29. Januar 2021 / 14:23 Uhr

Aufatmen in Wolfsburg: Weghorst und Steffen fit für Freiburg, klares Signal in Sachen Gerhardt

Aufatmen in Wolfsburg: Weghorst und Steffen fit für Freiburg, klares Signal in Sachen Gerhardt

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wout Weghorst (l.) und Renato Steffen können gegen Freiburg spielen.
Wout Weghorst (l.) und Renato Steffen können gegen Freiburg spielen. © Boris Baschin
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Der VfL Wolfsburg kann im Heimspiel am Sonntag gegen den SC Freiburg wohl auf seine beiden Top-Torschützen zurückgreifen. Renato Steffen kehrte bereits ins Mannschaftstraining zurück, Wout Weghorst soll folgen. Und: Yannick Gerhardt steht vor einer Vertragsverlängerung beim VfL.

Aufatmen beim VfL Wolfsburg: Wout Weghorst und Renato Steffen, deren Einsatz für die Partie am Sonntag (18 Uhr) gegen den SC Freiburg auf der Kippe stand, können voraussichtlich spielen. Die beiden besten VfL-Torschützen dieser Saison hatten wegen muskulärer Probleme Trainingspausen einlegen müssen. Steffen war bei der Einheit am Freitag wieder dabei, Weghorst fehlte noch, soll aber am Samstag das Abschlusstraining mitmachen. "Wir haben ihn eingehend untersucht", so Trainer Oliver Glasner über den Niederländer, "es ist strukturell alles in Ordnung, es sieht so aus, als würde sich das mit Sonntag ausgehen."

Weghorst wäre wichtig - denn in Duellen mit Freiburg war der Niederländer bisher richtig torgefährlich. Der Angreifer (steht bei zwölf Bundesliga-Toren) war an vier der vergangenen fünf Wolfsburger Bundesliga-Tore gegen die Breisgauer direkt beteiligt, ihm gelangen drei Tore und ein Assist. Doch nicht nur das: In seinen fünf Spielen gegen Freiburg sammelte er fünf Tor-Beteiligungen - von den aktuellen Erstliga-Teams hat er nur gegen 1899 Hoffenheim mehr (acht).

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Auch Steffen war zuletzt richtig gut in Form. Beim 2:2 bei Union Berlin hatte er per Kopf zum 1:0 getroffen, eine Woche später legte er beim 2:2 gegen RB Leipzig mit dem Fuß nach - und beim 1:0-Sieg am vergangenen Wochenende in Leverkusen bereitete der Außenbahner den Siegtreffer durch Ridle Baku mit einer Flanke mustergültig vor. Insgesamt steht Steffen bereits bei drei Treffern und drei Vorlagen, in der kompletten vergangenen Saison waren ihm bei ebenso vielen Assists sechs Tore gelungen.

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Mit Weghorst und Steffen wird sich am Samstag auf dem Trainingsplatz ein ungewohntes Bild bieten. "Es sieht so aus, dass alle Feldspieler am Training teilnehmen können", freut sich Glasner. Zuletzt hatten wegen Verletzungen, Corona-Infektionen oder Quarantäne-Regelungen immer wieder Spieler gefehlt. Darunter auch Jeffrey Bruma und Jerome Roussillon, die auch wieder auf dem Platz stehen. Linksverteidiger Roussillon, der lange mit den Folgen einer Covid-19-Infektion zu kämpfen hatte, übt zwar wieder mit der Mannschaft, ist aber noch kein Thema für Sonntag. Glasner: "Er hat jetzt seinen eigenen Trainingsplan, der nicht auf die Spiele abgestimmt ist. So können wir ihn langsam wieder heranführen."

Gerhardt vor neuem Vertrag

Einer, der dabei sein wird, ist Yannick Gerhardt. Das ist erfreulich, denn der Mittelfeld-Mann war zuletzt richtig gut drauf. Noch erfreulicher allerdings: Es sieht stark danach aus, dass Wolfsburgs Nummer 31 seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim VfL verlängern wird. Gerhardt war zuletzt mit dem 1. FC Köln und Hertha BSC in Verbindung gebracht worden. Glasner erzählte am Freitag, dass er in dieser Woche "mit Yannick gesprochen" habe und "seine Tendenz kenne". Der Trainer sah dabei zufrieden aus - es ist davon auszugehen, dass der laufstarke Mittelfeldspieler des VfL seinem Coach in diesem Gespräch mitgeteilt hat, dass er seinen neuen Vertrag in Wolfsburg unterschreiben wird. Glasner: "Wenn es was zu vermelden gibt, werden wir das vermelden."

"Mich überrascht es nicht, dass Freiburg so gut dasteht"

Mit dem SC Freiburg ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde zu Gast in Wolfsburg, die Breisgauer verloren von den letzten zehn Spielen nur eines (gegen Bayern) und liegen als Tabellenneunter in Lauerstellung - fünf Punkte hinter dem Vierten Wolfsburg. "Mich überrascht es nicht, dass Freiburg so gut dasteht", sagt Glasner. "Mich hat vielmehr überrascht, dass sie am Anfang etwas Probleme hatten." Sie seien schon in der vergangenen Saison ziemlich gut gewesen, "der Großteil des Kaders ist zusammengeblieben. Und mit Christian Streich haben sie seit Jahren denselben Trainer - da herrscht Kontinuität."


Glasner rechnet gegen Freiburg mit einem "richtig schweren Spiel, weil sie physisch sehr gut und taktisch diszipliniert sind. Sie spielen blitzschnell nach vorn und sind bei Standards brandgefährlich. Sie werden uns alles abverlangen", glaubt der Österreicher, der seine Bilanz gegen den SC aufbessern will. Denn neben Borussia Dortmund, Bayern München und RB Leipzig gehören einzig noch die Breisgauer zu den aktuellen Bundesliga-Teams, gegen die Glasner als VfL-Trainer noch nicht gewinnen konnte. "Das wusste ich nicht", sagte der 46-Jährige. "Dann hoffe ich, dass nach dem Spieltag nur noch drei Klubs auf dieser Liste stehen."