17. Mai 2020 / 13:44 Uhr

Auf ungewohntem Terrain: Kunstturnerinnen der TSV Burgdorf haben auch draußen Spaß

Auf ungewohntem Terrain: Kunstturnerinnen der TSV Burgdorf haben auch draußen Spaß

Maximilian Bosse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gute Laune auf ungewohntem Geläuf: Die jungen Kunstturnerinnen um Trainerin Katharina Warncke (vorne links).
Gute Laune auf ungewohntem Geläuf: Die jungen Kunstturnerinnen um Trainerin Katharina Warncke (vorne links). © Debbie Jayne Kinsey
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Indoorsport gestaltet sich aus Gründen des Infektionsrisikos aktuell schwierig. Die jungen Kunstturnerinnen der TSV Burgdorf legen trotzdem wieder los - auf ungewohntem Rasenplatz. Der guten Laune tat das keinen Abbruch.

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Stufenbarren, Reck und Schwebebalken bleiben vorerst im Geräteraum. Es wäre auch zu umständlich gewesen, die schweren Geräte eigens auf den Sportplatz des Burgdorfer Südstadtstadions zu karren. Stattdessen ziert eine Vielzahl bunter Isomatten das Grün. Jede einzelne beschriftet mit dem Namen der zugehörigen Athletin.

Es ist ein ungewohntes Gefühl für die sieben- bis 18-jährigen Kunstturnerinnen der TSV Burgdorf, auf einem Fußballplatz zu trainieren. Nicht nur, weil vorher ein prüfender Blick in den Wetterbericht nötig war, den Hallensportler sonst geflissentlich ignorieren können. Denn bei Regen wäre die Einheit ausgefallen.

Turnen im Fußballstadion: TSV Burgdorf legt wieder los

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Turnen im Fußballstadion: TSV Burgdorf legt wieder los ©

Wettkampf schon wieder ab September?

Doch zum Glück ist es trocken an diesem Nachmittag. Pünktlich um halb fünf stehen die Kinder und Jugendlichen gestiefelt und gespornt zum ersten gemeinsamen Training seit Beginn der Corona-Pandemie bereit. Voraussetzung für die Teilnahme war das Ausfüllen einer Einverständniserklärung über die Hygienevorschriften.

„Durch die Lockerungen der Regierung haben wir zum Glück zügig die Freigabe erhalten. So können wir uns endlich auf den leistungsorientierten Wettkampf vorbereiten. Wir hoffen, dass es im September wieder losgeht. Sicher sind wir uns da aber nicht“, sagt Trainerin Andrea Boroske.

Immer wieder vergnügtes Lachen

Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Katharina Warncke hat sie sich eine Menge einfallen lassen, um die jungen Athletinnen wieder in Form zu bringen. Zum Aufwärmen schickt die 55-jährige Warncke alle Mädchen seilspringend zwei Runden auf die Tartanbahn. Um das Risiko zu minimieren, wird die Gesamtheit anschließend aufgeteilt. Während Warnckes Hälfte auf einem Bein Treppenstufen erklimmt, fokussiert sich die Gruppe von Boroske auf Dehn-, Stabilisations- und Kraftübungen.

"Ich war schon ein wenig aufgeregt"

Das ist zweifellos anstrengend, doch alle sind sichtlich froh, dabei zu sein. Immer wieder ertönt vergnügtes Lachen über die Anlage. Emma verrät: „Ich war schon ein wenig aufgeregt, als ich gehört habe, dass es wieder losgehen soll. Am meisten habe ich mich darauf gefreut, meine Freunde wiederzusehen. Mir ist es egal, ob draußen oder drinnen: Hauptsache wir turnen.“

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Untätig waren die Burgdorferinnen aber auch während der Zwangspause nicht. „Wir sollten uns bei bestimmten Aufgaben selber filmen und das Video an die Trainer senden“, sagt Emma. Und auch neben dem Trainingsplan investierten die Sportlerinnen viel Zeit in ihr liebstes Hobby. „Wenn ich mit den Hausaufgaben fertig war, habe ich die meiste Zeit sowieso draußen geturnt“, erzählt die neunjährige Zoe.

Die Kunstturnerinnen sind bislang die einzigen minderjährigen TSV-Mitglieder, die jetzt schon wieder ins Training gelassen werden. Von der Hocker-Gymnastik bis hin zum Faustball ist für die Erwachsenen zunächst bis zum 5. Juni alles mit dabei. So kommt die TSV allmählich wieder ins Rollen. Auch wenn neben den Turnhallen die Umkleideräume und Toiletten noch gesperrt sind. „Und falls doch mal jemand muss, können wir nur die natürliche Lösung anbieten“, sagt Boroske und lacht. Das ist ein kurzer Weg. Hat also alles auch Vorteile.