11. November 2020 / 17:59 Uhr

Auch ohne Fans: So wollen die Grizzlys Heim-Atmosphäre erzeugen

Auch ohne Fans: So wollen die Grizzlys Heim-Atmosphäre erzeugen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eis pappkameraden
Auch eine Möglichkeit: Pappaufsteller mit Fangesichtern um die tristen leeren Hallen aufzuhübschen und die Fans trotz Zuschauerverbots einzubeziehen. Die Grizzlys Wölfsburg diskutieren verschiedene Ideen. © Gero Gerewitz / Imago Images
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Die Bühne ist bereit, das deutsche Top-Eishockey legt wieder los, am Samstag bestreiten die Grizzlys Wolfsburg ihren Auftakt im Magentasport-Cup. Die Wolfsburger sorgen für Heim-Atmosphäre so gut es unter Corona-Bedingungen geht. Und für die DEL-Saison, wenn sie denn kommt, planen sie noch ein wenig mehr - mit und für die Fans, obwohl die wohl draußen bleiben müssen.

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Eishockey geht wieder los, im Magentasport-Cup erwarten die Grizzlys Wolfsburg am Samstag (17 Uhr) die Düsseldorfer EG. Bei den Grizzlys hat Manager Charly Fliegauf alle Formalien erledigt. Auch für den Magentasport-Cup müssen die Spieler - genau wie für die DEL - lizenziert werden. Auf der Liste sind auch zwei U20-Torhüter. Im Fall der Fälle werden noch zwei Verteidiger und drei Stürmer nachgemeldet. "Im Moment", so der Manager, "haben wir genug Profis." Von Corona-Fällen blieben die Grizzlys bislang verschont - dass das so bleibt, kann keiner garantieren. Mit den Nachwuchsspielern in der Hinterhand könnte man leichter spielfähig bleiben.

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Es wird gespenstisch werden in der Eis-Arena am Samstag 17 Uhr: Zuschauer sind nicht erlaubt, Pressevertreter und die Mitarbeiter von Magentasport (als übertragendem Sender) werden sich in der Halle neben den Teams und den zugelassenen Offiziellen verlieren.

Der Bärenkopf, durch den das Team normalerweise einläuft, wird nicht aufgeblasen. Dafür braucht es gut ein halbes Dutzend Helfer. Das gehe unter dem strengen Hygiene-Konzept natürlich nicht, wie Yannick Imler, neben Team-Arzt Dr. Axel Gänsslen zweiter Hygienebeauftragter der Grizzlys erklärt. "Die Vorbereitungen für Samstag sind fast vollendet, alle Abläufe sind geplant, mit dem Turnier werden sie auf Herz und Nieren geprüft."

Imler kümmert sich auch um die Spieltagsorganisation und verspricht, "dass wir versuchen, unserer Mannschaft soviel Heim-Atmosphäre wie möglich zu vermitteln." Die TV-Wand bleibt mangels Fans außer Betrieb, aber Sprecher Jens Kluck ist da, wird Ansagen machen. Und, so Imler: "Tormusiken und die Lichteffekte sind natürlich möglich."

Zudem sind die Fans der Grizzlys indirekt vertreten. Imler: "Banner der Fanklubs werden schon im Magentasport-Cup angebracht sein." Geht da noch mehr? Köln etwa hat Geistertickets verkauft, um die fehlenden Zuschauereinnahmen zu kompensieren. Ist es denkbar, dass sich Grizzlys-Fans einen Pappkameraden (mit ihrem Konterfei oder Outfit) oder ähnliches kaufen können, der zu den Spielen ihren Platz einnimmt, so wie es das zu Beginn der Corona-Krise bei vielen Fußball-Klubs gab? Es würde das ohne Fans triste Drumherum aufhellen. Imler geht nicht ins Detail, verrät aber: "Wir machen uns in Hinsicht der Einbindung der Fans Gedanken für den möglichen Ligastart."

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Nijenhuis und Raabe: Förderlizenz für Hannover

Eine sportliche Entscheidung mit Blick auf den Ligastart hat derweil Manager Fliegauf getroffen - "in Absprache mit den beiden Spielern, deren Wunsch das auch war": Die U20-Akteure Jan Nijenhuis und Steven Raabe werden mit einer Förderlizenz für die Hannover Indians ausgestattet. "Da ist alles unterschrieben, sie könnten dort theoretisch am Wochenende spielen." Tests hatten beide mit den Indians schon gemacht, Raabe hatte fast die komplette Vorsaison in Hannover verbracht und sich dort gut entwickelt. Ob sie schon am Wochenende delegiert werden, wird Coach Pat Cortina entscheiden. Nur 21 Spieler dürfen auf den Spielbericht im Magentasport-Cup, die Grizzlys haben 24. Sein Debüt könnte der Anfang der Woche eingetroffene Julian Melchiori geben.