07. März 2021 / 22:36 Uhr

Auf den Serien-Stopp folgt jetzt die Wolfsburger Zwangs-Rotation

Auf den Serien-Stopp folgt jetzt die Wolfsburger Zwangs-Rotation

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Muss ordentlich rotieren: VfL-Trainer Oliver Glasner.
Muss ordentlich rotieren: VfL-Trainer Oliver Glasner. © DPA
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Oft hatte Oliver Glasner, Trainer des VfL Wolfsburg, in Folge auf dieselbe Startelf gesetzt. Doch nach dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim ist klar: Gegen den FC Schalke 04 muss der Coach so viel rotieren wie lange nicht.

Der VfL gewann, kassierte keine Gegentore, die Startelf blieb die Startelf, der VfL gewann wieder, die Zu-null-Serie hielt, die Startelf blieb wieder die Startelf - so ging es über Wochen. Nun sind die Serien gestoppt. Mit 1:2 (1:2) verloren Wolfsburgs Bundesliga-Fußballer am Samstag ihr Spiel bei 1899 Hoffenheim, Christopher Baumgartner und Andrej Kramaric trafen für den Gastgeber, Wout Weghorst für den VfL. Und für das kommende Spiel gegen Schalke muss Trainer Oliver Glasner stärker umbauen als er es bisher in der Rückrunde getan hat. Denn gleich drei seiner Profis sind gesperrt.

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Es wird also eine Art unfreiwillige Rotation geben. Dass womöglich eine freiwillige Rotation schon am Samstag, drei Tage nach dem Pokal-0:2 in Leipzig, gutgetan hätte, wollte Glasner nicht abstreiten. „Wenn man das Spiel sieht, wäre es eine Möglichkeit gewesen, direkt mehr zu rotieren. Im Nachhinein ist man immer schlauer...“, sagte der Österreicher. Aber in den Tagen vorm Spiel hätten „alle einen guten Eindruck gemacht. Und die Müdigkeit beginnt immer im Kopf, das hat man diesmal in der ersten Halbzeit auch gesehen.“

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In der Tat: Erst nach der Pause spielte sein Team mit Aggressivität und Einsatzwillen, also den Tugenden, die es zuletzt so stark gemacht hatten. Das Tor aber, das wenigstens einen Punkt gebracht hätte, wollte nicht fallen.

Nun muss Glasner Xaver Schlager, Maxence Lacroix (beide sahen die fünfte Gelbe Karte) und Paulo Otavio ersetzen - nachdem er in den vergangenen neun Pflichtspielen nur einmal (weil John Anthony Brooks gesperrt war) auf einer Position eine Änderung vorgenommen hatte. Brooks-Ersatzmann Marin Pongracic ist auch jetzt als Lacroix-Vertreter erste Wahl, lief am Samstag zusammen mit Jeffrey Bruma beim Test der U23 bei Zweitligist SC Paderborn (0:2) auf. Außerdem dürfte Kapitän Josuha Guilavogui mal wieder in der Startelf stehen. Weitere Änderungen sind nicht ausgeschlossen, Admir Mehmedi etwa machte seine Sache nach der Einwechslung gut. Yannick Gerhardt wirkte derweil etwas überspielt, könnte aber wegen Schalke als Linksverteidiger gebraucht werden, weil dort wahrscheinlich die größte Not herrscht.

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Dass die „Zwangs-Rotation“ nun gegen das Schlusslicht zum Problem wird, glaubt Marcel Schäfer nicht. „Wir kennen die Situation, hatten das vor Weihnachten ja auch“, so der VfL-Sportdirektor. Jetzt werden Spieler zum Zuge kommen, die sich zuletzt die eine oder andere Einsatzzeit mehr gewünscht hätten. Wir haben einen auch in der Breite sehr gut aufgestellten Kader.“ Auch kurz vor Weihnachten habe der VfL (hauptsächlich wegen Corona-Infektionen und Quarantäne-Regelungen) mehrere Spieler gleichzeitig ersetzen müssen, für Schäfer „beispielhaft“, denn: „Wir haben auch gegen Stuttgart und Sandhausen einige Ausfälle gehabt und haben jeweils ein sehr gutes Spiel absolviert. Das werden wir jetzt auch am Wochenende tun. Die Spieler haben unser vollstes Vertrauen.“ Und dass sich die Mannschaft, die so lange unbesiegt war, von zwei Pflichtspiel-Niederlagen beeindrucken lässt, könne er sich nun gar nicht vorstellen: „Das ist kein Problem. Wir ziehen die richtigen Lehren daraus und werden die Antwort auf dem Platz geben.“

Zumal sich in der Tabelle dank der Niederlage von Borussia Dortmund und des Remis von Eintracht Frankfurt gar nicht viel geändert hat, der VfL hat als Dritter immer noch eine gute Ausgangslage im Rennen um die Champions-League-Plätze. Schäfer: „Der Blick auf die Tabelle ist nicht unser erster Gedanke. Unser erster Gedanke ist, dass wir in Hoffenheim eine Sieg-Chance verpasst haben. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, haben aber vor allem in der ersten Halbzeit nicht so agiert wie wir auftreten wollen. Unsere Aufgabe ist es, das aufzuarbeiten - und nicht auf andere zu schauen. Der Fokus liegt einzig und allein auf unseren Aufgaben, unsere tägliche Trainingsarbeit und unsere Spiele. Damit sind wir in den letzten Wochen gut gefahren, so machen wir das auch weiterhin.“

Heißt auch: Ob der Trainer vielleicht am Saisonende mittels Ausstiegsklausel geht, ist weder ein Thema noch ein Problem. Schäfer: „Der Fokus von allen liegt auf unseren Zielen in der Bundesliga. Wir arbeiten erfolgreich zusammen und wir gehen natürlich davon aus, dass Oliver in der nächsten Saison unser Trainer ist.“

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