25. Juni 2021 / 09:01 Uhr

Auf Entdeckungstour: VfB Trebbin in der Nordstaffel

Auf Entdeckungstour: VfB Trebbin in der Nordstaffel

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Philipp Pollow (blaues Trikot) tritt mit dem VfB Trebbin nun in der Nordstaffel an und will dort Tore bejubeln.
Philipp Pollow (blaues Trikot) tritt mit dem VfB Trebbin nun in der Nordstaffel an und will dort Tore bejubeln. © Frank Neßler
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Landesliga Nord: Das Team aus der Clauertstadt trifft auf viele neue Konkurrenten - Testspielauftakt gegen Oberligisten.

Die Überraschung hielt sich bei Volker Löbenberg in engen Grenzen, die regionale Umbuchung kam für ihn nicht unerwartet. „Es war klar, dass das passieren konnte, wir liegen an der geografischen Schnittstelle der beiden Staffeln“, sagt der Trainer des Fußball-Landesligisten VfB Trebbin. „Ich bin auch nicht unzufrieden mit der Entscheidung, uns der Nordstaffel zuzuordnen. Vielleicht kommt uns sogar entgegen, das diese Gruppe fußballerisch aus meiner Sicht etwas stärker ist, während im Süden mehr auf kämpferische Qualitäten gesetzt wird.“

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Im Norden was Neues für den Club aus der Clauertstadt, der bei der Staffeleinteilung der zweigleisigen Fußball-Landesliga vom Süden in die Nord-Gruppe umsortiert worden ist. Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hatte in dieser Woche die Ligenzusammensetzung für die Saison 2021/22 bekanntgegeben. Für die Teams aus der Dahme-Fläming-Region ist die Umgruppierung des VfB die einzige strukturelle Abweichung von der Vorsaison – alles andere verläuft in alten Bahnen. Der BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow, die SG Großziethen und die SG Phönix Wildau spielen weiter im Süden der Landesliga, alle Landesklasseteams aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming (FSV 63 Luckenwalde II, MSV Zossen, SG Niederlehme, MTV Wünsdorf, SV Grün-Weiß Bestensee, Viktoria Jüterbog, Eintracht Königs Wusterhausen) treten erneut in der Staffel Ost an. Frankonia Wernsdorf und Eintracht Miersdorf/Zeuthen vertreten die Region weiterhin in der eingleisigen Brandenburgliga, der höchsten Spielklasse des Landes.

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Logistisch sieht Löbenberg keinen Nachteil durch den Wechsel, es gibt zwar mehrere Touren bis kurz vor die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern, aber auch Duelle der kurzen Wege bei den Begegnungen mit Fortuna Babelsberg und dem FSV Babelsberg 74. Die Partien in der nahegelegenen Landeshauptstadt umweht fast schon ein wenig Derby-Feeling – beide Clubs kennt man in Trebbin auch aus den Spielzeiten in der Landesklasse Mitte. Mit Fortuna, der Vertretung, die im Wohngebiet am Stern antritt, ist der VfB ohnehin eng verbunden – in Kürze wollten beide Vereine ein Testspiel bestreiten. „Wir müssen sehen, ob wir die Partie überhaupt im Programm lassen oder streichen“, sagt Löbenberg, „weil wir ja nun Konkurrenten sind. Was die Fahrt zu den Spielen betrifft: Wir haben einige Spieler im Kader, die in Berlin wohnen, die haben eine kurze Anreise, wenn sie nach Potsdam müssen. Glienicke, Velten, Hennigsdorf, Birkenwerder und Brieselang sind für diese Akteure ebenfalls gut erreichbar.“

Stahl Brandenburg und Oberhavel Velten gehören zu den Gegnern

Löbenberg, der im vergangenen Herbst das Amt von Sebastian Michalske übernommen hatte, sieht den VfB im Norden auch aus fußballerischer Sicht gut aufgehoben. „Ich denke, dass wir eine gute Mischung haben aus kämpferischen und technischen Mitteln“, meint er. Diese könne in der Staffel wertvoll sein. Zu den Trebbiner Gegnern gehören auch der FC Stahl Brandenburg mit einer schillernden Historie in der DDR-Oberliga und im Europapokal, auch die Konkurrenten Chemie Premnitz oder Oberhavel Velten (als BSG Chemie) spielten früher in der DDR-Liga. Regionen wie der Nordosten des Landes mit Vertretern wie dem FC Schwedt oder dem FC Strausberg sind dagegen Fußball-Neuland für den VfB. In jedem Fall gibt es eine Menge Vorfreude auf die sportliche Entdeckungsreise: „Ich freue mich beispielsweise besonders auf das Spiel gegen Fortuna Babelsberg, weil man einige ehemalige Mitspieler auf dem Feld oder als Trainer wieder trifft“, sagt Defensivmann Philipp Pollow. „Aber auch einige lange Auswärtsfahrten wie Perleberg, wo man bei entsprechendem Spielausgang den Samstagabend entsprechend einläuten kann.“