20. Oktober 2020 / 12:08 Uhr

Erzgebirge Aues Stürmer-Talent Krüger: Nahziel Tabellenführung, Fernziel 1. Liga

Erzgebirge Aues Stürmer-Talent Krüger: Nahziel Tabellenführung, Fernziel 1. Liga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erzgebirge Aues Sturmtalent Florian Krüger will konstante Leistungen zeigen.
Erzgebirge Aues Sturmtalent Florian Krüger will konstante Leistungen zeigen. © Oleg Bilsagaev/Getty Images
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Für seinen Traum von der 1. Bundesliga muss sich Florian Krüger noch in Geduld üben. Für den Stürmer von Erzgebirge Aue hat kurzfristig die Auswärtsaufgabe beim HSV Priorität. Bei einem Sieg winkt den Sachsen der erste Tabellenplatz.

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Aue. So selbstbewusst und zielstrebig wie im gegnerischen Strafraum präsentiert sich Florian Krüger auch außerhalb des Platzes. Das Stürmer-Talent von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue liefert vor der Nachholpartie am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) beim Hamburger SV eine deutliche Ansage. „Es ist ein frühes Spitzenspiel in dieser Saison und wir sind nicht chancenlos. Wir fahren nach Hamburg, um zu gewinnen und Tabellenführer zu werden“, sagt Krüger vor dem Duell zwischen dem Zweiten und Dritten.

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Der 21-Jährige strebt ständig nach Erfolgsmomenten für seine Mannschaft und auch für sich selbst. Krüger, der 2018 vom FC Schalke 04 nach Aue wechselte, hat sich bei den „Veilchen“ mit viel Fleiß und seinem Torinstinkt schnell vom unerfahrenen Jungprofi zum Stammspieler entwickelt. Nach seinen vielen starken Auftritten in der vergangenen Saison liebäugelte Krüger in der zurückliegenden Sommerpause bereits mit einem Wechsel in die 1. Bundesliga. Doch daraus wurde nichts.

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„Ich würde nicht sagen, dass ich deswegen enttäuscht bin“, erklärt Krüger. „Ich habe mir natürlich Gedanken darüber gemacht, und vielleicht wäre es auch möglich gewesen, dass sich die Tür öffnet. Aber in Aue noch ein weiteres Jahr 2. Bundesliga zu spielen, ist keinesfalls der falsche Weg für mich.“

Einsatz bei DFB-Junioren

In der Spielzeit 2019/20 erzielte der Angreifer sieben Tore und bereitete neun Treffer vor. In dieser Spielzeit war er bereits an drei Toren beteiligt. Krüger, der in Aue noch ein Jahr Vertrag hat, weiß ganz genau, wie wichtig eine gute Quote für einen Stürmer ist: „Deshalb möchte ich in dieser Saison durchgängig konstante Leistungen zeigen und alle Werte übertreffen. Ich will auf mehr Spielminuten kommen, mehr Tore schießen und mehr Vorlagen liefern. Vielleicht öffnet sich die Tür dann in der nächsten Saison.“

Um in den eigenen Leistungen immer besser zu werden, hilft ihm nicht nur Dirk Schuster. Der Chefcoach des FC Erzgebirge schenkt Krüger bei den „Veilchen“ regelmäßig das Vertrauen. Seit einigen Wochen profitiert Krüger auch von der Zusammenarbeit mit dem deutschen U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz. In der vergangenen Länderspielpause kam Aues Offensivkicker zu seinem dritten und vierten Einsatz für die Junioren-Auswahl des DFB.

„Stefan Kuntz hat jahrelang in der Bundesliga und Nationalmannschaft gespielt. Er war auch Stürmer, da kann ich mir sehr viel abgucken und mitnehmen“, meint Krüger. Dazu schwärmt er von Kuntz‘ kommunikativer Art: „Er sucht häufig die Gespräche, wir Spieler haben eine sehr gute Bindung zu ihm. Die Zusammenarbeit macht mir Spaß, ich bin froh und denkbar über jede neue Erfahrung.“

Mit couragiertem Auftritt gegen den HSV

Für Spaß und vor allem für Erleichterung sorgte im Lager des FC Erzgebirge das 2:1 am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim. „Der Sieg war für uns alle wichtig. Wir wissen, dass wir nun zwei schwere Auswärtsaufgaben in Hamburg und Bochum vor uns haben“, betont Krüger. Bedenken, dass er aufgrund der hohen Belastung in ein körperliches Loch fallen könnte, hat der gebürtige Staßfurter nicht: „Ich habe keine Angst davor, auch wenn es eine straffe Woche wird. Ich werde wie alle anderen zwischen den Spielen gut regenerieren und auf dem Platz alles rausfeuern. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft mit meiner Spritzigkeit und meinen Läufen helfen kann.“

Nachdem die Partie beim HSV Anfang Oktober wegen zwei unklaren Corona-Tests im Auer Team kurzfristig abgesagt werden musste, steht am Mittwoch das Nachholspiel im Volksparkstadion auf dem Programm. Während die „Veilchen“ sieben Punkte aus den ersten drei Spielen holten, haben die Hamburger unter ihrem neuen Trainer Daniel Thioune noch keinen einzigen Zähler abgegeben. „Wir fahren mit ganz breiter Brust zum HSV und wollen auch dort punkten“, sagte Krügers Sturmpartner Pascal Testroet.

Der 30-Jährige fordert genauso einen couragierten Auftritt wie zuletzt gegen Heidenheim: „Wir sind da als Mannschaft 119 Kilometer gelaufen. Wenn wir genauso entschlossen, leidenschaftlich und effektiv auftreten, ist auch in Hamburg wieder etwas drin für uns. Wir müssen uns vor keinem Gegner in der 2. Liga verstecken.“

Sebastian Wutzler