Spiele mit ihm im Fernsehen angeschaut, auch Spiele gegen Dirk Nowitzki. Er war ein super Spieler.“


Marvin Omuvwie (BG Göttingen): „Meine Idol war immer mehr LeBron James, was nicht heißt, dass ich Kobe Bryant nicht mochte, aber ich konnte mich mehr mit LeBrons Spiel identifizieren. Aber seine Mentalität und Wettberwerbsfähigkeit von Kobe Bryant und was er alles in der NBA erreicht hat, wie er das Spiel verändert hat, kann man nur respektieren und bewundern.“

Derek Willis (ratiopharm Ulm): „Ruhe in Frieden – einer meiner Basketball-Superhelden. Ein unglaublicher Mann.“

Nick Boakye (ASC 46 Göttingen): „Kobe Bryant hat mich von klein auf sehr geprägt. Auf meinem ersten Basketball-Trikot stand sein Name. Mich hat seine Mentalität beeindruckt, im Training immer alles zu geben, sich zu motivieren und zu pushen. Von ihm habe ich gelernt, keine Ausreden gelten zu lassen, wenn man was erreichen will. Egal, was andere gesagt haben – er hat sein Ding durchgezogen. Er war für mich ein Vorbild, und deshalb war die Nachricht von seinem Tod für mich schon hart.“

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Frank Meinertshagen (BG Göttingen): „Meine Basketball-Zeit war eher jene mit Michael Jordan bei den Chicago Bulls. Allerdings gehörte Bryant einer Ära an, in der ich viel NBA geschaut habe. Er war für mich ein herausragender Spieler mit einem herausragenden Ehrgeiz auf und abseits des Feldes und mit einer absolut spektakulären Spielweise, die der von Michael Jordan unglaublich ähnlich war – bis hin zur heraushängenden Zunge.“

Richard Crowder (flippo Baskets): „Als wir auf der Rückfahrt vom Spiel in Saarlouis waren, saßen in meinem Bus fast alle unsere US-Amerikanerinnen. Die waren natürlich sehr schockiert, als sich die Nachricht in den sozialen Medien rumsprach. Meine Tochter Jenny hat früher sein Trikot getragen. Bryant hatte eine enorme sportliche Bedeutung, und es tut immer weh, wenn ein Mensch frühzeitig das Zeitliche segnet.“

Meredith Kramer (Ehefrau von BG-Spieler Dennis Kramer und aufgewachsen in Kalifornien): "Ich habe Kobe Bryant im wirklichen Leben gesehen, aber nie live beim Basketball. Ich habe ihn im Supermarkt oder bei Starbucks in meiner Heimatstadt Montecito gesehen. Ich bin nie mit Basketball aufgewachsen, also war ich kein eingefleischter Fan einer Mannschaft. Aber als stolze Südkalifornierin habe ich immer die Lakers in den Playoffs angeschaut. Kobe Bryant war definitiv einzigartig und ein Vorbild für andere Sportler. Ich denke, seine Entschlossenheit, zu gewinnen, hat ihn zu etwas Besonderem gemacht. Ich werde mich an alles erinnern, was er außerhalb des Sports getan hat. Er war ein großartiger Vater und teilte sein Talent mit der Welt. Man kann ein fantastischer Athlet sein, aber was man für die Gemeinschaft tut, ist ein bleibendes Erbe. Es gibt immer mehr Athleten, die dies in jeder Sportart tun, und ich finde es wirklich wundervoll. Als ich von seinem Tod gehört habe, konnte ich es nicht glauben und war schockiert. Ich denke, das zeigt, wie kostbar und kurz das Leben ist und dass wir möglicherweise kein Morgen haben."

Von Kathrin Lienig, Andreas Fuhrmann und Eduard Warda