06. November 2021 / 20:13 Uhr

Krankenwagen-Einsatz: Seddin verliert Spiel und Torjäger gegen Lok Potsdam (mit Galerie)

Krankenwagen-Einsatz: Seddin verliert Spiel und Torjäger gegen Lok Potsdam (mit Galerie)

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Mit dem Krankenwagen wurde Seddins Gordon Klostermann ins örtliche Krankenhaus gefahren.
Mit dem Krankenwagen wurde Seddins Gordon Klostermann ins örtliche Krankenhaus gefahren. © Karola Losensky
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Landesklasse West: Lok Potsdam gewinnt nach zwei Niederlagen in Folge auf dem Sportplatz des FSV Babelsberg 74 - Seddin muss schweren Ausfall hinnehmen.

ESV Lok Potsdam - ESV Lok Seddin 1:0 (1:0). Tor: 1:0 Moritz Kahl (40.). Rote Karte: Sajad Heidari (87./Beleidigung/Lok Potsdam). Zuschauer: 45.

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Bis Freitagnachmittag war unsicher, wo das Spiel zwischen Lok Potsdam und Lok Seddin stattfinden würde. Der heimische Rasenplatz war unbespielbar, in den unbeliebten "Käfig", den Kunstrasenplatz am Potsdamer Luftschiffhafen, wollten die Landeshauptstädter auch nicht. Nach kurzer Rücksprache wurde Kontakt zum FSV Babelsberg 74 aufgenommen - der Verein von der Rudolf-Breitscheid-Straße gab grünes Licht. "Geile Aktion von Babelsberg, dass das so schnell geklappt hat. Das hat man nicht oft, dass die Vereine dann untereinander so kompromissbereit sind und entgegenkommen. Finde ich eine super Aktion, da sind wir sehr dankbar", erklärte Trainer Marian Elsner nach dem Spiel.

Zuvor holten er und seine Spieler - der Coach lief bis zur 82. Minute selber auf - wichtige drei Zähler gegen die Seddiner. In einer chancenarmen Partie erzielte Moritz Kahl nach 40 Minuten den goldenen Treffer. Danilo Skrzipczyk fing den Ball im Mittelfeld ab und spielte einen starken Pass in die Tiefe auf Jonathan-Philipp Carlin, der den Ball direkt in die Mitte brachte, wo Kahl nur noch einschieben musste. "Wieder beschert uns ein Fehler im Aufbauspiel die 0:1-Niederlage", ärgerte sich Seddins Trainer Ralf Gutschmidt nach der Partie, "das ist nicht schön, weil wir dadurch noch tiefer in den Schlamassel reinrutschen, wo wir nicht hinwollen."


In Bildern: Lok Potsdam gewinnt gegen Lok Seddin mit 1:0.

Lok Potsdam (schwarze Trikots) gewinnt dank des goldenen Treffers von Moritz Kahl vor 45 Zuschauern auf der Sportanlage des FSV Babelsberg 74 mit 1:0 gegen Lok Seddin. Zur Galerie
Lok Potsdam (schwarze Trikots) gewinnt dank des goldenen Treffers von Moritz Kahl vor 45 Zuschauern auf der Sportanlage des FSV Babelsberg 74 mit 1:0 gegen Lok Seddin. © Karola Losensky

Dabei hatten die Gäste im direkten Anschluss an den Potsdamer Führungstreffer ihre beste Möglichkeit. Nach einem Doppelpass auf der rechten Seite brachte Fionn Pötzsch den Ball in den Fünfmeterraum, wo der grätschende Kevin Knospe das Spielgerät jedoch am Tor vorbeibugsierte (41.). Der Angreifer wurde schon nach 17 Minuten für Gordon Klostermann eingewechselt, der sich in einem Zweikampf vermutlich ein Band im Knöchel riss. Der spielstarke Offensivakteur, mit fünf Saisontoren Seddins erfolgreichster Torjäger, musste anschließend mit dem Krankenwagen abgeholt werden. "Wenn derjenige, der die Tore da vorne noch macht, jetzt wohl längerfristig ausfällt, wäre es sehr schade", so Gutschmidt.

Trotz des vielen Ballbesitzes schafften es die Seddiner nicht zwingend vor dem Kasten der Potsdamer aufzutauchen, die Gelegenheiten hatte eher der Gastgeber. Die größte vergab der eingewechselte Sajad Heidari, der frei auf Seddin-Keeper Alexander Wiesenberger zulief, den Ball jedoch am Tor vorbeischob (87.). Nur Sekunden später zeigte Schiedsrichter Andre Schuler dem Angreifer die Rote Karte - zum Verdutzen nahezu aller 45 Zuschauer. Auf SPORTBUZZER-Nachfrage erklärte der Unparteiische, Heidari habe den Gäste-Schlussmann beleidigt.

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Am Spielergebnis hat es nichts mehr geändert. Lok Potsdam konnte nach zwei Niederlagen in Folge (2:3 gegen Michendorf, 3:4 in Langen) wieder ein Erfolgserlebnis feiern und es gelang der Sprung zurück auf Rang drei. "Wir haben in den zwei letzten Spielen, wo wir wirklich nicht gut waren, auch von der Einstellung etwas vermissen lassen, was wir an den ersten Spieltagen richtig gut gemacht haben. Das haben wir heute wieder auf den Platz gebracht", verriet Elsner, "alle haben gebissen, alle haben gekämpft und alle haben das angenommen. Dass Seddin ein unbequemer Gegner ist, das wissen wir auch."

Seddin-Coach Gutschmidt: "Unglückliche Niederlage"

Sein Gegenüber sagte nach dem Abpfiff: "Ich denke, aufgrund der zweiten Halbzeit, war es eine unglückliche Niederlage. Momentan hängt es uns hinterher, Torchancen so zu kreieren, dass wir sie vernünftig nutzen können", wusste Gutschmidt, der mit seiner Mannschaft jetzt auf Tabellenplatz zwölf steht, einzuordnen: "Am Ende kommt man da nur als Team gemeinsam raus. Man sieht, dass es derzeit in der Offensive klemmt. Die letzten fünf bis zehn Prozent fehlen uns im Abschluss und deshalb verlieren wir solche Spiele."

ESV Lok Potsdam: Brandt - Krüger, Langner, Wilhelm, Tobias - Carlin, Elsner (82. Welk), Tschäge, Skrzipczyk (72. Heidari) - Koschig (57. Heinrich), Kahl (82. Onabid).

ESV Lok Seddin: Wiesenberger - Koch (69. Reich), Losensky, N. Braun, Bach (84. T. Braun) - Pötzsch, Gräfe, Naumann, Ulrich - Tietz, Klostermann (17. Knospe, 69. Klapper) .