31. Mai 2021 / 18:30 Uhr

Auch Wolfsburg betroffen: DFL und Bundeskartellamt befassen sich mit 50+1-Regel

Auch Wolfsburg betroffen: DFL und Bundeskartellamt befassen sich mit 50+1-Regel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gehört zu Volkswagen: Der VfL Wolfsburg.
Gehört zu Volkswagen: Der VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Die Deutsche Fußball-Liga beschäftigt sich unter Berücksichtigung der Einschätzung des Bundeskartellamts weiter mit der umstrittenen 50+1-Regel - das betrifft auch den VfL Wolfsburg.

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Das DFL-Präsidium will sich „zeitnah“ mit der Kritik des Bundeskartellamts bezüglich der Ausnahmen bei der 50+1-Regel im deutschen Profifußball befassen. Dies teilte die Deutsche Fußball-Liga am Montag in Frankfurt/Main auf Nachfrage der DPA mit. Man werde dabei „auch die vorläufige schriftliche Einschätzung des Bundeskartellamts berücksichtigen“. Betroffen ist neben Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim auch Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg, der seit 2001 als 100-prozentige Tochter von Volkswagen geführt wird.

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Das Bundeskartellamt hat in einer vorläufigen Bewertung die derzeit geltenden Ausnahmeregelungen für die besagten Vereine kritisiert. „Wenn einigen Klubs größere Möglichkeiten zur Einwerbung von Eigenkapital zur Verfügung stehen als anderen, dürfte dies nicht zur Ausgeglichenheit des sportlichen Wettbewerbs beitragen, sondern ihn eher verzerren“, heißt es in einer veröffentlichten Einschätzung. Diese hat die Behörde für die DFL vorgenommen.

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Die Dachorganisation der 36 Profi-Klubs verwies darauf, dass sie 2018 nach einem entsprechenden Präsidiumsbeschluss beim Bundeskartellamt ein Verfahren beantragt habe, um mögliche kartellrechtliche Bedenken bezüglich der grundsätzlichen Anwendung und Auslegung der 50+1-Regel prüfen zu lassen. Die Behörde habe seine vorläufige Bewertung am Montag bei einem Termin mit DFL-Vertretern erläutert.



Grundsätzlich hält das Bundeskartellamt die 50+1-Regel mit dem geltenden Kartellrecht für vereinbar. „Bezieht man die Förderausnahme in ihrer derzeitigen Fassung in die Betrachtung mit ein, so stellt sich die Wettbewerbsbeschränkung als unverhältnismäßig dar“, teilte die Behörde mit. Nun soll der VfL ebenso wie Leverkusen und Hoffenheim Stellung beziehen. Vonseiten der Wolfsburger gab's am Montagnachmittag noch keine Stellungnahme dazu.

Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Profi-Klub begrenzen. Sie sieht im Kern vor, dass der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiter die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss.