18. April 2022 / 09:47 Uhr

Auf der Autobahn Richtung Relegation: Dynamo Dresdens Wiederauferstehung bleibt aus

Auf der Autobahn Richtung Relegation: Dynamo Dresdens Wiederauferstehung bleibt aus

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden scheint nicht mehr zu wissen, wie man gewinnt. © dpa
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Die Schwarz-Gelben kämpfen vergeblich für ein Osterwunder. Das Selbstvertrauen der Spieler ist im Keller. Trainer Guerino Capretti glaubt dennoch an sie.

Dresden. Es ist wie verhext. Dynamo Dresden kann einfach nicht mehr gewinnen. Wann, wenn nicht am Osterwochenende, wäre die langersehnte Wiederauferstehung möglich gewesen? Wobei das torlose Remis im Heimspiel gegen Holstein Kiel am Karsonnabend genau genommen ein vorösterliches Ereignis war. Doch die Schwarz-Gelben waren auch weit davon entfernt, den „Störchen“ wenigstens mal was ans Lattenkreuz zu nageln, geschweige denn in deren Gehäuse zu treffen. Ein spielentscheidendes Glückstor in der Schlussphase lag nicht mal in der Luft.

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„Die Jungs verkrampfen vielleicht ein wenig“

Immerhin: Gegenüber der 1:2-Pleite aus der Vorwoche beim SV Sandhausen zeigten sich die Dresdner Zweitliga-Profis kämpferisch stark verbessert und sie kassierten erstmals seit dem 0:0 am 12. Februar in Paderborn kein Gegentor. „Wir haben zu Null gespielt, das ist uns auch schon lange nicht mehr gelungen. Und wir hatten eine Mannschaft auf dem Platz, die mit Herz gespielt hat, die eine gewisse Leidenschaft hatte“, bemühte sich Trainer Guerino Capretti, die fraglos positiven Aspekte hervorzuheben. Aber er musste eben auch zur Kenntnis nehmen, dass Dynamo im sechsten Pflichtspiel unter seiner Ägide erstmals kein Tor gelang.

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Die SG Dynamo Dresden kommt gegen Holstein Kiel nicht über ein 0:0 hinaus. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kommt gegen Holstein Kiel nicht über ein 0:0 hinaus. ©

Diesmal ackerten in der umkämpften Partie alle Akteure mit – auch das personell umgekrempelte Mittelfeld, wo statt Heinz Mörschel und Julius Kade diesmal Yannick Stark und Sebastian Mai begannen. Allerdings ging die Rechnung nur teilweise auf, denn die größere Gegenwehr und Präsenz bei hohen Bällen bedeutete weniger Kreativität im Aufbauspiel. „Es ging auch darum, schnell das Mittelfeld zu überbrücken. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr 50/50-Bälle gewonnen hätten und dass wir es, wenn wir dann mal den Ball in der gegnerischen Hälfte hatten, sauber und effizienter ausspielen“, erklärte Capretti.

Nun steht das 13. sieglose Spiel in Folge zu Buche. Aus anfänglich fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang sind im Laufe der Rückrunde mittlerweile sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer geworden – bei nur noch vier ausstehenden Spielen. Ein mittelgroßes Wunder muss her, um die Relegation umgehen zu können und den direkten Klassenerhalt noch zu schaffen. Doch das Selbstvertrauen der SGD-Profis ist momentan im Keller. „Die Jungs wollen irgendwie alles richtig machen und verkrampfen dabei vielleicht ein wenig“, sagte der Trainer, der das ändern will: „Was ich machen kann, ist, den Jungs einfach ihre Stärken bewusst zu machen, was sie eigentlich können.“

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Capretti will auf Leistung aufbauen

Dynamo will und muss optimistisch bleiben. „Vieles spielt sich im Kopf ab und meine Aufgabe ist es unter anderem, den Kopf wieder frei zu machen, mit positiven Gedanken zu füllen, dass wir einfach diesen Glauben weiter haben, dass wir es schaffen können, auch mal ein Spiel zu gewinnen“, machte Guerino Capretti klar. Er will weiter von Woche zu Woche schauen. Dass zu sehen war, dass seine Schützlinge auch viele Zweikämpfe gewinnen können, habe ihnen und ihm ein positives Gefühl gegeben. „Jetzt müssen wir einfach zusehen, dass wir im letzten Drittel noch ein bisschen sauberer werden, diese spielerische Komponente auch noch mit reinpacken, dass wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir endlich mal ein Tor mehr schießen als der Gegner.“

Mit dem immer wahrscheinlicheren Relegationsszenario möchte sich der Cheftrainer noch nicht beschäftigen, sondern mit den Schwarz-Gelben erst mal auf der Leistung gegen Kiel aufbauen. Am Freitag sind die Dynamos bei der Düsseldorfer Fortuna zu Gast, die durch ein 0:0 gegen Hannover ihren Vorsprung von acht Punkten auf die SGD beibehalten konnte. Verliert Dynamo, hätten die Rheinländer den Klassenerhalt sicher. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, auch für Guerino Capretti. Denn schließlich liegt ja auch der Freitag noch in der Osterwoche. Vielleicht klappt es dann ja doch noch mit der sportlichen Wiederauferstehung.

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