10. September 2021 / 16:13 Uhr

Auf Champions-League-Quali folgt Bundesliga-Alltag: Wolfsburgerinnen empfangen SC Sand

Auf Champions-League-Quali folgt Bundesliga-Alltag: Wolfsburgerinnen empfangen SC Sand

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zurück im Liga-Alltag: Nach dem Champions-Leauge-Krimi gegen Bordeaux (l.) erwartet der VfL nun den SC Sand zum Bundesligaspiel.
Zurück im Liga-Alltag: Nach dem Champions-Leauge-Krimi gegen Bordeaux (l.) erwartet der VfL nun den SC Sand zum Bundesligaspiel. © Boris Baschin/Roland Hermstein
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Nach dem nervenaufreibenden Spiel in der Champions-League-Qualifikation inklusive Elfmeterschießen bei Girondins Bordeaux empfangen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Sonntag (13 Uhr) den SC Sand. Trainer Tommy Stroot warnt davor, den Tabellenzehnten zu unterschätzen.

Mittwochabend zogen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nach 120 packenden Minuten und anschließendem Elfmeterschießen gegen Girondins Bordeaux in die Gruppenphase der Champions League ein, am Sonntag (13 Uhr, live auf Magenta Sport) wartet in der Liga mit dem SC Sand bereits die nächste Aufgabe auf die Mannschaft von Cheftrainer Tommy Stroot. Bis zu 700 Zuschauer werden im AOK-Stadion erwartet. "Es ist wichtig, nicht zu denken, dass wir sie im Vorbeigehen schlagen", appelliert Stroot vor dem Duell mit dem Tabellenzehnten. Und das liege nicht an der eigenen Belastung, sondern viel mehr am Gegner selbst.

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Sand, so der 32-Jährige, "hat durchaus eine tolle Struktur in der Mannschaft. Beim 1:2 gegen Frankfurt war es vermeintlich spannender als erwartet, gegen die Bayern fielen zwei Tore nach Standards und ein weiteres knapp an der Abseitsgrenze." Das Team gehe füreinander durchs Feuer, "wir treffen auf eine eingeschworene Gruppe, die sich in jeden Ball knallt und die Zweikämpfe sucht. Sie versuchen das Beste, aus dem Spiel rauszuholen." Heißt: Den SC Sand muss man erst mal knacken, auf den VfL wartet, ähnlich wie beim mühevollen 2:0 gegen Bremen, erneut ein Geduldsspiel, in dem viel angelaufen und Kräfte investiert werden müssen.

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Am Donnerstag trainierte der VfL nach der Rückreise aus Frankreich noch mit den Spielerinnen, die gegen Bordeaux nicht oder wenig spielten, der Rest begab sich in Behandlung. "Die Spielerinnen sind gegen Bordeaux an ihre Grenzen gegangen", weiß Stroot. Vor allem mental "war es enorm herausfordernd, da wären andere Mannschaften vielleicht zerbrochen." Doch so ein Erlebnis könne auch beflügeln.

Ob neben den Langzeitverletzten weitere Spielerinnen fürs Wochenende ausfallen, ließ sich am Freitag noch nicht fest sagen. Fest steht: "Es wird wahrscheinlich nicht dieselbe Aufstellung sein, wir werden aber auch nicht extrem durchwechseln." Immerhin habe der VfL im Vergleich zum Bremen-Spiel einen Tag mehr für die Regeneration. Das helfe enorm. Außerdem, so Stroot schmunzelnd, "können wir am Sonntag dann ja auch noch fünf Mal wechseln." Und dass die Einwechslungen Spiele entscheiden können, zeigte der VfL in der Vergangenheit bereits mehrfach.

"Fitte Almuth tut jeder Mannschaft gut"

Am Mittwoch hatte VfL-Trainer Stroot überraschend Almuth Schult gegen Bordeaux ins Tor gestellt, die 30-Jährige zahlte das Vertrauen mit einer starken Leistung im Spiel und zwei parierten Elfmetern direkt zurück. Dass die Zwillings-Mama spielen wird, entschied sich erst vor Ort im Abschlusstraining. "Man hat im Spiel direkt wieder ihre Qualitäten gesehen", so Stroot, der aber auch sagt: "Es war ein bisschen auf Messers Schneide, aber wir alle hatten ein gutes Gefühl."

In der Saisonvorbereitung hatte sich die Nationaltorhüterin an der Wade verletzt und verpasste die ersten Wochen. Als Absicherung verpflichtete der VfL im Gegenzug Lisa Weiß, die unter anderem im Hinspiel gegen Bordeaux ein starker Rückhalt war. Wer ist die Nummer 1? Stroot: "Eine fitte Almuth tut jeder Mannschaft gut. Aber das müssen wir erstmal erreichen." Die Situation müsse jede Woche neu beurteilt werden. Entscheidend sei auch, ob die Wade noch mal reagiert. Sollte dem nicht so sein, bestätigt der gebürtige Nordhorner, "hat Almuth das gegen Bordeaux natürlich so ausgezeichnet gemacht, dass es im Endeffekt keinen Grund gibt, sie wieder rauszunehmen."


Übrigens: Im September 2019 strahlte der NDR die halbstündige Doku "Almuth Schult: Vom Wendland in die Weltklasse" im Rahmen der Reihe "Sportclub Story" aus. NDR-Autorin Inka Blumensaat drehte einen Teil der Doku im Wendland - und wurde vergangenen Donnerstag für das Resultat beim Niedersächsischen Sportjournalistenpreis in der Kategorie TV ausgezeichnet.